Milch: Bauern erwarten sofort höhere Preise

Viele Bauern melden deutlich tiefere Milchleistungen. Der Unmut wächst, solange die Milchpreise nicht steigen.

hal |

Milchbauern berichten dem «Schweizer Bauer» derzeit von deutlich gesunkenen Milchleistungen auf ihren Betrieben.

Ärger über BOM

Die anhaltende Hitze setzt den Kühen zu, gleichzeitig verschärft die Trockenheit die Situation. Zahlreiche Betriebe rechnen damit, bereits in den nächsten ein bis zwei Wochen auf Winterfutter umstellen zu müssen. Hinzu kommen massiv gestiegene Raufutterpreise. Entsprechend gross ist bei vielen Produzenten die Erwartung, dass nun in kürzester Zeit auch die Milchpreise steigen.

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Besonders für Unverständnis sorgt, dass bei der Branchenorganisation Milch (BOM) nach wie vor von einer guten Milchversorgung und von Überschüssen gesprochen wird. Viele Produzenten bezweifeln, dass diese Einschätzung noch Bestand hat. Was sagen die Schweizer Milchproduzenten (SMP) zu diesen Bedenken ihrer Mitglieder?

«Aktueller Milchpreis ist nicht tragbar»

Aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen sei davon auszugehen, dass sich die Milchproduktion derzeit abschwäche, sagt SMP-Mediensprecherin Anja Scherz. Nach Einschätzung der SMP sind die hohen Milcheinlieferungen der vergangenen Monate und die daraus entstandenen Überschüsse allerdings noch nicht vollständig abgebaut. Deshalb sei die Einschätzung der BOM nachvollziehbar, wonach sich die Produktion zuletzt zwar abgeschwächt habe, die Versorgung aktuell aber weiterhin gut sei. «Wie sich die Milchproduktion bis in den Herbst entwickelt, ist mit erheblichen Unsicherheiten verbunden», so Scherz weiter.

Sie betont, dass nicht darauf gehofft werden dürfe, die Trockenheit werde das Mengenproblem von selbst lösen. Stattdessen brauche es verbindlichere Instrumente, um Marktungleichgewichte rascher auszugleichen. Klare Worte finden die SMP beim Milchpreis. «Tausende Milchproduzentinnen und Milchproduzenten erhalten weiterhin einen gravierend tiefen NettoAuszahlungspreis. Dieser ist angesichts der heutigen Produktionskosten und der steigenden Futterpreise nicht tragbar.» Damit gerate die flächendeckende Milchproduktion zunehmend in Gefahr, so Scherz.

Wie sieht es auf euren Betrieben aus? Geben die Kühe weniger Milch? Schreibt es in die Kommentare.

Kommentare (8)

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  • Conni | 21.07.2026
    Musst grade laut lachen, was denken sich die Landwirte denn wie das gehen soll? Sorry wir haben auch einen Milchwirtschaftsbetrieb Zuhause. Aber das war vorherzusehen... natürlich geht der Milchpreis nicht hoch. Wie soll er auch? Im Frühjahr gab es so eine milchschwemme und keiner wollte weniger füttern(lockfutter usw.) man sah nur bei den Importen das problem und die verarbeiter waren so nett und haben alles genommen obwohl sie teils kaum mehr wussten wohin damit. Aber sind wir mal ehrlich: seit jahren heisst es das zuviel da ist, man baut trotzdem noch grössere ställe kauft lockfutter usw. Was denken die Landwirte denn? Das sendet nur ein signal an die verarbeiter -> egal wie tief der milchpreis ist wir produzieren weiter. Also bitte nehmt euch an der eigenen Nase. Zuerst müssen sich jetzt die Lager leeren bis da wieder was am milchpreis gemacht wir.
  • Peter Gredig | 21.07.2026
    Was die Bauern wollen ist Denen gelinde gesagt Scheiss egal!!!! Hauptsache die Taschen aller Anderen werden gut gefüllt. Man wird von Morgens bis Abends nur noch angelogen!
  • ueli | 21.07.2026

    Herr Hegglin,


    Präsident BOM


    arbeitet er in erster Linie für die Milchkäufer?

  • Böcku | 21.07.2026

    Milchmenge seit ca. 6 Wochen Schweizweit auf unter 80% des Vorjahres gesunken,Tendenz sehr stark fallend.CH-Getreidepreise trotz weltweiter Missernten runtergedrückt.Rauhfutterpreise skandalös hoch.Schlachtviehpreise fallen ins Bodenlose.Preise für Dünger und Kraftstoff steigen nur noch.Leute wir sind am Ausbluten! Bettel hinschmeissen,so verleidet es mir tödlich

  • Talbauer | 21.07.2026
    In einer Trockenregion Zuhause, haben wir schon länger auf eine Ganzjahresfütterung umgestellt und richten uns jedes Jahr einen Plan B zurecht. So beunruhigt uns das Ganze noch nicht wirklich.
    Was weitaus mehr beunruhigt, sind die Berichte von Berufskollegen, in deren Ställen wie angeworfen die Tiere an Fieber und Durchfall erkranken und so rapide mit der Milchleistung abfallen, dass von einem auf den anderen Tag mehrere Hundert Liter Milch im Tank fehlen. Das in Kombination mit dem fehlenden Futter könnte manch einen zum Zusperren der Stalltüre zwingen.
    Keine schönen Aussichten.
  • Bauer mit Familie | 21.07.2026
    Können wir so nicht bestätigen.
    Da sie ausser der melkzeit immer auf die Weide können und drinnen aber seit 3 Wochen ziemlich zugefüttert wird ist die Milch Menge konstant geblieben.
    Da es letztes Jahr aber sehr viel Futter gegeben hat, sehen wir die Sache noch nicht so problematisch.
  • Marc | 21.07.2026
    Auch die Milchgehalte sind stark gesunken...
  • Daniela Nef | 21.07.2026
    Ja sie geben weniger Milch. Hat auch nicht so viel Gras zum Fressen. Darum fühlen wir uns ausgenützt von der Milchindustrie. Und jetzt muss man schauen,wieviwl Futter es noch gibt. Haben gerade 1 Kuh angemeldet für die Metztg,damit es sicher reicht. Das Futter wird teuer,da es Europaweit Dürre gibt. Jetzt dürfte aich der Milcjpreis mehrere Rappen steigen,nicht nur 2 ider 3. Hinab geht der Milcjpreis nämlich zünftig,aber hinauf nur in ganz kleinen Scheitten. Jedes Jahr wirds noch extremer. Immer heisdt es,es hat zuviel Käse ,es hat zuviel Milch. Wir Bauern mögen das gar nicht mehr hören. Vor ein paar Jahren hatten sie die Milchmenge genommen,jetzt plötzlich muss man f roh sein,dass sie die Milch noch holen. Das BLW ist auch schuld,immer noch grössere Betriebe,alles vom Ausland importieren,obwohl es in der Schweiz genug hat. Mache jetzt halt selber Frischkäse für uns,ist glaub gescheiter,denn im Lsfen kostet Mozzarella auch etwas,wenn schon die Milch nichts wert ist,oder Hüttenkäse .
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