«Wilhelm Tell» auf dem Bundesplatz

Obwohl eine Demonstration in Bern nicht bewilligt wurde, ist «Wilhelm Tell» auf den Bundesplatz gekommen. Das Treffen blieb klein und friedlich. 

Am Samstag stand Reto Meier, bekannt als «Wilhelm Tell», wie angekündigt auf dem Bundesplatz in Bern. Eine Demonstration wurde aufgrund der laufenden Session und dem Wochenmarkt nicht bewilligt. Zudem riet der Schweizer Bauernverband von einer Teilnahme ab. 

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Aus Angst auf den Bundesplatz

Reto Meier entschied sich trotzdem hinzugehen und friedlich zusammenzustehen für die Schweizer Landwirtschaft. Er erlebe auf seinem Hof und beim Marktverkauf viele schöne Momente und schätze besonders die Vielfalt der Tiere und Pflanzen. Viele Schulklassen und Vereine besuchen seinen Hof und erleben die Arbeit auf dem Betrieb, was ihm grosse Freude bereite. Aus Angst, diese wertvollen Erfahrungen zu verlieren, sei er nach Bern auf den Bundesplatz gekommen.

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Nicht enttäuscht aber entsetzt

Die Polizei war präsent und für einen Grosseinsatz vorbereitet. Das Treffen zog jedoch nur wenige Landwirte an, auch aus der Westschweiz. Es waren ebenfalls keine Traktoren in der Stadt zu sehen. 

«Ich bin aber entsetzt, so vielen Bauern geht es schlecht und niemand wehrt sich oder sie haben keine Kraft sich zu wehren»

Reto Meier, Landwirt

Reto Meier erklärte, dass er nicht enttäuscht sei, dass nicht viele gekommen seien, dies sei zu erwarten gewesen. «Ich bin aber entsetzt, so vielen Bauern geht es schlecht und niemand wehrt sich oder sie haben keine Kraft sich zu wehren», sagte er. 

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Nicht mehr lange tragbar

Der Strukturwandel in der Schweizer Landwirtschaft führte gemäss «Wilhelm Tell» dazu, dass 47 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe seit 1996 verloren gingen. Die Höfe, die bleiben, seien um fast das doppelte gewachsen und die Last bleibe bei den übriggebliebenen Landwirten. Es seien zudem viele Kleinstrukturen sowie Biodiversität verloren gegangen und so werde die Grundversorgung an die Wand gefahren. Er mache die Arbeit auf seinem Hof sehr gerne, aber es sei mit der Last und finanziell nicht mehr lange tragbar. «Ich mache es zu gerne, um aufhören zu wollen und darum stehe ich auf dem Bundesplatz», sagte er. 

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Es geht weiter

Obwohl der Anlass nur klein war, wird «Wilhelm Tell» weiter machen. Weitere Aktionen seien geplant. Ziel sei es mehr Landwirte zu mobilisieren und für den Beruf einzustehen, denn jeder Bauer sei stolz auf seine Arbeit. Wie er das erreichen will, wisse er noch nicht, denn viele Landwirte hätten Angst sich zu blamieren und für die eigene Sache einzustehen. 

Kommentare (6)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Hagelau | 15.03.2026

    Hagelschäden sind nicht Hagelschäden. Ich habe die Gegend in der Reto Meier wohnt gesehen, nach dem Hagelsturm.


    Wir hatte auch mal einen solchen Downburst. 100 Prozent Schäden an den Kulturen und plattgewalzte Gebäude.


    Es dauerte Jahe bis alle Schäden behoben waren.


    Da kann ich nicht verstehen, wenn sich Berufskollegen hier noch lustig machen!

  • Jakob | 09.03.2026
    An Reto Meier: Was würde deiner Meinung nach eine Globalversicherung ändern? Global bedeutet nach meiner Meinung weltweit. Also möchtest du mit deiner Versicherung die weltweiten Naturkatastrophen mitfinanzieren? Wie gross ist den dein Betrieb, dass die Schweizer Hagel dich tausche von Franken kosten soll?
    Ironie offen: Wenn dein Betrieb dermassen auf den Stockzähnen läuft, geh einem Nebenerwerb nach anstatt auf dem Bundesplatz herum zu stehen.
  • Markus Mülller | 08.03.2026
    Salut Reto. Genau so wie du es sagst ist es. Die Politik, der Bauernverband und auch die Kontrolleure wissen, wie man Landwirtschaft betreibt. Der eigene Wille des Bauern gilt nichts. Wir betreiben seit über 30 Jahren Landwirtschaft und solche Demütigungen wie heute gab es noch nie. Das Geld und somit auch die Macht ist bei den Grossbauern und die haben kein Interesse an einer vielfältigen Landwirtschaft. Das ganze Kontrollwesen ist eine eigene Industrie die Millionen verdient uns Bauern zu überwachen. Wir haben Zeiten wie sie im Film Der schwarze Tanner erzählt wird.
  • Holsteinkuh | 08.03.2026
    vielleicht sollte an der Stelle auch mal gesagt werden dass die letzten drei Jahre gut waren und insbesondere der Milchpreis sehr erfreulich war und jeder der ein bisschen unternehmerich denkt weiss dass es ständig auf und ab geht , die Alten sagten immer spare in der Zeit so hast du in der Not ( gilt auch noch heute ) darum das gejammer momentan in den Medien ist auf sehr hohen Niveau! und wer die letzten Jahre nur auf DZ-Optimierung gesetzt hat und den Betrieb vernachlässigt hat muss halt nehmen was übrig bleibt.
    • Reto Meier | 09.03.2026
      Glück gehabt sag ich nur.

      Ich habe leider keine Milch, daher auch seit 30 Jahren keine guten Preise. Leider hatte ich in den letzten 30 Jahren auf dem Hof 2 mal einen Hagelschlag mit Totalschaden , dies in den letzten vier Jahren, ich bezihe also seit vier Jahren keinen Lohn und habe den Hof in dieser Zeit mit Darlehen belastet.
      Tja ich weiß es gäbe da die Hagelversicherung, aber wen du finanziell schon mehr als am Limit bist kanst du nicht jährlich noch tausende Franken für daß aufbringen. Es braucht eine Anpassung der Direktzahlungsverordnung. Es braucht eine Globale Versicherung, die Bauern weltweit vor Extremwetterereignissen schützen und von der Gesellschaft getragen wird. Es kann nicht sein das Landwirtschaftsbetriebe schließen müssen wen sie von Starkwetterereignisen betroffen worden sind. Wo bleibt hier die Solidarität der Gesellschaft.
    • Schwiizerbuur | 09.03.2026
      an Reto Meier.
      Also wenn dich zwei schlechte Jahre rauswerfen, würde ich mir einen anderen Beruf suchen. Wie die meisten und den Betrieb im Nebenerwerb bewirtschaften.
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