
Agrarministerinnen und Agrarminister aus aller Welt haben eine gemeinsame Erklärung zur nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen verabschiedet.
zvg
Noch bis zum 25. Januar findet in Berlin die Internationale Grüne Woche statt (-> Der «Schweizer Bauer» berichtet vor Ort). Zum Auftakt fand am Samstag die «weltweit grösste informelle Agrarministerkonferenz» statt, wie das deutsche Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung mitteilt. Die Inhalte der gemeinsamen Erklärung werden unten skizziert.
An der Konferenz nahmen nicht nur Agrarministerinnen und Agrarminister zahlreicher Länder teil, sondern auch hochrangige Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen. Auch die Schweiz war an der Konferenz beteiligt, vertreten durch den Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), Christian Hofer, dem laut einer Mitteilung des Bundesrates für die Dauer des Plenums der Titel Staatssekretär verliehen wurde.
Globales Forum für Ernährung und Landwirtschaft
Während des Global Forums for Food and Agriculture (GFFA) werden zentrale Fragen der globalen Landwirtschaft, der Ernährungssicherheit und der nachhaltigen Entwicklung diskutiert. Ziel ist der Austausch von Strategien und Lösungen für Herausforderungen wie die Welternährung, den Klimawandel und den Ressourcenschutz.
Das GFFA gilt als wichtiges Forum für die weltweite Agrar- und Ernährungspolitik. An der abschliessenden Agrarministerkonferenz wurde ein gemeinsames politisches Kommuniqué mit dem Titel «Wasser. Ernten. Unsere Zukunft» verabschiedet. Im Folgenden werden die Hauptpunkte des Kommuniqués aufgeführt.
Landwirtschaft konsequent ins Zentrum stellen
In ihrem Abschlusskommuniqué stellen die Landwirtschaftsminister:innen aus 59 Staaten anlässlich der 18. Berliner Agrarministerkonferenz Wasser als Schlüsselfaktor für Ernährungssicherheit und stabile ländliche Räume heraus.
Angesichts von Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Verschmutzung und der wachsenden Konkurrenz um knapper werdende Wasserressourcen fordern sie, die Landwirtschaft als grössten Wassernutzer und zugleich Träger wichtiger Ökosystemleistungen konsequent ins Zentrum der internationalen Wasserpolitik zu rücken.
Nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen
Die Konferenzteilnehmenden bekräftigen ihre Zusagen im Rahmen der Agenda 2030 und internationaler Umweltabkommen. Sie verpflichten sich, die Wasserresilienz durch eine effizientere Wassernutzung, naturbasierte Lösungen, verbesserte Bewässerungssysteme und eine Verringerung von Lebensmittelverlusten zu stärken.

Die Landwirtschaft ist ein grosser Wassernutzer.
Jonas Ingold
Sie betonen die Bedeutung einer integrierten Wasserressourcenbewirtschaftung, klarer Zuteilungsregeln und einer sektorübergreifenden Kooperation im Wasser-Energie-Ernährungs-Ökosysteme-Nexus, um Nutzungskonflikte zu entschärfen und besonders schutzbedürftige Gruppen besser zu berücksichtigen.
Blaue Bioökonomie für die Ernährungssicherheit
Als Ergänzung zur Landbewirtschaftung heben die Ministerinnen und Minister das Potenzial einer nachhaltigen blauen Bioökonomie hervor. Diese soll Fischerei, Aquakultur und Algenproduktion für Ernährungssicherheit, Einkommensdiversifizierung und Ökosystemschutz nutzbar machen.
Zugleich fordern sie, die internationale Zusammenarbeit rund um Wasser zu stärken, den UN-Sondergesandten für Wasser den Rücken zu stärken und internationale Organisationen (FAO, IFAD, UN Water) stärker in die Umsetzung einer gemeinsamen, krisenfesten Wasser- und Sanitärpolitik einzubeziehen.
-> Hier können Sie das Abschlusskomuniqué der 18. Berliner Agrarministerkonferenz nachlesen