
Mister Expo Durian Annen-Lm von Marcel Annen aus Alikon AG.
Robert Alder
Nach dem samstäglichen Teil der 2. Expo Swiss Limousin mit der Rangierung von Absetzern, Rindern, Kühen und Stieren, sowie die Top genomische Selektion der Stiere, dem Betriebscup Next Generation, die Elite Auktion und dem Limousin Abend geht es am Sonntag mit mehreren Höhepunkten weiter.
-> 2. Expo Swiss Limousin - Samstag
Durian Annen-Lm wird Mister Expo
Zur Wahl des Mister Expo stellten sich 12 Stiere unterschiedlichen Alters im Ring auf. Richter Vincent Dumont erkor den Stier Durian Annen-Lm, von Züchter und Besitzer Marcel Annen, Alikon AG zum Sieger. «Sehr viel Länge, ein langer Rücken, ein langes Becken, viele Muskeln, ein sehr harmonischer Stier», waren die genannten Attribute. Auf dem zweiten Rang klassierte sich der Stier Minders Simon von der Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder, Avenches VD. Es hiess zu ihm: «Ein sehr massiger Stier mit viel Muskeln, schönem Nierstück, mit korrekter oberer Linie». Ein wenig abgestraft wurde er für sein Gangwerk, er sei in der Bewegung leicht gehemmt. Drittschönster Stier wurde WMK Vico von Jonas Meyer, Kirchlindach BE. Dumont bezeichnete ihn als «sehr ausgeglichenen Stier mit sehr viel Muskeln». Unmittelbar danach dankte Roman Strupler, der Präsident des Rassenclubs Swiss Limousin, dem ganzen OK um Präsident Franz Burri und allen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement für die 2. Expo Swiss Limousin.
Minders Rafaëla wird Miss Expo
Für die Miss Expo stellten sich 24 Rinder und Kühe mit ihren Kälbern im Ring auf (die Kategorienersten und -zweiten). Zur Siegerin wurde erkoren Minders Rafaëla von der Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder aus Avenches VD. Sie sei schon am Morgen «ein coup de coeur» gewesen, ihm sofort ins Herz gegangen. «Ein wunderbares Tier mit einem top Rahmen, mit viel Breite, mit viel Beckenöffnung, guter Bemuskelung und vor allem noch mit einem Kalb, das seiner Mutter ähnlich sieht und Zukunft verspricht». Auf dem zweiten Rang landete Jele, die während der Ausstellung schon mehrere Entscheidungen gewonnen hat. Sie wurde gezüchtet von Franz-Xaver Nussbaum und ist im Besitz von Stefan Staub, Finstersee ZG. Zu ihr hiess es seitens Vincent Dumont: «Eine eindrückliche Kuh, nicht mit dem grössten Format, aber mit viel Muskeln, schönem Euter, in allem eine Riesenfreude.» Zur drittklassierten Kuh wurde Burri’s Colett von Burri’s Limousin, Dagmersellen LU, bestimmt, «eine starke Kuh mit guter Bemuskelung auf feinen Beinen».
Olivier Lasternas, Präsident des EuropäischenVerbandes der Limousin-Züchter (Eurolim) und vom französischen Limousin-Herdebuch, wählte das rassentypischste Tier. Er entschied sich für die 5-jährige Kuh WMK Safira von Jonas Meyer aus Kirchlindach BE.
Der Zuchtbetrieb Galliker gewinnt den Betriebscup
Was für ein Bild im Ring, als sich die vier Finalistenbetriebe im Ring aufstellten! Zum Siegerbetrieb wurde derjenige von Fabian Galliker, Gunzwil LU, erkoren. Vincent Dumont lobte die Harmonie der präsentierten Tiere, die sich sehr ähnlich sähen und in der Grösse eine eindrückliche Treppe bildeten. Den Ausschlag hätten die sehr weiten und offenen Becken und die Feinheit der Knochen gegeben. Sie seien nicht die schwersten Tiere gewesen, aber die genannten Vorzüge hätten das aufgewogen. Zweitklassiert war der Betrieb Minder aus Avenches, der sehr grosse und lange Tiere vom type élevage präsentierte. «Ein anderer Richter hätte möglicherweise anders entschieden», kommentierte Dumont die Entscheidung. Ein Rind sei im Vergleich mit den andern etwas abgefallen. Beim Zuchtbetrieb Burri, der auf dem dritten Rang platziert wurde, waren es zwei Tiere, die als weniger gut passend bezeichnet wurden vom Richter aus Frankreich. Burris Tiere wurden als «type mixte-viande» (also weniger gross als type élevage) mit viel Fleisch bezeichnet.
