
Beim frischgeborenen Kalb handelt es sich um ein Weibchen.
Otto Holzgang
Das Projekt «Wisent im Thal» prüft die Möglichkeit der Rückkehr des im Mittelalter in der Schweiz ausgerotteten Wisents als Wildtier im Jura. Nach der Konzept- und Abklärungsphase läuft seit 2022 eine Gehegephase mit einer Testherde, in der das Verhalten der Tiere und deren Auswirkungen wissenschaftlich untersucht werden. Wie der Verein mitteilt, wird aktuell die nächste Phase «Halbfreiheit» vorbereitet.
Keine weitern Flächen zur Verfügung gestellt
Nach vertieften Abklärungen stehe dank der bereits erfolgten Zusagen der Bürgergemeinde Solothurn sowie von Benjamin und Theres Brunner weiterhin ein zusammenhängendes Gebiet von rund 6,4 km2 zur Verfügung. Das Ziel bestehe darin, das Gesuch im Laufe des Sommers bei der zuständigen Behörde einzureichen.
Der Verein bedaure die Entscheidung der Bürgergemeinde Welschenrohr und der Gemeinde Herbetswil, ihre Flächen derzeit nicht für die nächste Projektphase bereitzustellen. Diese Entscheidungen werden selbstverständlich respektiert, so der Verein. Das Vorhaben selbst erachtet er jedoch nicht als beeinträchtigt.
-> Wisent-Projekt: So hoch ist die Akzeptanz
Das Wohlwollen und das Interesse gegenüber den Tieren und dem Projekt seien in der Bevölkerung breit verankert. Der Verein nimmt die bestehenden Fragen und Vorbehalte, die in den beiden Räten zur Ablehnung geführt haben, jedoch ernst und möchte den Dialog mit der Bevölkerung künftig intensivieren.
-> Wisente: Der Widerstand bleibt
Testgelände wird landwirtschaftlich genutzt
Um die anstehenden Aufgaben in den Bereichen Betreuung, Monitoring, Kommunikation und Vorbereitung der nächsten Projektphase zu bewältigen, hat der Verein das Projektteam personell verstärkt. Mit Matthias Muff konnte ein Wisent-Guide der ersten Stunde als Mitarbeiter gewonnen werden. Er absolviert derzeit an der HAFL in Zollikofen seinen Bachelor in Umwelt- und Ressourcenmanagement mit der Vertiefung nachhaltige Land- und Wassernutzung.
Der Beitrag von «Schweiz Aktuell» wurde am 20.09.2022 ausgestrahlt.
Der Verein erarbeitet derzeit einen Schlussbericht zur bisherigen Gehegephase, der auf den durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen basiert. Dieser soll die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt zusammenfassen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Veröffentlichung ist für den Sommer vorgesehen.
Das Testgelände gehört der Bürgergemeinde Solothurn sowie den Landwirten und Wisent-Rangern Benjamin und Theres Brunner. Für die Dauer des Versuchs ist es eingezäunt. Während der Projektzeit wird es weiterhin land- und forstwirtschaftlich genutzt und die Öffentlichkeit hat weiterhin Zugang.