Luzerner Phosphorprojekt: 2,5 Millionen für Bauern

Die Luzerner Mittellandseen enthalten noch zu viel Phosphor. Zwar sanken die Konzentrationen dank Sanierungsmassnahmen massiv, der Zielwert ist noch nicht erreicht. 2026 startet die vierte Phase des Phosphorprojekts. Bauern werden für ihre Teilnahme entschädigt.

ome/pd |

Durch die mit dem Projekt verbundenen Massnahmen, die nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Industrie und in der Siedlungsentwässerung umgesetzt wurden, konnte der Phosphorgehalt beispielsweise im Baldeggersee von 500 auf rund 25 mg Phosphor pro m3 Seewasser gesenkt werden, ist der Projektseite des Kantons Luzern zu entnehmen.  

Der angestrebte Zielwert liege jedoch bei 15 mg pro m3. Für die Landwirtschaft bedeutet der angestrebte Phosphorgehalt, dass die Betriebe ihre Phosphorüberschüsse weiter verringern müssen.

Verordnung über die Phosphorreduktion in der Landwirtschaft

Die drei Mittellandseen waren einst stark überdüngt, mit Phosphorkonzentrationen teilweise über 500 mg Phosphor pro Kubikmeter Seewasser. Das führte zu massivem Algenwachstum und Sauerstoffmangel im Tiefenwasser, was Fische und andere Lebewesen gefährdet. Im Jahr 1999 startete der Kanton Luzern deshalb am Sempachersee ein Phosphorprojekt, das in den Folgejahren auf den Baldegger- und Hallwilersee ausgeweitet wurde.

Der Kanton hat dazu eine Verordnung erlassen, die die Landwirtschaftsbetriebe im Einzugsgebiet der drei Mittellandseen dazu verpflichtet, ihre Phosphoreinträge so zu reduzieren, dass die vom Kanton festgelegten Zielwerte der Seen erreicht werden können. Die Verordnung regelt unter anderem die Begrenzungen der Phosphordüngung, die Vorgaben zur Nährstoffbilanzierung, die Teilnahmebedingungen am Phosphorprojekt sowie die Kontrollen und Sanktionen bei Nichteinhaltung. «So wird beispielsweise das Ausbringen von Gülle und anderen Düngern eingeschränkt», konkretisiert der Kanton in der Mitteilung.

Entschädigung für Landwirtinnen

Im Rahmen des freiwilligen Phosphorprojekts werden die Landwirtschaftsbetriebe für ihre erbrachten Leistungen von Bund und Kanton entschädigt, heisst es weiter. «Im Jahr 2025 nahmen rund 80 % der 604 von der Verordnung betroffenen direktzahlungsberechtigten Landwirtschaftsbetriebe am Phosphorprojekt teil. Sie wurden mit insgesamt rund 2,5 Millionen Franken entschädigt», schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Am 1. Januar 2026 startete die 4. Phase des Phosphorprojekts. Es handle sich dabei um eine Fortführung der 3. Phase. «Mit den see-externen Massnahmen, welche im Rahmen des Phosphorprojektes und gemäss den Anforderungen der kantonalen Phosphorverordnung umgesetzt werden, leistet die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag für die langfristige Sanierung der Mittellandseen», heisst es in der Mitteilung abschliessend.

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