
Res Stalder ist seit November 2005 Präsident von IP-Suisse.
Jorma Mueller Photography
Andreas Stalder hat die IP-Suisse massgebend geprägt. Denn er war bereits im Initiativkomitee zur Gründung der IP-Suisse im Jahr 1989. «Am Anfang war nichts, kein Auftritt, kein Käferlogo, keine Statuten. Es gab viele Diskussionen, wir sind unterschiedliche Leute. Aber wir blieben Freunde. Das ist ungewöhnlich», sagte Stalder in einem Dokumentarfilm von 2023.
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2005 folgte die einstimmige Wahl zum Präsidenten. Der Berner wurde Nachfolger von Hans Luder, dem ersten Präsidenten der Produzentenorganisation.
Neue Produkte
In seiner Zeit als IP-Suisse-Präsident hat Res Stalder an der Produktefront viel erreicht. So wurden unter anderem die Wiesenmilch, der Weizenanbau ohne Pflanzenschutzmittel und die Fleisch-Marke Swiss-Black-Angus lanciert.

Der ehemalige Geschäftsführer Fritz Rothen (l.) und Andreas Stalder haben die IP Suisse seit deren Gründung im Jahr 1989 massgeblich mitgeprägt.
Daniel Salzmann
«Wir wollen den Mehrwert vom Acker über die ganze Wertschöpfungskette auf den Teller der Schweizer Konsumenten bringen. Deshalb sind für uns die Verarbeiter und die Konsumenten Partner, mit denen wir das Gespräch suchen», sagte der Berner bei seinem Amtsantritt im November 2005.
Käfer setzte sich durch
Für Stalder war die gute Sichtbarkeit des Marienkäfers, des Logos von IP-Suisse, wichtig. In einem Interview mit dem «Schweizer Bauer» von November 2005 sagte er: «Unser Marienkäfer verkörpert unser Bekenntnis zu einer ökologischen und sozialverträglichen Landwirtschaft. Der Käfer bietet die ideale Plattform für noch viele weitere Aktivitäten von der Produktion über die Veredlung bis auf den Tisch.»
Und das hat die Organisation erreicht. 2016 war der Käfer auf den Produkten von Denner zu sehen. Mit dem Discounter ging die Organisation eine Partnerschaft ein. Heute sind über 270 Käfer-Produkte zu sehen. Mittlerweile ist der Käfer auch auf den Artikeln bei Coop, Volg und der Migros, dem wichtigsten Abnehmer, zu sehen. Letztere ersetzte ihr Label «Terra Suisse» durch den Käfer. Auch grosse Akteure wie Nestlé setzen auf IP-Suisse-Rohstoffe.
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Gut vernetzt
Dass die Vermarktung von nachhaltigen Produkten keine einfache Sache ist, räumte Stalder mehrmals ein. «Ich bin überzeugt, IP-Suisse wird in zehn Jahren das vorherrschende Produktionssystem sein. Daran führt kein Weg vorbei», sagte er vor drei Jahren.
Der Vorstand würdigt insbesondere auch Stalders Vernetzung sowie seinen Einfluss auf Handel und Politik. «Beides sind Faktoren, die der Organisation ihre heutige Marktposition ermöglicht haben», schreibt IP-Suisse. Seit rund einem Jahr wird die Nachfolge des 69-Jährigen vorbereitet. Am 19. November 2026 wird Stalder zurücktreten. Sein Nachfolger soll Hanspeter Brunner werden. Der Bündner ist bereits seit 20 Jahren im Vorstand der IP-Suisse tätig. Seit drei Jahren ist er Vizepräsident.
IP-Suisse setzt auf Kontinuität
Die Wahl sei bewusst auf das langjährige Vorstandsmitglied gefallen, heisst es vonseiten der Produzentenorganisation: «Es ist eine Entscheidung für Kontinuität.» Brunner habe Stalder in den vergangenen drei Jahren in zahlreichen Präsidiumsaufgaben unterstützt. Das sei die Idee der Nomination: «Brunner kennt die Organisation, ihre Dossiers und ihre Vernetzung aus erster Hand und hat die Geschäfte des Präsidiums über Jahre aktiv mitgetragen.»

Hanspeter Brunner dürfte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der dritte Präsident von IP Suisse werden.
IP-Suisse
Der Bündner bewirtschaftet einen 38 Hektaren grossen Betrieb mit 40 Milchkühen, Alpung und Ackerbau in Valendas. «Er ist mit Daniela Brunner verheiratet, die als Schulleiterin im Safiental tätig ist», schreibt IP-Suisse. Das Paar hat drei erwachsene Kinder. Der jüngere Sohn Curdin schloss diesen Sommer die Agrotechnikerschule ab und ist seither auf dem elterlichen Betrieb angestellt.
Wenn der 54-Jährige im November gewählt wird, wird er erst der dritte Präsident der Organisation sein. Für Brunner sei die Anerkennung einer nachhaltig wirtschaftenden Landwirtschaft weiterhin die zentrale Aufgabe der IP-Suisse, heisst es weiter.