Die Betriebe verfolgen nicht dasselbe Zuchtziel. Familie Burri und Familie Galliker verkaufen viele Tiere, die in die Produktion von Natura-Beef gehen, wo die Jungtiere in zehn Monaten bereits gut gedeckt sein müssen. Familie Minder verkauft viele Tiere, die in die Produktion von Tieren gehen, die älter als 10 Monate werden, wo ihre grossrahmigen Tiere in der Ausmast noch einmal viel Fleisch zulegen können.

Der Zuchtbetrieb von Fabian Galliker aus Gunzwil gewinnt den Betriebscup.
Robert Alder
Betriebe Burri, Simonet-Buffat, Minder und Galliker im Final
Am ersten Halbfinal des Betriebscups nahmen folgende Zuchtbetriebe teil: Marcel Annen, Alikon AG; Burri’s Limousin, Dagmersellen LU; Valentin Fasel, Arzier-Le-Muids VD; André Felder, Ebnet LU; Ludovic Simonet und Jean-Philippe Buffat, Vuarrens VD. Fürs Finale ausgewählt wurden (ohne Rangierung unter sich) die Betriebe Burri und Simonet-Buffat. Die anderen Betriebe gelten als Drittklassierte.
Im zweiten Halbfinale des Betriebscup standen die folgenden Zuchtbetriebe: Wendelin Emmenegger, Schüpfheim LU; Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder, Avenches VD; Irene und Cordin Füchslin-Odermatt, Einsiedeln SZ; Fabian Galliker, Gunzwil LU. Die zwei Betriebe Minder und Galliker wurden von den Richtern Stefan Hodel und Vincent Dumont für das Finale bestimmt.

Die Finalisten des Betriebscups.
Robert Alder
Céline Haas hat den Mister Hornlos
Zum Mister Hornlos wurde Oberhof’s Nepomuk von Céline Haas, Ohmstal LU, gewählt. «Ein Topstier des Typs mixte-viande, mit sehr viel Fleisch auf Keule, Rücken und Schulter, und das auf sehr feinem Fundament», so der Kommentar von Vincent Dumont. Der Kopf habe sehr viel Ausdruck für einen Hornlosstier. Nepomuk erhielt den Vorzug vor Galliker’s Espresso, gezüchtet von Josef Galliker, im Besitz von Fabian Galliker, Gunzwil LU, einem sehr langen Stier mit vielen anderen Vorzügen, der aber im Fundament etwas weniger gut sei als das Siegertier. Zum drittbesten Stier in der Kategorie bestimmte er Burri’s Warinko, «einen wunderbaren Stier, der allerdings heute etwas weniger Ausdruck hat als seine Konkurrenten». Dessen Alter von sieben Jahren wurde von Dumont und Moderator Jakob Fritz betont.
Burri’s haben die Miss Hornlos
In der Kategorie Miss Hornlos wurde der Preis gesponsert von Res Burren, einem Pionier in der Schweizer Zucht auf Hornlosigkeit. Diese könnte gemäss Moderator Jakob Fritz wichtig werden, wenn man einmal nicht mehr enthornen dürfte. Richter Vincent Dumont zeigte sich beeindruckt ob der Qualität der Schweizer Hornloszucht. Im Rang standen über ein Dutzend Rinder und Kühe mit ihren Kälbern. Zur Siegerin bestimmte er Burri’s Colett von Burri’s Limousin, Dagmersellen LU. «Eine hervorragende Kuh mit vielen Vorzügen: Keule, Feinheit, Bewegungsablauf, ein Tier, das viel Sonntag hat», so der Kommentar. Auch die zweitplatzierte, der Absetzer Galliker’s Keira von Fabian Galliker, Gunzwil LU, habe keine sichtbaren Fehler, aber sie als Rind sei einfacher schön zu machen als die schon etwas reifere Siegerkuh. Auf den dritten Rang stellte Dumont die Kuh Obermoos Bavaria, gezüchtet und im Besitz von Beatrice und Stefan Bütler-Amhof, Hämikon LU. Eine sehr mächtige Kuh, die im Vergleich zu ihren Konkurrentinnen etwas weniger Eleganz und Feinheit aufweise, so Dumont.
