Coop gibt Rabatt für Import-Kefir

Seit kurzem führt Coop einen Kefir aus Kroatien im Sortiment. Er ist teurer als das Schweizer Bioprodukt.

Daniel Salzmann |

Am 13. Januar 2026 rief die Branchenorganisation Milch (BOM) angesichts hoher Milchmengen bei rückläufigem Absatz den Detail- und den Grosshandel dazu auf, «die Branche zu unterstützen, indem der Anteil der Schweizer Milchprodukte beim Verkauf erhöht wird. Ein entsprechendes Schreiben wird den Händlern zugestellt.»

->  BOM warnt vor noch tieferen Milchpreisen

Prominent beworben

Coop, die bald grösste Detailhändlerin der Schweiz und Gründungsmitglied der BOM, folgt beim Boomprodukt Kefir nicht dem BOM-Aufruf. Sie bewirbt aktuell einen Kefir aus Kroatien, der vom internationalen Konzern Nestlé hergestellt wird. Die Marke lautet: «I love Kefir». Er kostet 87 Rappen pro 100 Gramm. Im Regal des Coop-Supermarktes Bern-Wankdorf ist er auf idealer Höhe platziert, und ein Flyer für einen 50%-Probier-Rabatt liegt bei.

Die zwei Schweizer Produkte, ein konventionelles der Marke Emmi und ein «biologisches» der Marke Coop-Naturaplan, beide von Emmi hergestellt, sind bereits höher und damit weniger ideal platziert. Erstens fällt auf, dass die zwei Schweizer Produkte beide 73 Rappen pro 100 Gramm kosten, Bio macht also nichts aus. Und zweitens ist sehr speziell, dass das Importprodukt, das in Kroatien mit viel günstigerer Milch und viel günstigerer Verarbeitung hergestellt wird, pro 100 Gramm teurer ist.

«Geht auf 2025 zurück»

Es ist wohl ein Beispiel dafür, wie im Lebensmittelmarkt Geld verdient werden kann: billig produzieren, teuer verkaufen. Nestlé kann den Aktionären eine hübsche Dividende ausbezahlen, die Genossenschaft Coop hat wohl eine schöne Marge (wahrscheinlich die höhere Marge als bei einem Schweizer Produkt), die sie für ihre perfekt eingerichteten Läden braucht.

Coop sagt auf Anfrage, sie sei eine verlässliche Partnerin der Schweizer Milchwirtschaft und helfe mit zusätzlichen Preisaktionen. Der Listungsentscheid von «I love Kefir» sei bereits im vergangenen Jahr erfolgt, man passe getroffene Sortimentsentscheide nicht kurzfristig an. Man strebe ein breites Sortiment an, das den Kundinnen und Kunden die Wahl lasse. Zur Preisgestaltung sagt Coop, die Preise im Laden seien grundsätzlich abhängig von den Beschaffungspreisen.

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