
Der Mais leidet unter Hitze und Trockenheit.
Monika Gerlach
Die Trockenheit hält in der ganzen Schweiz an. Laut dem aktuellen Trockenheitsbulletin des Bundes vom 16. Juli gibt es trotz angekündigter Gewitter weiterhin keine Anzeichen für länger anhaltende und flächige Niederschläge.
Besonders betroffen sind Regionen mit einem grossen Niederschlagsdefizit. Im Westen des Mittellands, im Jura sowie am östlichen Alpennordhang fehlen über die vergangenen 30 Tage teilweise 60 bis knapp 90 Prozent der üblichen Niederschlagsmengen.
Auch über einen längeren Zeitraum zeigt sich die angespannte Lage: In vielen Regionen fielen über 90 Tage nur rund 40 bis 60 Prozent der normalen Niederschlagsmenge.
Wasser wird auf Alpen knapp
Für die Landwirtschaft bedeutet die Trockenheit vor allem eines: weniger verfügbare Wasserreserven. Die Bodenfeuchte ist verbreitet stark reduziert, gleichzeitig sinken Grundwasserstände und Quellschüttungen weiter.
Besonders gefordert sind Alpen ohne ausreichende Wasserversorgung. Dort müssen einzelne Betriebe zusätzliche Lösungen organisieren, um die Versorgung von Mensch und Tier sicherzustellen.
Futter wächst langsamer
Die trockenen Böden wirken sich auch auf das Pflanzenwachstum aus. Weniger Niederschlag bedeutet vielerorts weniger Graswachstum – mit Folgen für die Futterversorgung der Nutztiere. Besonders bei Weiden und im Berggebiet kann die Situation angespannt bleiben, falls weitere Niederschläge ausbleiben. Wie sieht es mit Euren Futterreserven aus? Macht mit bei der aktuellen Umfrage.
Kurzfristige Gewitter können die Lage zwar regional verbessern, reichen laut Bund jedoch nicht aus, um die Trockenheit nachhaltig zu beenden. Für eine deutliche Entspannung wären länger anhaltende und grossflächige Niederschläge notwendig.
Betriebe müssen flexibel reagieren
Wie stark einzelne Landwirtschaftsbetriebe betroffen sind, hängt von Region, Höhenlage und vorhandener Infrastruktur ab. Während einige Betriebe auf eigene Wasserreserven zurückgreifen können, müssen andere zusätzliche Transporte oder alternative Lösungen prüfen.
Die weitere Entwicklung bleibt vom Wetter abhängig. Das nächste Trockenheitsbulletin des Bundes wird am 23. Juli veröffentlicht.
Kommentare (1)