Digiflux sorgt weiter für Ärger – Bundesrat sieht Fortschritte

Beim Wechsel von Hoduflu zu Digiflux gab es Probleme. Nationalrat Nicolas Kolly (SVP/FR) wollte vom Bundesrat in der Fragestunde wissen, wie gravierend diese sind.

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Die Plattform Hoduflu wurde Anfang September 2026 durch Digiflux abgelöst. «Das hat den Vorteil, dass neu alle Stoffverschiebungen in der Landwirtschaft – Pflanzenschutzmittel, Futtermittel, stickstoff- und phosphorhaltige Dünger sowie Hof- und Recyclingdünger – am selben Ort erfasst werden können», schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft auf der Website von Digiflux.  Hoduflu war ein Programm zur einheitlichen Verwaltung von Hof- und Recyclingdüngerverschiebungen in der Landwirtschaft.

«Digiflux ist ein Fehlschlag»

Bei der Migration der Daten gab es aber Probleme. Mitte September warnte der Ostschweizer Haffa Maschinenbetrieb seine Kunden in einem Schreiben davor, sich bei Digiflux zu registrieren. Teilweise seien Daten verschwunden. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gab Entwarnung: «Die Aussage trifft in dieser Form nicht zu. In Digiflux sind keine Daten verloren gegangen», sagte BLW-Mediensprecherin Sarah Kehrli zu «Schweizer Bauer». Die Daten aus Hoduflu würden gestaffelt übernommen.

->  Digitaler Frust auf dem Hof

Nun haben die Probleme bei Digiflux auch Bundesbern erreicht. Nationalrat Nicolas Kolly (SVP/FR) wollte von der Landesregierung wissen, ob ihr die Störungen bewusst seien. Digiflux sei ein Fehlschlag. «Nutzerinnen und Nutzer melden nicht weniger als 30 Störungen, von denen einige die Übermittlung von Informationen vollständig blockieren», so Kolly. Er wollte vom Bundesrat wissen, welche Massnahmen das Bundesamt für Landwirtschaft ergriffen hat, um die Störungen zu beseitigen.

Support-Anfragen rückläufig

Genaue Zahlen vermochte der Bundesrat nicht zu nennen. «Aus den Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer wurden bereits erste technische Anpassungen vorgenommen. Die Zahl der Anfragen an den Supportdienst ist rückläufig», heisst es in seiner Antwort.

Das BLW sei sich dieser Schwierigkeiten bewusst. «Es prüft jeden einzelnen Fall, um zu entscheiden, ob technische Verbesserungen erforderlich sind», versichert die Landesregierung. Eine Rückkehr zu Hoduflu sei aber keine Option. Die Applikation habe das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Eine Rückkehr würde einen erheblichen finanziellen Aufwand verursachen, zahlreiche personelle Ressourcen binden und sei mit hohen Risiken verbunden.

Digiflux geht einen indirekten Gegenvorschlag zur Trinkwasserinitiative und Pestizid-Initiative zurück. Das Parlament beschloss 2021 eine Mitteilungspflicht für den Verbrauch und Handel von Pflanzenschutzmitteln (PSM) sowie den Handel von Nährstoffen. Zudem sieht die parlamentarische Initiative 19.475 vor , die Risiken von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 zu halbieren.

Wie sieht es bei euch aus? Habt Ihr Probleme mit Digiflux? Habt Ihr euch bereits registriert oder wartet Ihr noch zu? Schreibt es in die Kommentare.

Kolly wollte Digiflux stoppen

Nicolas Kolly wollte mit seiner Motion «Aufhebung der Pflicht zur Verwendung von Digiflux für Landwirtschaftsbetriebe» die Pflicht für Landwirtschaftsbetriebe, die digitale Plattform Digiflux zu verwenden, aufheben. «In ganz Europa, auch in der Schweiz, protestieren die Landwirtinnen und Landwirte gegen die administrative Belastung, die Bürokratie und die Kontrollen, denen sie ausgesetzt sind. Die Belastung nimmt exponentiell zu. Sie können nicht mehr», schrieb Kolly in seinem Vorstoss von März 2024.

Der Nationalrat nahm den Vorstoss an. Der Ständerat lehnte die Motion ab und stimmte oppositionslos dem Kompromissvorschlag seiner zuständigen Kommission zu. Der Text wurde wie folgt abgeändert: «Mit dieser Motion verlange ich, dass die Pflicht für Landwirtschaftsbetriebe, die digitale Plattform Digiflux zu verwenden, unter strikter Einhaltung des Datenschutzes und vereinfacht auf Betriebsebene erfüllt werden kann. Weiter ist die Mitteilungspflicht für Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung, die als Futtermittel eingesetzt werden, praxistauglich umzusetzen.» Beide Kammern stimmten der abgeänderten Motion zu. Diese Änderung war aber sicher nicht im Sinne von Nationalrat Kolly.

->  Ständerat will Bauern nicht vor Digiflux bewahren

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