
V.l: Stefan Flückiger, Präsident Faire Märkte Schweiz; Justine Gaudard, Projektleiterin bei ma-terre; Léa Winter, Koordinatorin der Genfer Ernährungskasse (Calim); Alfonso Gomez, Stadtrat (Departement Finanzen, Umwelt und Wohnen); Jade Canavesio, Gemüsebäuerin auf dem Bauernhof Budé; François Lefort, Präsident von ma-terre, dem Haus für Ernährung und Landwirtschaft des Kantons Genf.
zvg
Die Stadt Genf wird mit dem «lokal+fair»-Award von Faire Märkte Schweiz ausgezeichnet. Wie der Verein mitteilt, wird die Rhone-Stadt für ihr langjähriges Engagement für regionale Lebensmittel, kurze Lieferketten und eine nachhaltige Ernährungspolitik gewürdigt.
«Genf ist Pionier»
Laut dem Verein hat die Ehrung Signalwirkung, die weit über die Stadtgrenzen hinausreicht. Sie zeige, welchen Beitrag Städte zur regionalen Wertschöpfung und zu widerstandsfähigen Versorgungssystemen leisten können.
Mit dem Programm «Nourrir la Ville» verfolgt die Stadt Genf eine umfassende Ernährungspolitik, die die Bereiche regionale Lebensmittelproduktion, Klimaschutz, urbane Landwirtschaft, Gesundheit nachhaltige Beschaffung, lokale Wertschöpfung und gesellschaftlichen Zusammenhalt verbindet. «Genf gehört zu den Pionierinnen der kommunalen Ernährungspolitik in der Schweiz», sagt Stefan Flückiger, Präsident von Faire Märkte Schweiz.
Regionale Landwirtschaft fördern
Die vergangenen Jahre haben die Anfälligkeit globaler Lieferketten deutlich gemacht. Genf hat früh reagiert und das Thema Ernährung als festen Bestandteil seiner Nachhaltigkeits- und Klimastrategie verankert.
Die Schwerpunkte von «Nourrir la Ville» sind kurze Lieferketten, nachhaltige Ernährungsweisen und die Förderung urbaner Landwirtschaft. Dabei arbeitet die Stadt mit Produzenten, Genossenschaften, Verbänden und Organisationen zusammen. Unterstützt werden unter anderem Genève Cultive , ma-terre und die Swiss Food Academy sowie weitere Netzwerke der regionalen Landwirtschaft.
«Diese Auszeichnung würdigt die grundlegende Arbeit, die die Stadt seit mehreren Jahren gemeinsam mit zahlreichen lokalen Akteuren leistet. Wir freuen uns, dass unsere Ernährungspolitik auf nationaler Ebene Anerkennung findet», sagt Alfonso Gomez, Conseiller administratif der Stadt Genf.
-> Hier finden Sie die bisher ausgezeichneten Gemeinden.
Vorbild für andere Städte
Faire Märkte Schweiz hebt besonders hervor, dass Regionalität und Fairness in Genf strategisch verankert sind. Die Stadt stärkt die lokale Landwirtschaft, informiert die Bevölkerung über nachhaltige Ernährung und fördert regionale Produkte in öffentlichen Einrichtungen. Auch in der öffentlichen Beschaffung setzt Genf auf Regionalität. So verpflichtet die Charta für nachhaltige Ernährung städtische Verpflegungsbetriebe, wenn möglich regionale und nachhaltig produzierte Lebensmittel zu bevorzugen.
Über lokal+fair Mit dem Projekt «lokal+fair» unterstützt Faire Märkte Schweiz Gemeinden und Städte dabei, regionale Produzentinnen und Produzenten, Verarbeiter und lokale Gewerbebetriebe zu stärken. Gemeinden, die mehrere Kriterien in den Bereichen Beschaffung, Sensibilisierung, Vernetzung und Förderung lokaler Wertschöpfung erfüllen, werden mit dem «lokal+fair»-Award ausgezeichnet und als Vorbildgemeinden präsentiert. pd
«Eine nachhaltige Ernährungspolitik schafft gleichzeitig auf mehreren Ebenen Mehrwert», erklärt François Lefort, Präsident von ma-terre, dem Haus für Ernährung und Landwirtschaft des Kantons Genf. «Sie muss die lokale Landwirtschaft stärken, gesunde Ernährungsweisen fördern, zur Verringerung der Transportwege beitragen und die Bevölkerung wieder näher an die Produzentinnen heranführen. Dazu gehört auch, junge Menschen und künftige Konsumenten für die Saisonalität von Obst und Gemüse, für das Kochen und natürlich für den Besuch von Märkten zu sensibilisieren.»
Lesen Sie zu diesem Thema auch folgende Artikel:
-> Ernährungswende: Faire Märkte Schweiz lanciert Kampagne