
Die Zuckerrübenfabrik Frauenfeld wurde wieder hochgefahren.
Schweizer Zucker AG
Am 23. November kam es in der Zuckerfabrik Frauenfeld zum «Super-GAU». Die Produktion musste mitten in der Hauptproduktionszeit heruntergefahren werden. Grund war ein unerwarteter technischer Defekt am Kalkofen. «Er ist ein zentrales Element im Prozess der Zuckerherstellung», schrieb Schweizer Zucker damals in einer Mitteilung.
Betriebsstoffe importiert
Ein unerwarteter technischer Defekt an der feuerfesten Verschalung des Ofens hat zu strukturellen Schäden am Kalkofen geführt. Das Ausmass des Schadens ist so gravierend, dass es sich nicht mehr lohnt, eine Reparatur vorzunehmen. Der Kalkofen wurde stillgelegt und abgerissen.
In den vergangenen Wochen wurden deshalb nur in Aarberg BE Zuckerrüben verarbeitet. Das Unternehmen arbeitete an einer Übergangslösung, um den Betrieb in Frauenfeld wieder hochzufahren. Am vergangenen Sonntag war es so weit. Die Verarbeitung wurde wieder aufgenommen, wie die «Thurgauer Zeitung» berichtet. Der gebrannte Kalk und das flüssige Kohlenstoffdioxid (CO₂) werden aus dem Ausland beschafft. «In Frauenfeld ist vorgesehen, bis Ende Februar Rüben zu verarbeiten», sagte Raphael Wild, Leiter Kommunikation der Schweizer Zucker AG, gegenüber der Zeitung. Eigentlich hätte die Kampagne am 2. Januar enden sollen.
Gute Ernte
Da die Übergangslösung zu teuer ist, um das Kalkpulver mit CO₂ selbst herzustellen, wird der Kalkofen neu gebaut. Dieser soll im kommenden September zur Verfügung stehen und kostet einen hohen einstelligen Millionenbetrag. «Den neuen Ofen werden wir mit Erdgas statt mit Kohle betreiben», sagte Wild im Dezember zu «Schweizer Bauer».
Die Ernte 2025 fiel gut aus. Gut 2 Millionen Tonnen mit einem durchschnittlich geschätzten Zuckergehalt von 16,7 Prozent wurden geerntet. Zum Vergleich: 2024 waren es rund 1,6 Millionen Tonnen, der Zuckergehalt lag im Schnitt bei 15,2 Prozent. Die Anzahl der Pflanzer ist gestiegen. 2025 haben 3’089 Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter auf 12’436 Hektaren Zuckerrüben angebaut. Es wurden 94 Hektaren Biorüben angebaut, 1’452 Hektaren IP-Suisse-Rüben und 5’577 Hektaren konventionelle Rüben.
Für einen Ausfall wie in Frauenfeld müsste eigentlich von der Führung eine sofortige Notlösung vorbereitet sein und nicht erst nach dieser langen Zeit. Grosser Schaden für die Zuckerfabrik aber auch ein grosser Schaden für die Zuckerrübenproduzenten die ihre Zuckerrüben bis jetzt noch nicht abliefern konnten und zum Teil noch warten müssen bis im Februar. Wer übernimmt da bei diesen Zuckerrübenproduzenten die Verluste?
Es ist wichtig, dass der Zucker in der Schweiz hergestellt wird. Für die schnelle Notlösung
gratuliere ich den Verantwortlichen.
Ein privater Rentner, der unsere Landwirtschaft sehr schätzt.