SBV: «Am Milchmarkt braucht es ein schnelles Handeln»

Mehrmengen sorgen am Milchmarkt für eine angespannte Lage. Der Schweizer Bauernverband fordert die Branche auf, Massnahmen zu ergreifen, um die schwierige Lage zu bewältigen.

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In der Schweiz liegen die Milcheinlieferungen seit April 2025 teils deutlich über den Werten der Jahre 2024 und 2023. Grund für den Überschuss sind das gute Futter, Absatzprobleme der Schweizer Käse im Ausland sowie der hohe Importdruck.

«Milchproduzenten leiden»

Die Verarbeitung läuft aber am Anschlag, die Produzentenpreise sinken deutlich. Eine Trendwende ist vorderhand nicht in Sicht. Für die Schweizer Milch braucht es deshalb zwingend weitere Absatzkanäle. Deshalb hat sich die BOM in einem Schreiben an die Detailhändler gewandt. «Wir rufen Sie auf, den Anteil von Produkten mit Schweizer Herkunft zu erhöhen», heisst es im Aufruf.

Auch der Schweizer Bauernverband (SBV) hat sich mit der Situation am Milchmarkt befasst. «Die Milchproduzenten leiden unter den stark gesenkten Preisen, welche die Erstellungskosten nicht decken», heisst es in einer Mitteilung von Mittwoch. Das Gute sei, dass die aktuelle Produktion kein struktureller Überschuss sei und die längerfristigen Perspektiven gut seien.

SBV wendet sich an die gesamte Branche

Die Lage sei derzeit aber ernst. «Es braucht ein schnelles Handeln, um die Übermengen zu drosseln, sonst wird der Milchmarkt noch lange bluten», sagt SBV-Sprecherin Sandra Helfenstein zu schweizerbauer.ch. Solange die Lage nicht ausgeglichen sei, werde der Preisdruck schmerzhaft sein.

Alle Akteure hätten Massnahmen zu ergreifen. Landwirtinnen und Landwirte werden aufgefordert, die Milchmenge über die vorzeitige Schlachtung von Kühen, das Tränken von Kälbern und eine optimierte Fütterung zu drosseln. Die Verarbeiter ruft der SBV auf, die Kapazitäten voll zu nutzen, um haltbare Milchprodukte herzustellen. Zudem sollen sie auf jeglichen Import von Milch- und Milchprodukten verzichten.

Marktanteile halten

Der Detailhandel wird aufgefordert, den Import von ausländischem Käse und anderen Milchprodukten zu senken. Sie hätten einen grossen Hebel und damit Verantwortung. Der SBV wendet sich auch an den Bundesrat. Der Verband erwartet von ihm kurzfristig eine Anpassung des Veredlungsverkehrssystems.

«Wichtig ist es, die Marktanteile der Schweizer Produktion zu halten, um gegenüber Importen nicht zurückzufallen», führt Helfenstein weiter aus. Die vergangenen Jahre hätten ausserdem gezeigt, dass eine hohe Marktnachfrage bessere Produzentenpreise ermögliche.

Auch der SBV sucht die Gespräche mit den Abnehmern. «Wir haben den Detailhandel aufgerufen, bei Milchprodukten und speziell beim Käse mehr auf Schweizer Herkunft zu setzen», sagt Helfenstein. Der SBV wendet sich auch an die Bevölkerung. «Unsere Botschaft: Man soll mehr Schweizer Käse und Milchprodukte essen!», erklärt Helfenstein.

Mit Aktionen gegen Milchschwemme

Der Schweizer Milchmarkt kämpft mit Übermengen. Die Branche ruft den Detailhandel dazu auf, mehr Schweizer Produkte zu verkaufen. Wie dieser Appell umgesetzt wird. -> Hier gehts zum Artikel

Kommentare (8)

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  • Peter Gredig | 13.02.2026
    Wir haben 15 Kühe, die tragen nachweislich zur Milchschwemme bei. Wir werden jetzt 10 Stk. auf die Schlachtbank bringen, damit der doch so geforderten Solidarität auch noch Rechnung getragen wird!
    Wisst Ihr was? hr könnt mich mal!
  • Ex Milchproduzent | 12.02.2026
    Es gibt auch Branchen (Verarbeiter) die provitieren von dieser Situation! Jetzt kann man das Qualitätsprodukt Milch zu einem Schundpreis einkaufen.
  • Ketzer | 12.02.2026
    Bei importierten Milchprodukten hat man eine bessere Marge.
    Die verwöhnten Bauern sollten etwas mehr Verständnis für die Verarbeiter und Grossverteiler haben.
    • Urs Häfeli | 12.02.2026
      Die Landwirtschaft wurde schon immer diskriminiert und heute findet eine Art Versklavung dieses Berufsstandes statt .
      Die meisten im Umfeld der Landwirtschaft halten sich möglichst „ Schadenfrei“ inkl. SBV !
    • Schelm | 15.02.2026
      Schon lustig
      Dieser Beitrag trieft vor Ironie und Sarkasmus und keiner verstehts....
  • Melker | 12.02.2026
    Importe stoppen und zack… problem gelöst🤷‍♂️
    • Nef Daniela | 12.02.2026
      Ja,genau,Importe stoppen. Das hättexman schon lange machen können. Aber unser Landwirtschaftsminister Parmelin scheint wohl nur am Rebensaft interessiert zu sein. Wir müssen für unser Land schauen,nicht immer importieren. Scheinbar lernten die in Bern nichts von der Corona Krise. Ich finde es himmwltraurig,die inländische Landwirtschaft an die Wand zu fahren. Irgend jemand will hier einfach eine goldige Nase verdienen. Wenn in den Läden vermwhrt Schweizer Produkte statt Importe angeboten werden,dann müssten alle einheimische Produkte kaufen. Importe werden von weiss ich wo hergekarrt oder geflogen. Die Lebensmittel dürfen einfach nichts mehr kosten. Aber dick in die Ferien fliehen oder ein dickes Auto fahren,das liegt dann drinn,aber machher kauft man nur noch billige Produkte. Das ist nicht fair. Wir Bauern setzen 365 Tage im Jahr uns ein für gesunde Produkte. Also,dann kauft man auch Schweizer Produkte. Basta.
    • Denker | 13.02.2026
      Interessante Aussage: Während hier mit einem Importverbot den Konsumenten vorgeschrieben werden soll, was sie zu kaufen haben, argumentiert der SBV in der Kampagne gegen die Ernährungsinitiative genau umgekehrt. Den Konsumenten könne man nicht vorschreiben, was sie zu kaufen oder zu essen hätten.....
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