Vorarlberg: 21 Rinder wegen Tuberkulose getötet

In einem landwirtschaftlichen Betrieb im Bezirk Dornbirn, nahe an der Schweizer Grenze, musste aufgrund von Rindertuberkulose eine Bestandstötung durchgeführt werden musste. Die Tiere standen im Zusammenhang mit einer Alpung ausserhalb Vorarlbergs im vergangenen Sommer.

aiz/blu |

Der betroffene Betrieb war bei vorangegangenen Untersuchungen zunächst unauffällig, teilte das Landesveterinärabteilung Vorarlberg Mittwoch. Im Zuge einer Schlachtung sowie einem kurz darauf verendeten Tier wurden TBC-verdächtige Veränderungen in der Lunge festgestellt. Die daraufhin durchgeführte Bestandsuntersuchung ergab, dass mehr als die Hälfte der insgesamt 21 Tiere infiziert war, weshalb die Durchführung einer Bestandstötung notwendig wurde.

Da kürzlich mehrere Tiere aus diesem Betrieb in einen weiteren Betrieb im Bezirk Dornbirn verbracht wurden, wurde auch dieser vorsorglich gesperrt. In diesem Betrieb wurde bereits die diagnostische Tötung von sechs Tieren durchgeführt und der verbleibende Bestand unterliegt derzeit einer Bestandsuntersuchung.

Neben den beiden genannten gesperrten Betrieben im Bezirk Dornbirn konnten unterdessen im Bezirk Bregenz in vier Betrieben die Sperren aufgehoben werden, nachdem die vorgeschriebenen Nachuntersuchungen im Abstand von zwei Monaten jeweils negative Ergebnisse für den gesamten Tierbestand erbracht hatten.

Somit sind aktuell zwei Betriebe im Bezirk Bregenz, drei Betriebe im Bezirk Dornbirn und ein Betrieb im Bezirk Bludenz – insgesamt sechs Betriebe – gesperrt. Vier davon stehen im Zusammenhang mit einer Alpung ausserhalb Vorarlbergs.

Die Rinder-Tuberkulose (TBC) macht den Landwirtinnen und Landwirten in Vorarlberg seit Jahren zu schaffen. Das Bundesland hat deshalb die Bekämpfung der Seuche intensiviert. In diesem Jahr wurden mehrere Betriebe gesperrt. Bis Ende Februar wurden beretits 67 Rinder getötet. Es wurden 12’500 Tests in 1100 Betrieben durchgeführt. Die Zahl der getöteten Tiere ist nun auf über 80 gestiegen.

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Tuberkulose

Die Schweiz gemäss Behörden bei Nutz- und Wildtieren als frei von der bakteriellen Infektionskrankheit. Die Tuberkulose ist eine chronisch verlaufende, bakterielle Infektionskrankheit. Wildtiere, Nutztiere und Menschen können daran erkranken. Der aktuell dominierende Erreger bei den Tuberkulosefällen bei Rothirschen in Westösterreich und Süddeutschland ist das Bakterium Mycobacterium caprae. Es kann auf Rinder, aber auch auf den Menschen übertragen werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte «Reservoire» der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden. Alle Säugtiere und der Mensch können sich anstecken. Die Rindertuberkulose kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden.

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Kommentare (1)

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  • Andrea Accola | 24.04.2026
    Mich gibt es wunder, wie lange noch am eigentlichen Grund vorbei saniert wird. Dieser ist eindeutig in der unbegrenzten Rotwildfütterung. Wenn jährlich im Winter auf einer Fläche von 1 - 2 Hektaren hundert bis 150 Rothirsche gefüttert werden, so muss das zur unkontrollierter Ausbreitung der Tuberkulose führen. Das die Rotwildbestände davon befallen sin ist belegt. Die Revierbesitzer entlang der Schweizergrenze gehören zu den besten Kunden der Raufutterhändler in Vorarlberg. Auch für das Bündner Prättigau und die Bündner Herrschaft besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr, weil viele Rothirsche aus Vorarlberg nach Ende der Sonderjagd mitte Dezember über die Schweizergrenze in die besseren Wintereinstände in dieser Region wechseln, wo sie bis zu Schneeschmelze im Frühjahr verbleiben.
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