
Bei einer Überlieferung ab 105 % der monatlichen Vorjahresmilchmenge den Preis für diese Mehrmengen auf deutlich unter den aktuellen ungestützten C-Richtpreis festzulegen
Daniel Salzmann
Seinen richtigen Namen wollte er öffentlich nicht nennen, da er Nachteile für seine Familie befürchtet, dem «Schweizer Bauer» ist er aber bekannt. Er wollte auf das nach wie vor fortschreitende «Bauernsterben», von den Agrarökonomen gerne als «Strukturwandel» bezeichnet, aufmerksam machen.
Unterstützung durch Onlinepetition
«Wilhelm Tell» fand Unterstützer, die eine Onlinepetition mit dem Titel «Jede Bäuerin und jeder Bauer zählt» lancierten. Diese wurde zwischen Sonntag und Donnerstagabend schweizweit über 33’000-mal unterschrieben. «Wilhelm Tell» hat in seinem Camp einigen Besuch von Berufskollegen empfangen.
Offizielle Vertreter der Bauernverbände hingegen seien nicht gekommen, weder vom Berner Bauernverband (BEBV) noch vom Schweizer Bauernverband. Auch von der Schweizerischen Kleinbauern-Vereinigung und vom Schweizerischen Demeter-Verband, die er beide aktiv angeschrieben hat, habe sich niemand für die Beweggründe hinter seiner Protestaktion interessiert, berichtet er.
In der «Berner Zeitung» liess sich BEBV-Präsident Jürg Iseli mit der Aussage zitieren, er sei etwas überrascht von diesen Aktivitäten, denn auf politischer Ebene laufe es für die Landwirtschaft derzeit nicht so schlecht. Die einzige aktive Unterstützungsbekundung, die beim «Schweizer Bauer» einging, war diejenige des Bäuerlichen Zentrums Schweiz (BZS).

Mit diesem Gefährt wurden die gespendeten Lebensmittel auf den Bahnhofplatz gebracht.
Daniel Salzmann
Petition und gemeinsame Interessen
Am Freitag fand die Aktion ihren Abschluss. Zuerst gab es eine Verteilung gespendeter Lebensmittel (Karotten, Kartoffeln, Äpfel) am Bahnhof Bern. Ein gutes Dutzend aktive Bäuerinnen und Bauern, darunter Nils Zuppiger aus Zeglingen BL sowie Thomas Rieder, Sandra Rosset und Philipp Rosset aus Reigoldswil BL, verteilten unter dem Motto «Jede Bäuerin und jeder Bauer zählt» die Produkte an Passanten.

Sie verteilten Lebensmittel: Nils Zuppiger, Zeglingen BL, Philipp Rosset, Sandra Rosset, Thomas Rieder, alle Reigoldswil BL (v.l.)
Daniel Salzmann
Forderungen der Petition
«Wir fordern den Schweizer Bundesrat auf, unverzüglich wirksame Massnahmen zur Stärkung der Schweizer Landwirtschaft zu ergreifen. Eine sichere und eigenständige Lebensmittelversorgung ist eine staatliche Kernaufgabe und darf insbesondere in der aktuellen weltpolitischen Lage nicht weiter geschwächt werden.» sal
- Bessere Produktionsbedingungen für landwirtschaftliche Betriebe
- Konsequenter Grenzschutz für inländische Produkte
- Gerechte Entschädigung für die geleistete Arbeit
- Abbau von Bürokratie und administrativen Belastungen
Danach kam es zu einer Übergabe der Petition an die Bundeskanzlei, und hier kam es zu einer für die Schweizer Landwirtschaft fast einmaligen Aktion. Sehr oft bekämpfen sich die Labelorganisationen und die Verbände der konventionell wirtschaftenden Betriebe, und die verschiedenen Produktionszweige wollen auf Kosten der anderen mehr Bundesgelder für sich gewinnen.
Mit «Wilhelm Tell», Ostschweiz, Sandra Bürki-Schlegel, Richigen BE, Jürg Haas, Messen SO, Roger Etter, Ried bei Kerzers FR, und Roman Hodel, Dagmersellen LU, waren Demeter-Bio, konventionelle Landwirtschaft, Gemüsebau, Milchwirtschaft, Ackerbau und Mutterkuhhaltung vertreten.

Auf den Kartoffeln: «Jede Bäuerin und jeder Bauer zählt. Bäuerliche Basisbewegung.»
Daniel Salzmann
Ich selbst habe die Petion in Familien kreisen und auch in Firmen wo ich Menschen kenne kreisen Lassen und sehr viele haben mit unterzeichnet denn die selbst wissen wie es um uns Heimische Bauern steht.