Tuberkulose: Graubünden überwacht Rotwild weiterhin

Im österreichischen Bundesland Vorarlberg sorgt die Tuberkulose bei Hirschen und Nutzvieh für Probleme. Um eine Ausbreitung auf Rinderbestände zu verhindern, führt der Kanton Graubünden die Überwachungsmassnahmen fort.

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Tuberkulose wurde 2025 bei vier Hirschen in den Gebieten Löruns und Vandans (Tschöppaalpe) nachgewiesen. Die Tschöppaalpe liegt nahe an der Grenze zu Graubünden. «Das Gebiet weist einen intensiven Wildwechsel mit dem Prättigau auf», schreibt der Kanton Graubünden in einer Mitteilung.

Risiko eindämmen

Um das Risiko einer Ausbreitung einzudämmen, verlängert der Kanton das bestehende Beobachtungsgebiet bis Ende 2027. Es umfasst die Gemeindegebiete von Seewis, Grüsch, Schiers, Luzein, Küblis sowie die Fraktion Saas in Klosters, die nordöstlich der Landquart liegen. In diesem Gebiet müssen erlegte und tot aufgefundene Rothirsche auf Tuberkulose untersucht werden. Zudem wird während der Hoch- und Sonderjagd eine Stichprobe der erlegten Hirsche auf Tuberkulose untersucht.

Bisher wurden keine Hirsche mit Tuberkulose nachgewiesen. Im Rahmen der Überwachungsmassnahmen wurden im Jahr 2024 während der Sonderjagd 50 von 58 erlegten Tieren auf Tuberkulose untersucht, 2025 während der gesamten Jagd 94 der 255 erlegten Hirsche. Mit der Überwachung soll eine Ausbreitung auf die Rinderbestände im Kanton Graubünden verhindert werden.

Über 60 Rinder getötet

Neben den grenznahen Fällen im Montafon sind weitere Gebiete in Vorarlberg und in Tirol von Tuberkulose betroffen. Aus diesem Grund gehören die Grenzgebiete zu diesen Regionen seit 2016 zum Tuberkulose-Überwachungsgebiet, in welchem ein Verbot der privaten Schalenwildfütterung (Hirsch, Reh, Gämse, Steinwild) gilt.

Die Rinder-Tuberkulose (TBC) macht den Landwirtinnen und Landwirten in Vorarlberg seit Jahren zu schaffen. Das Bundesland hat deshalb die Bekämpfung der Seuche intensiviert. In diesem Jahr wurden mehrere Betriebe gesperrt. Bis Ende Februar mussten 67 Rinder getötet werden. Es wurden 12’500 Tests in 1100 Betrieben durchgeführt.

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Tuberkulose

Die Schweiz gemäss Behörden bei Nutz- und Wildtieren als frei von der bakteriellen Infektionskrankheit. Die Tuberkulose ist eine chronisch verlaufende, bakterielle Infektionskrankheit. Wildtiere, Nutztiere und Menschen können daran erkranken. Der aktuell dominierende Erreger bei den Tuberkulosefällen bei Rothirschen in Westösterreich und Süddeutschland ist das Bakterium Mycobacterium caprae. Es kann auf Rinder, aber auch auf den Menschen übertragen werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte «Reservoire» der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden. Alle Säugtiere und der Mensch können sich anstecken. Die Rindertuberkulose kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden.

->    Mehr Infos gibt es hier

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