AR: Regierung will Höfe mit PFAS-Belastungen unterstützen

Der Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden will die von PFAS-Belastungen betroffenen Landwirtschaftsbetriebe unterstützen. Er beantragt beim Kantonsrat einen Verpflichtungskredit für die Beteiligung an einem Ressourcenprogramm des Bundes.

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Der Bundesrat hat vor wenigen Wochen angekündigt, dass er bis im Jahr 2028 ein befristetes PFAS-Spezialgesetz erarbeitet. Damit sollen in Härtefällen Landwirtschaftsbetriebe unterstützt werden können, die wegen PFAS-Belastungen erhebliche finanzielle Einbussen erleiden.

Bis dahin werden mit besonders betroffenen Kantonen Übergangs- und Pilotmassnahmen vorbereitet. Damit sollen die bereits heute bekannten, mit PFAS belasteten Landwirtschaftsbetriebe begleitet und Erfahrungen gesammelt werden. 

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Verpflichtungskredit von 2,5 Millionen

Eine dieser Massnahmen ist das Ressourcenprogramm «Case-Management-Konzept für Landwirtschaftsbetriebe mit PFAS-Belastung». «Es umfasst die Analyse und Begleitung der Betriebe, die Erstellung eines Betriebskonzepts zur Senkung der PFAS-Belastung und die Unterstützung von Anpassungsmassnahmen», schreibt der Kanton Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung.

Was sind PFAS

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Chemikalien. Sie werden seit Jahrzehnten wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften eingesetzt, beispielsweise in Beschichtungen, Verpackungen, Textilien oder Feuerlöschschäumen. Viele PFAS sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und können sich über lange Zeit in Böden, Gewässern sowie in Pflanzen, Tieren und Menschen anreichern. Aufgrund dieser Eigenschaften werden PFAS häufig auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet.

->  Mehr Infos gibt es hier

Das Gesuch für dieses Programm wird unter der Führung des Landwirtschaftsamts St.Gallen erarbeitet und anschliessend beim Bund eingereicht. Beteiligt sind auch die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Der Ausserrhoder Regierungsrat beantragt beim Kantonsrat einen Verpflichtungskredit von 2,5 Millionen Franken für die Beteiligung am acht Jahre dauernden Ressourcenprogramm. «Dieses erlaubt es, die vom Regierungsrat bereits geplanten Unterstützungsmassnahmen in einem grösseren Kontext und mit finanzieller Beteiligung durch den Bund umzusetzen», so die Regierung.

Ergänzung Förderungskonzept

Der Regierungsrat beantragt zudem einen Nachtrag zum landwirtschaftlichen Förderungskonzept. Damit kann der Kanton ergänzend zum Ressourcenprogramm des Bundes kantonale Beiträge zur Strukturverbesserung leisten. Die Priorität für die Begleitung und Unterstützung der Landwirtschaftsbetriebe liegt beim Ressourcenprogramm.

Der Kanton hat im März 2026 über die Ergebnisse der freiwilligen Untersuchungskampagne bei Milch und Tränkewasser informiert. Betroffene Landwirtschaftsbetriebe können sich seither für eine fachliche Begleitung beim Amt für Landwirtschaft melden. «Bei der Begleitung werden die PFAS-Resultate eingeordnet, Zusammenhänge auf dem Betrieb aufgezeigt und die Ursachen für die Belastung gesucht», schreibt der Regierungsrat. Wenn die Ursachen geklärt und die PFAS-Quellen identifiziert seien, könnten Handlungsoptionen zur Reduktion der Belastung gesucht werden.

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