SMP: Direktor Hagenbuch geht

Bei den Schweizer Milchproduzenten gibt es an der Spitze einen Wechsel. Der langjährige Direktor Stephan Hagenbuch tritt ab. Neu wird der Verband ab Juli von zwei Personen geführt.

Die Schweizer Kühe geben mehr Milch als im Vorjahr. 2025 wurden 3,43 Milliarden Kilogramm Milch eingeliefert – 2,8 Prozent oder 94 Millionen Kilogramm mehr als 2024. Diese Menge muss gemäss der Branchenorganisation Milch (BOM) dem Reguliermarkt zugeführt werden. Diese Mengen werden zu Weltmarktpreisen exportiert. Für die Produzentinnen und Produzenten hat dies teils deutlich tiefere Milchpreise zur Folge.

«SMP stehen vor grossen Herausforderungen»

Und auch bei den Schweizer Milchproduzenten (SMP) dürfte die Lage auf dem Milchmarkt zum Wechsel geführt haben. Direktor Stephan Hagenbuch wird die operative Leitung des Verbands Ende Juni abgeben, heisst es in einer Mitteilung von Montag. Er führt den Dachverband der Schweizer Milchbauern seit 10 Jahren. 2016 setzte sich der ETH-Agronom gegen einen branchenexternen Bewerber durch. Im Oktober trat Hagenbuch sein Amt an. Er wurde Nachfolger von Kurt Nüesch, der pensioniert wurde.

Ob der Abgang freiwillig erfolgte, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Der Druck auf die Führung der SMP nahm in den vergangenen Monaten aber stetig zu – bedingt auch durch die Verwerfungen auf dem Milchmarkt. SMP-Präsident Boris Beuret sagt zur Trennung von Hagenbuch Folgendes: «Die Schweizer Milchproduzenten stehen vor grossen Herausforderungen. Unser Anspruch ist es, die Interessen unserer Mitglieder mit noch mehr Klarheit und Wirkung zu vertreten. Mit der neuen Führungsstruktur stärken wir unsere Schlagkraft und schaffen klare Verantwortlichkeiten.» Liest man diese Zeilen, so erhält man den Eindruck, dass Hagenbuch die Schlagkraft nicht mehr zugetraut wird.

Von verschiedenen Akteuren der Branche wurde ein Fonds zur Entschädigung für freiwillige Nichtlieferungen vorgeschlagen: Hagenbuch äusserte sich im Interview mit dem «Schweizer Bauer» vom Samstag wie folgt dazu: «Für uns hat eine Branchenlösung Priorität. Wenn sich eine Lösung mit den Branchenpartnern erreichen lässt, dann ist das der beste Weg. Reine Produzentenlösungen funktionieren erfahrungsgemäss nur mit einer «Allgemeinverbindlichkeit» des Bundesrates.»

«Unser Ziel ist klar, ein Horrorszenario zu verhindern»

In der aktuellen Situation kommen nicht nur vermehrt Milchbauern, sondern teils auch Verarbeiter und Milchhändler in finanzielle Bedrängnis. Stephan Hagenbuch, Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP), ordnet die Lage ein und sagt, wie die Branche künftig gestärkt werden soll. -> Das ganze Interview gibt es hier

Müller und Arnold übernehmen

Der scheidende Direktor bedankt sich indes für das Vertrauen. «Die Interessen der Milchproduzentinnen und des Produktionsstandorts Schweiz zu vertreten und die Entwicklung der Schweizer Milch mitzugestalten, ist für mich eine grosse Motivation», lässt sich Hagenbuch zitieren. Der 62-Jährige wird dem Verband erhalten bleiben. Ab dem 1. Juli 2026 wird er «Beauftragter des Vorstandes für Agrar- und Marktpolitik und Sonderprojekte». Er fokussiert sich auf die strategische Beratung der SMP.

Die SMP werden künftig von zwei Personen geführt. Die beiden Leiter der Geschäftsbereiche Interessenvertretung und Marketing, Micaël Müller und Stefan Arnold, übernehmen gemeinsam die operative Führung des Verbandes als Co-Geschäftsführer. Das Modell trage der zentralen Bedeutung beider Aufgabenbereiche Rechnung. «Einer starken politischen Interessenvertretung und einer wirksamen Positionierung der Schweizer Milch im Markt», heisst es in der Mitteilung.

Die Neuausrichtung hat eine Reduktion der Geschäftsleitungsmitglieder zur Folge. Sie sinkt von fünf auf vier. Neben Müller und Arnold nehmen Christa Brügger (Organisation und Kommunikation) und Stephan Schneider (Finanzen, Personal und zentrale Dienste) Einsitz in die Geschäftsleitung.

Seit 1991 bei den SMP

Hagenbuch kennt den Verband bestens. Er arbeitet seit 1991 für den Verband. Nachdem er Projektarbeiten in der längerfristigen Entwicklung der Milch- und Fleischproduktion sowie Beratungen von Produzenten und Genossenschaften ausführte, übernahm er 1999 die Leitung der Abteilung «Agrarpolitik / Aussenhandel» und im Jahr 2000 des Bereichs «Wirtschaft & Internationales». 2016 schliesslich wurde er zum Direktor ernannt.

Die aktuell schwierige Lage im Milchmarkt sei eine grosse Herausforderung, schrieb der Dachverband der Milchbauern im September 2016. Es gelte, die gemeinsamen Interessen der Milchproduzenten und Mitgliedsorganisationen zu erkennen, zu bündeln und daraus die Handlungsschwerpunkte und Massnahmen zu definieren und umzusetzen, so die SMP weiter.

Kommentare (3)

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  • Hugelshofer Hans | 24.03.2026
    Die Milchproduzenten l sind intressiert über die Löhnedi des Kaders im SMP,passen diese in die Landwirtschaft??!
  • Ketzer | 24.03.2026
    Die sinkenden Ratten verlassen das reudige Schiff oder wie ging der Spruch schon wieder?
  • Wälchli Urs | 23.03.2026
    War ha klar, das Versager das sinkende Schiff verlassen, nachdem sie jahrelang einen 6-stelligen Lohn kassiert haben und den SMP ins Verderben gefahren haben. Gibt es keine Möglichkeit, ihn für sein Versagen zu belangen?
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