
Drei Landwirtinnen aus der Schweiz erzählten am Symposium von ihren Erfahrungen als Frauen in der Landwirtschaft (v.l.): Sandra Contzen, (Moderation); Nicole Ramsebner, Catherine Meister Schwager, Käthi Bäriswyl.
Samuele Martinoli
Vom 7. bis 10. Juli fand an der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) das «3. International Symposium zur Arbeit in der Landwirtschaft» (Iswa 2026) statt. Über 200 Teilnehmende aus der ganzen Welt tauschten sich über die Landwirtschaft aus. Wie die Hafl mitteilt, zeigte sich trotz lokaler Unterschiede, dass die Landwirtschaft weltweit vor ähnlichen Herausforderungen steht.
Würdige Arbeit fördern
Ein Schwerpunkt der Diskussionen war das Thema «Decent Work», also würdige Arbeit. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein gesellschaftlicher Dialog und die Einbeziehung aller Akteurinnen und Akteure entlang der Wertschöpfungskette für die Schaffung von würdigen Arbeitsbedingungen wichtig sind. Dies sei umso wichtiger, da im Spannungsfeld der verschiedenen Ansprüche immer wieder Zielkonflikte entstehen.
«Das Ziel müsse sein, für alle in der Landwirtschaft tätigen Menschen, egal ob im globalen Norden oder Süden, angemessene Löhne und faire Arbeitsbedingungen zu schaffen», heisst es in der Mitteilung. «Es braucht auch ein Umdenken und ein Eingeständnis der Landwirt:innen, dass die eigene Arbeit und die von anderen einen Wert hat und entsprechend honoriert werden muss», so Mitorganisatorin und Agrarsoziologin Sandra Contzen von der Hafl.
Frauen in der Landwirtschaft
Ganz im Zeichen des UN-Jahres der Bäuerin standen bei der Fachtagung auch Landwirtinnen aus aller Welt im Mittelpunkt. Laut den Veranstaltern zeigten sich auch hier weltweit «erstaunliche» Übereinstimmungen bei den Bedürfnissen und Herausforderungen. Dazu zählen: Hürden beim Zugang zu Land, erschwerte soziale Anerkennung, finanzielle Abhängigkeit oder fehlende Selbstbestimmung.
International Symposium on Work in Agriculture
Die Fachtagung wurde von der International Association on Work in Agriculture (Iawa ) , vertreten durch die Hafl, und dem Fachausschuss für Arbeitswissenschaften im Landbau (Akal ), vertreten durch Agroscope, gemeinsam mit dem Hafl Cecchini Institute organisiert. Der diesjährige Annual Event des Cecchini Institute war in das Symposium integriert und förderte den Austausch zwischen Forschung, Bildung und Praxis mit dem Ziel, nachhaltige Ernährungssysteme weltweit zu stärken. pd
Laut der Hafl sind diese Themen auch in der Schweiz relevant. Die Fachhochschule beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema «Frauen in der Landwirtschaft» und konnte mit verschiedenen Branchenverbänden an der praktischen Umsetzung von «Decent Work» arbeiten (-> Landwirtschaft: Geschlechtergerechter Unterricht) . Darüber hinaus engagiert sich die Hafl in weiteren Bereichen der landwirtschaftlichen Arbeitsforschung und gibt beispielsweise Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Alppersonals in der Schweiz .