Immer mehr Schafe verenden

Die Zahl der verendeten Schafe in der Schweiz nimmt zu. Im vergangenen Jahr starben bereits 56'838 Tiere. Der kürzlich bekannt gewordene Fall von vernachlässigten Schafen im Wallis scheint eine Ausnahme zu sein. Der Wolf spiele laut der Gruppe Wolf Schweiz ebenfalls eine untergeordnete Rolle. Was steckt hinter diesem Anstieg?

Seit 2020 werden vernachlässigte oder kranke Schafe, die verenden, registriert und gemeldet. Die Daten sind in der Tierverkehrsdatenbank Identitas für die Öffentlichkeit zugänglich. «Der Landbote» hat sie ausgewertet. Anlass dazu gab der Fall eines Walliser Schafbauern, der vor Kurzem verurteilt wurde, weil er seine Tiere vernachlässigt hatte.

Kontrolleure stellten bei einer angekündigten Kontrolle bei den Bauern im Mattertal fest: ungenügende Klauenpflege, stark abgemagerte Tiere, die schon lange nicht mehr geschoren wurden, und ein verendetes Schaf.

Heisse Sommer oder strenge Winter

Das ist aber nur eines von 56'838 Tieren, die letztes Jahr starben. 2021 verendeten 40'000 Schafe. Seither ist die Zahl jährlich angestiegen. Die Zahl der Schafe hat indes nicht zugenommen. Geschlachtete und exportierte Tiere wurden bereits aus der Statistik ausgeschlossen.

Laut «Der Landbote» erklärt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Zunahme der verendeten Tiere mit Krankheiten, der Witterung und allgemein den Haltungsbedingungen. Parasitenbefall, Seuchen, aber auch extrem heisse Sommer oder strenge Winter seien für die vielen Todesfälle verantwortlich. Auch Veränderungen bei der Tierhaltung könnten eine Rolle spielen. An Altersschwäche sterben in der Schweiz laut Biologen nur wenige Schafe – ein grosser Teil wird geschlachtet oder ins Ausland verkauft.

13 Prozent der Schafe verendet

«Wir nehmen die Entwicklung bei der Schafpopulation und die Zunahme der verendeten Tiere sehr ernst», heisst es beim BLV auf Anfrage der Zeitung. Man arbeite eng mit den kantonalen Veterinärbehörden und den Tierhaltern zusammen, um die Tiergesundheit zu verbessern und die Prävention zu fördern.

Die Todesfälle bei den Schafen sind im Vergleich zu anderen Nutztieren sehr hoch, wie die Auswertung von «Der Landbote» zeigt. So verendeten 2023 rund 13 Prozent der rund 362'000 Schafe in der Schweiz. Bei den Rindern beträgt die Quote 3,5 Prozent.

Erst seit 2024 grassiert Blauzungenkrankheit

Bei der Suche nach den Gründen äussert sich im Artikel auch der Präsident des Schweizer Schafzuchtverbands, Lukas Berger: «Uns war die hohe Zahl von Abgängen bisher nicht bekannt.» Fälle wie dieser im Walliser Mattertal seien aber eine Ausnahme.

Berger vermutet gemäss «Der Landbote», dass die seit 2024 grassierende Blauzungenkrankheit für viele Todesfälle verantwortlich ist – und die Angriffe von Grossraubtieren. Unauffindbare Tiere, die etwa aufgrund eines Wolfsangriffs geflüchtet seien, würden ebenfalls als «verendet» gemeldet – und nicht als Riss.

2023 lag die Zahl der registrierten Wolfsrisse laut des Bundesamt für Umwelt bei  991. Die Zahlen deren Kantone, die nach Wolfsangriffen flüchtende Tiere auswerten, zeigten, dass diese tiefer seien als die Risse, so «Der Landbote».

Was sagt die Gruppe Wolf Schweiz dazu?

David Gerke von der Gruppe Wolf Schweiz glaubt, dass unauffindbare Schafe nach einem Wolfsangriff statistisch nicht ins Gewicht fallen. Auch für ihn ist die hohe Zahl verendeter Schafe überraschend: «Bisher sind wir davon ausgegangen, dass rund 20 Prozent der Schafabgänge Wolfsrisse sind», sagt Gerke im «Der Landbote».

«Nun sehen wir, dass der Wolf nur knapp zwei Prozent der Abgänge verursacht», so Geschäftsführer der Gruppe Wolf Schweiz. Das verdeutliche, wie sehr die Politik beim Wolf überreagiere und ein Problem bewirtschafte, das weit kleiner sei als gedacht. Gerke, der selbst Schafe hält, glaubt, dass der hohe Anteil von Abgängen auf Parasiten und Seuchen zurückzuführen ist. «Bei den Schafen gibt es relativ viele Totgeburten und lebensschwache Tiere, die aufgepäppelt werden müssen», folgert Gerke gegenüber «Der Landbote».

