Die Anzeige richte sich neben diesen Personen auch gegen Unbekannt, präzisierte Peter V. Kunz, Präsident des Schweizer Tierschutzes (STS), der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte damit Aussagen, die er in einem Interview mit «CH Media» gemacht hatte.
Im Interview wirft Kunz den beiden Angezeigten vor, dass sie ihren Job nicht gemacht hätten. Statt frühzeitig zu intervenieren, hätten sie «mit der Tierhalterin geplaudert». Als sie das Chaos erkannten, sei rasch entschieden worden, alle Hunde zu töten. «Es scheint mir, sie töteten aus Bequemlichkeit», so Kunz im Interview.
Der Veterinärdienst beschlagnahmte auf dem Hof am 6. November 2025 122 verwahrloste Hunde. Die Hunde, darunter auch Welpen, wurden wegen ihres schlechten Gesundheitszustands vor Ort eingeschläfert.
Zweifel an Tötungen
Ein im Juli veröffentlichter Untersuchungsbericht kam zum Schluss, dass es richtig gewesen sei, 99 der 122 Hunde einzuschläfern. Diese 99 Tiere waren klar als Herdenschutzhunde identifizierbar. Realistische Alternativen hätten gefehlt, die Hunde hätten weder platziert noch als Schutzhunde eingesetzt werden können, hiess es.
Der Präsident des STS bezweifelt auch diese Sichtweise. Unter den Herdenschutzhunden seien viele Jungtiere und Welpen gewesen, die noch sozialisierbar gewesen wären.
Bei den übrigen 23 Hunden sei laut Untersuchungsbericht keine genügend differenzierte Triage vorgenommen worden; hier sei die Euthanasie nicht zwingend alternativlos gewesen – ausser bei zwei Hunden, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes ebenfalls hätten eingeschläfert werden müssen.
Die Behörden beschlagnahmten auch 43 Pferde und zwei Ziegen. Im Auftrag des Kantons wurden 32 Pferde, davon 12 Fohlen, im November in Schönbühl BE versteigert. Gegen die offenbar überforderte 57-jährige Tierhalterin von Ramiswil läuft eine Strafuntersuchung.
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Ich vermute auch, dass diese 100 Euthanasien nicht so wie normalerweise von einem verantwortungsvollen Tierarzt durchgeführt wurden, nämlich mit Anästhesie VOR der intravenös verabreichten eigentlichen Todesspritze mit nachfolgender Atem-und Herzlähmung. Das Euthanasiemittel wurde sicherlich direkt in den Herzmuskel gespritzt, wie das oft in Tötungsstationen in gewissen Ländern praktiziert wird.
Einfach nur eine abscheuliche Tierquälerei! Qualvoll und schlimm.
Hätte es sich um 100 Pferde gehandelt, wäre sicherlich eine andere Lösung gefunden worden...
Herdenschutzhunde sind nicht à Priori gefährliche Hunde, nicht schwieriger zu erziehen als beispielsweise ein Deutscher Schäferhund.