Die geheimen Talente der Bäume: Fakten zum Welttag des Waldes

Wälder und Bäume haben Geheimnisse, die bis heute die Wissenschaft faszinieren. Zum heutigen Welttag des Waldes einige überraschende Fakten zu den Bäumen.

sda |

Alljährlich findet am 21. März der Internationale Tag des Waldes statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto «Wälder und Wirtschaft» und macht auf den weltweiten Stellenwert gesunder Wälder für den wirtschaftlichen Wohlstand aufmerksam.

->  Internationaler Tag des Waldes

Zum heutigen Welttag des Waldes einige überraschende Fakten zu den Bäumen.

BÄUME WACHSEN NACHTS

Bäume wachsen hauptsächlich nachts, mit einer Wachstumsspitze nach Mitternacht. Das hat ein Schweizer Forschungsteam herausgefunden. Die Forschenden der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben dafür 170 Bäume in der Schweiz bis zu acht Jahre lang stündlich vermessen. Diese Erkenntnis ist überraschend neu: Erst 2021 veröffentlichte das Forschungsteam die Ergebnisse in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift «New Phytologist».

BÄUME SIND ÜBER EIN «WOOD WIDE WEB» MITEINANDER VERBUNDEN

Bäume kommunizieren und tauschen Nährstoffe über ein unterirdisches Netzwerk von Pilzen, das als «Wood Wide Web» bekannt ist. Dieses Netzwerk wird durch Mykorrhiza-Pilze gebildet, die mit den Wurzeln der Pflanzen in Symbiose leben. Es verbindet Bäume und ermöglicht den Austausch von Nährstoffen sowie die Weitergabe von Warnsignalen, beispielsweise wenn ein Baum von Schädlingen befallen wird. Mykorrhiza-Netzwerke wurden 1997 von der Forscherin Suzanne Simard von der University of British Columbia in Kanada entdeckt.

BÄUME KÖNNEN TAUSENDE JAHRE ALT WERDEN

Als ältester Baum der Welt gilt eine rund 9550 Jahren alte Fichte (Picea abies) in Schweden im Fulufjället Nationalpark. Der Baum wurde von seinem Entdecker Leif Kullmann nach seinem Hund auf den Namen Old Tjikko getauft. Allerdings ist Old Tjikkos Status als ältester Baum umstritten: Der sichtbare Teil des Baumes ist nämlich «nur» einige hundert Jahre alt. Die fast 10'000 Jahre beziehen sich auf sein Wurzelsystem. Stirbt der Baum an der Oberfläche ab, wächst aus den Wurzeln ein neuer Klon.

Als ältester Einzelbaum gilt eine Grannenkiefer (Pinus longaeva) in den kalifornischen White Mountains, deren Alter auf über 4850 Jahre datiert wird. Getauft wurde die Kiefer auf den Namen «Methuselah». Ausserdem gibt es Berichte eines namenlosen Baums der gleichen Art in der gleichen Region, der über 5000 Jahre alt sein soll. Um den Baum vor Besuchern zu schützen, ist der Standort geheim.

Auch in der Schweiz gibt es Bäume, die schon das Mittelalter erlebt haben: Als ältester Baum der Schweiz gilt eine etwa 1500 Jahre alte Eibe in Crémines (Berner Jura), bekannt als «alte Dame von Crémines», oder eine ebenso alte hohle Lärche in Obergesteln (Wallis).

ES GIBT DEUTLICH MEHR BÄUME ALS MENSCHEN

Gemäss einer «Volkszählung der Bäume» unter der Leitung der Yale University aus dem Jahr 2015 gibt es über drei Billionen Bäume auf der Welt. Das sind rund 400 Bäume pro Mensch. Allerdings hat sich die Zahl der Bäume laut dieser Untersuchung seit Beginn der menschlichen Zivilisation beinahe halbiert. Um die Bäume weltweit zu zählen, haben die Forschenden mit einer Kombination aus Satellitendaten, Waldinventaren und Supercomputern die Baumbestände auf den Quadratkilometer genau kartiert. In die Studie, die im Fachmagazin «Nature» veröffentlicht wurde, flossen auch Daten des Schweizerischen Landesforstinventars (LFI) ein.

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