Jele ist auch die wirtschaftlichste Kuh
Unter den nach diversen Kriterien, die für die Wirtschaftlichkeit relevant sind, vorselektionierten Kühe hat Richter Stefan Hodel die Kühe im Ring nach dem Exterieur beurteilt. Es siegte wie vorher bei Miss Beef die Kuh Jele, gezüchtet von Franz-Xaver Nussbaum, Finstersee ZG, jetzt im Besitz von Stefan Staub, Finstersee ZG. «Zusätzlich zu ihrer Bemuskelung überzeugt sie im Becken und im Fundament. Beckenlage und Beckenneigung sind ideal, sie steht auf sehr starkem Fundament mit sehr stabilen Fesseln. Und neben sich hat sie ein Traumkalb, ein Hammerkalb, das frohwüchsig ist», so Hodel. Das Kalb habe in einer engen Entscheidung den Ausschlag gegeben vor der Kuh Burri’s Urbina von Burri’s Limousin, Dagmersellen LU, die wiederum in verschiedenen Details noch besser sei als die drittplatzierte WMK Safira von Jonas Meyer, Kirchlindach BE.
Burri’s haben den Mister Beef
Auch beim Mister Beef zählten insbesondere die Bemuskelung und die Feinheit der Haut. Es gewann hier der Stier Burri’s Warinko von Burri’s Limousin, Dagmersellen LU. «Eine extreme Keule mit starken Rundungen, das Nierstück, die obere Linie, ein Traum, und dann noch die sehr feine Haut! Der Bauch ist nicht zu tief, das ist auch richtig so, wir wollen ja nicht Siedfleisch, sondern Edelstücke produzieren», so Richter Vincent Dumont. Auf dem zweiten Rang landete Oberhof’s Nepomuk von Züchterin und Eigentümerin Céline Haas, Ohmstal LU. «Ein wunderbarer Bulle mit enormer Fleischausprägung und viel Ausdruck.» Er sei im Bein noch feiner als WMK Vico von Jonas Meyer, Kirchlindach BE, der insbesondere einen sehr starken Rücken habe.

Burri’s Warinko von Burri’s Limousin aus Dagmersellen LU wurde Mister Beef.
Robert Alder
Jele von Stefan Staub ist Miss Beef
Zur Miss Beef wurde Jele, gezüchtet von Franz-Xaver Nussbaum, Finstersee ZG, jetzt im Besitz von Stefan Staub, Finstersee ZG, gewählt. Hier zählt die Fleischigkeit, die Fleischausbildung. Sie war für Richter Vincent Dumont die kompletteste Kuh. Er berücksichtigte ihre feinen Knochen und ihre feine Haut, die beide eine hohe Fleischausbeute versprechen. «Eine schöne Keule, ein schönes Nierstück, ein sehr langer Rücken, sehr gute Beine, eine bestechende obere Linie, da stimmt einfach alles», so Dumont. Auf dem zweiten Rang und dem dritten Rang landeten Kühe der Familie Burri, Dagmersellen LU, zuerst Burri’s Colett, dann Burri’s Urbina. Die zweite habe die feinste Haut von allen, lobte Dumont. Auch bei der drittplatzierten Kuh lobte er die ausgeprägte Bemuskelung.
Laura Frank siegt in zweiter Jungzüchterkategorie
Bei den älteren Jungzüchtern setzte sich Laura Frank, Dagmersellen LU, durch. Sie hat im vergangenen Jahr die Lehre als Landwirtin abgeschlossen, die sie bei Burri’s Limousin gemacht hatte. Sie habe im Ring sowohl Lockerheit wie Ernsthaftigkeit gezeigt, und mache sich bereits im jungen Alter Gedanken zur Vermarktung der Tiere. Zum Zweitplatzierten wurde von Vincent Dumont und Stefan Hodel ein junger Mann gewählt, der derzeit bei Burri’s Limousin im dritten Lehrjahr ist: Levin Stalder. Vom Betrieb Burri mit seinen 60 Mutterkühen sind total acht aktuelle und ehemalige Lernende anwesend und am Helfen bei der Expo Swiss Limousin. Dritter wurde Ramon Baumgartner, der in der Bächtelen die Lehre gemacht hatte und jetzt im Betrieb Galliker in Gunzwil LU angestellt ist. Insgesamt traten acht junge Leute an.
