Weniger Planungssicherheit – mehr Risiken

An der Delegiertenversammlung des Verbands Landtechnik Schweiz sprach Präsident Werner Salzmann deutliche Worte. Er forderte den Bundesrat auf, die Bürokratie in der künftigen Agrarpolitik deutlich zu reduzieren.

pd/blu |

60 Delegierte der 23 Sektionen und rund zwei Dutzend Gäste hörten die Eröffnungsrede von Salzmann in Zug. Er ging auf die aktuelle sicherheits- und wirtschaftspolitische Lage ein. Diese habe auch einen Einfluss auf die heimische Landwirtschaft.

«Betriebe erleben das Gegenteil»

«Steigende Kosten, volatile Märkte, unterbrochene Lieferketten bei Energie und Betriebsmitteln bedeuten für die Landwirtschaft, dass die Planungssicherheit knapper wird und die Risiken zunehmen», sagte der Berner SVP-Ständerat. Die Erwartungen der Öffentlichkeit hinsichtlich Effizienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit würden aber weiter steigen.

Für Salzmann hat die Agrarpolitik 30+ einen zentralen Stellenwert – für die Landwirtschaft wie auch für Landtechnik Schweiz. Zwar verspreche der Bund einen spürbaren Bürokratieabbau und mehr unternehmerische Freiheit. «In der Praxis erleben viele Betriebe jedoch das Gegenteil. Neue Programme, zusätzliche Nachweispflichten und immer differenziertere Direktzahlungsinstrumente erhöhen den administrativen Aufwand – statt ihn zu reduzieren», kritisierte der Verbandspräsident.

Bürokratieabbau messbar machen

Der Widerspruch zwischen politischer Kommunikation und der Realität auf dem Betrieb untergrabe das Vertrauen in Reformen, warnte er. «Wenn die künftige Agrarpolitik glaubwürdig sein will, muss der Bürokratieabbau messbar werden», stellte Salzmann klar.

->  Agrarpolitik 2030: Das will der Bundesrat

Zu den Geschäften im Verband informierte Direktor Roman Engeler. Neben den bereits vor mehr als 25 Jahren eingeführten «G40»-Kursen hat Landtechnik Schweiz in den letzten Jahren ein Kursprogramm im Bereich der Digitalisierung aufgebaut. Weiter wurde die Ausbildung für die Spritzentester neu konzipiert und den sich verändernden technischen Möglichkeiten angepasst.

Bei Bauprojekten Landmaschinen aussen vor

Ein wichtiges Thema aus der Sicht des Verbandes sind für Landmaschinen oft ungenügende Strassenbreiten. Bei Bauprojekten werde oft zu wenig auf die gesetzlich zulässigen Dimensionen von Sondermaschinen Rücksicht genommen, kritisiert der Verband.

Er hat deshalb im vergangenen Jahr ein Merkblatt mit sogenannten Schleppkurven erstellt und dieses allen kantonalen Tiefbauämtern zugestellt. «Ein Softwareunternehmen hat darauf basierend eine interaktive Anwendung programmiert, mit der Planungsbüros Kurvenradien für verschiedene Fahrzeugtypen simulieren können», so Landtechnik Schweiz weiter.

Neue Ehrenmitglieder

Eliane Müller, ehemalige Geschäftsführerin der Sektion St. Gallen, Appenzell und Glarus, sowie die ehemaligen Präsidenten der Sektionen Waadt und Neuenburg, Jean-Luc Mayor und Werner Seiler, wurden für ihre Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt.

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