Kommentare (7)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Aufi | 20.01.2025

    Aus nome domms Glafer. Händer dä Lohn ,vo dene Sässelfortzer,dass dr mühnd alles breit schnorre.


    Di sööle sälber usefende was los isch.


    Reden ist Silber....aber schweigen ist Gold

  • Hermann Boettel | 12.01.2025

    Die URSACHE der in den letzten Jahren TRAMATISCH angestiegenen TODESZAHLEN bei Schafen und allen anderen Wiederkäuern ( Rinder, Wasserbüffel, Ziegen, Pferde, Rehe, Hirsche, Wildchweine ) ist eine Chronische Übersäuerung durch NITRATBELASTETEN NIEDERSCHLAG ( SAUREN REGEN) mit 240 kg/ N / ha/2024 mit seinen gesundheitlichen Follgen für alle Nutz- und Wilttiere ( Schwermetallvergiftungen, Demineralisierung des Knochen- und Gerüstapparates, Blähungen, Koliken, Verstopfungen und Verkalkungen aller Ausscheidungsorgane ( Verdauungstrakt, Leber, Nieren).


    Explosionsartige Vermehrung aller krankmachenden Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten !!!!!!!


    URSACHENBEKÄMPFUNG/ PROBLEMLÖSUNG:


    Sofortige Zufütterung von geeigneten MIneralstoffvormischungen oder Leckschalen auf der Basis von


    FEINSTVERMAHLENEM ,Hochbasischem Kreidekalk z.b. VITACARB 5 (Omya Gruppe Scweiz) Viehsalz und Schwermetallausleitenden, Verkalkungsauflösenden und Verdauungsfördernden Wirkstoffen 


    Mit freundlichen Grüßen


    Hermann Boettel

  • Martin Schuler | 12.01.2025
    Und wer untersucht, was die Schafe an Verletzungen erleiden durch die ständige Herumjagerei in Nachtpferche etc. und mit was für Parasiten, Bakterien und Viren sie sich in den Nachtpferchen anstecken? Magenwürmer, Moderhinke und vermutlich auch Blauzungenkrankheit finden doch in den Nachtpferchen und in kleinstrickturierten Weiden ein wahres Pardies für die Verbreitung vor.
    Und wer schreibt in die Statistik schon die Ursache für Abstürze? Habt ihr schon je eine Absturzmeldung mit Ursache Wolf gelesen?
  • Schafhalter | 11.01.2025

    Diese Zahl wird dieses Jahr noch weiter steigen. Denn neu dürfen Lämmer maximal 420 Tage alt sein, damit sie noch als Lamm gelten. Was macht man, wenn die Tiere mit 420 Tagen nicht schlachtreif sind?


    Genau: Verenden lassen und dann neue Ohrmarken rein.



    Beim Importkontigent wird auch betrogen: Zum Teil werden die gleichen Tiere 2 mal an Märkten aufgeführt, um entsprechend mehr Importkonitgent zu erhalten.

  • Beat Würsch | 11.01.2025

    Nie und nimmer Sterben durchschnittlich 13% der Schaf im Jahr... bin mit Schafen und Alpung aufgewachsen... zwischen 1 bis 4% sind es im Jahr, je nachdem ob noch eine ansteckende Krankheit grassiert...



    Das die Schaffaltung unter Nachtpferch (parasiten und krankheitsdruck) und dem Wolf eher mehr abgänge als früher zu erleiden hat ist kein Geheimniss aber nicht in diesem Ausmass



    Wie viele dieser Schafe leben nur fiktiv auf der TVD um Sömmerungs , Alpungsbeiträge und Raus zu generieren??



    Oder wie viele Zuchtschafe haben zwillinge obwohl nur 1 Lamm geboren wurde?



    Solche Tiere müssen halt als verendet abgemeldet werden...was nicht existiert kann nicht geschlachtet werden. Auch Hofschlachtungen ohne Fleischverkauf in der Buchhaltung ist etwas Auffällig...



    Dämmerts?



    Betriebe mit derat hohen Abgängen unbedingt genau unter die Lupe nehmen!



    Sollte ja kein problem sein...von irgendwo kommen ja diese Zahlen

  • Max Dolder | 11.01.2025

    Einmal mehr wird deutlich, dass die Bauernlobby und Jäger nicht mal versucht haben der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Einen derart hohen Verlust an Schafen kann nicht verborgen bleiben. Die häufigsten Seuchen und Parasiten sind behandelbar. Aber wer sogar diesen Aufwand scheut, der wird ganz bestimmt seine Tiere auch nicvt mit Hunden oder Zäunen vor dem Wolf schützen. Da wird viel lieber die Realität verdreht und zur Flinte gegriffen.

    • Rolf | 23.01.2025
      Ganz richtig!
×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Stilllegung von Zuchtsauenplätzen: Was haltet Ihr davon?

% Guter Ansatz
% Schlechter Ansatz
% Weiss noch nicht

Teilnehmer insgesamt 0

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?