Dario Wildhaber gewinnt erste Jungzüchterkategorie
Bei den zwei Jungzüchterkategorien zählt die Qualitat der Vorführung, nicht des Tieres. Die Richter Vincent Dumont und Stefan Hodel zeichneten bei jüngeren Jungzüchtern Dario Wildhaber, Flums SG, vor Leandro Bütler und Maurin Bütler, beide Hämikon LU, aus. Wildhaber sagte im Ring, neben der Limousinzucht habe er kein anderes Hobby. Auch Leandro Bütler hilft auf dem elterlichen Betrieb stark mit und arbeitet gerne mit Holz, er möchte Landwirt werden. Hodel lobte bei Wildhaber die Einheit von Tier und Vorführer, er habe das männliche Jungtier hervorragend präsentiert. Leandro habe sich im Ring sehr entspannt gezeigt, und Maurin habe einen ersten Auftritt gehabt. «Da werden noch einige folgen, und irgendwann steht er wohl als gestandener Mann mit einem Tier an der Swiss Expo Limousin im Ring», so Hodel.
Burri’s mit Schöneutersiegerin
Als Neuheit wurde eine Schöneuterwahl durchgeführt. «Natürlich suchen wir nicht dasselbe Euter wie bei einer Milchkuh, aber das Euter ist auch bei der Mutterkuh sehr wichtig», sagte Richter Stefan Hodel. Euter und Zitze gingen bei der Lineralen Beurteilung (LBE) als Bestandteile in die Blocknote Format ein. Zur Siegerin wählte er Burri’s Denise von Burri’s Limousin aus Dagmersellen LU vor Galliker’s Eptila von Züchter Josef Galliker-Burri aus Menziken LU und Besitzer Fabian Galliker aus Gunzwil LU, und vor Burri’s Urbina von Burri’s Limousin aus Dagmersellen LU. «Die Siegerkuh hat ein hervorragendes Euter, gerade auch was die Verbindung in die Bauchwand vorne und was die Zitzenplatzierung vorne betrifft.» Die Zweitplatzierte lobte Hodel für die Euterbodenlänge, den hohen Ansatz und die Zitzenstellung nach vorne, sodass das Kalb von der Seite gut saugen könne.
Jungstiere IV
In dieser Kategorie war der Altersunterschied von sieben Monaten relativ gross, aber der Richter habe dies beachtet in seiner Bewertung. Sieger dieser Kategorie wurde der jüngste Stier Galliker’s Liver von Fabian Galliker aus Gunzwil LU. Es handle sich um einen aussergewöhlichen Stier mit einer extremen Grössenentwicklung, einem guten Becken, einer guten Breite und einem grossen Nierstück. Auf den zweiten Platz setzte der Richter Oberhof’s Nepomuk von Céline Haas aus Ohmstal LU und an dritter Stelle war Thunstetten’s Pepe von Martin und Samuel Winkelmann aus Bützberg BE.
Jungstiere III
Obwohl die Tiere dieser Kategorie sehr heterogen waren, zeichneten sich durch ihre Feingliedrigkeit aus. Auf den ersten Platz setzte der Richter WMK Vico von Jonas Meyer aus Kirchlindach BE. Es sei ein Stier mit viel Muskelmasse, mit einer guten oberen Linie, einer schönen Tiefe, einer guten Beckenöffnung und einem grossen Nierstück. Kaufmann’s Eddy von Simon Kaufmann aus Deitingen SO setzte er auf den zweiten und Dodi von Beno Sollberger aus Ochlenberg BE auf den dritten Platz.
Jungstiere II
Der Richter fand diese Kategorie sehr heterogen aufgrund der unterschiedlichen Vorbereitung der Tiere. Als Sieger kürte er Minders Wictor von Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder aus Avenches VD. Es sei ein unvergleichbares, grosses und breites Tier mit einem langen Rücken und Becken, einer sehr vollen Keule, eine grosse Beckenöffnung und relativ feingliedrig. Als zweiter setzte er Oberhof’s Manillio von Céline Haas aus Ohmstal LU und Dritter wurde Minders Wadi von Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder aus Avenches VD.
Jungstiere I
Die Tiere dieser Kategorie waren laut Richter sehr heterogen in der Entwicklung und der Fleischigkeit. An die Spitze setzte er Durian Annen-Lm von Marcel Annen aus Alikon AG. Er sei ein aussergewöhnlicher Jungstier mit einem breiten Rücken, eine lange und runde Keule, feinen Knochenbau und eine gute obere Linie. Zweiter wurde Dumbo Annen-Lm ebenfalls von Marcel Annen aus Alikon AG vor Kaufmann’s Nutello von Simon Kaufmann aus Deitingen SO.



































