
In der Region Bern wächst ohne Bewässerung nichts mehr.
Tobias Strahm
Die Lage sei ernst, warnte der Zürcher Bauernverband (ZBV) vergangene Woche. «Die Bauernfamilien brauchen jetzt Signale – nicht erst nach der Ernte», machte er deutlich.
-> Dürre: ZBV fordert höhere Produzentenpreise
Preise erhöhen
Sonst seien die Landwirtschaftsbetriebe gezwungen, den Einsatz zurückzufahren und Kulturen wie Kartoffeln oder Karotten nicht mehr bis zur Ernte zu pflegen, sondern vorzeitig als Biogassubstrat zu verwerten. «Die Versorgungssicherheit beginnt auf den Feldern», hiess es in der Mitteilung.
Der ZBV appelliert an Handel, Verarbeiter und Detailhandel, in den Branchenorganisationen klare Entscheide zu treffen. Unter anderem sollen sie kurzfristig die Produzentenpreise erhöhen. Zudem sollen sie auch Produkte abnehmen, wenn Grösse, Form oder andere Qualitätsmerkmale von den üblichen Normen abweichen.
Offene Türen nutzen
Die Gespräche, die der ZBV mit Migros, Coop, Lidl Schweiz und Aldi Schweiz geführt hat, waren offenbar ermutigend. So schreibt der Zürcher Bauernverband am Dienstag in einem Communiqué: «Sie zeigen sich gesprächsbereit und wollen faire Lösungen finden. Diese positive Reaktion nehmen wir gerne so entgegen.»
Der Ball liege nun bei den nationalen Verbänden, hält der ZBV fest. «Es liegt nun an ihnen, diese offenen Türen zu nutzen», stellt er klar. Gefordert sind damit unter anderem die Schweizer Milchproduzenten, die Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten, der Verband Schweizer Gemüseproduzenten und auch der Schweizer Bauernverband.
Kulturen wachsen nicht mehr
In vielen Regionen der Schweiz hat es seit Monaten viel zu wenig geregnet. Im Juli hat sich die Situation weiter verschärft. Über die ganze Schweiz gesehen fehlt gemäss Meteonews rund die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags. Die geringsten Niederschlagsmengen wurden in den Regionen Mittelland, Jura, Alpennordhang und Alpensüdseite gemessen. Dort fielen teils weniger als 20 Prozent des üblichen Regens.
Das Gras auf den Wiesen und Weiden wächst nicht mehr. Um ihre Tiere zu versorgen, geben Viehhalterinnen und Viehhalter ihren Tieren das Winterfutter oder bringen die Kühe vorzeitig in den Schlachthof. Zuckerrüben, Kartoffeln, Obst und Gemüse leiden ebenfalls unter der grossen Hitze und Trockenheit. In den nächsten Wochen ist mit keiner Linderung der Trockenheit zu rechnen. Die Dürre dürfte sich weiter verschärfen.
Dann regnet es bestimmt mehr!