
Der deutliche Rückgang der Wolfsrisse ist laut der «Gruppe Wolf Schweiz» auf den konsequent ausgebauten Herdenschutz zurückzuführen.
Angela
In den Kantonen, in denen es Wolfsrudeln gibt, wurden bis Ende Juli weniger als halb so viele Risse registriert wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, schreibt die «Gruppe Wolf Schweiz» (GWS) unter Bezugnahme auf öffentlich zugängliche Daten der Kantone. Dabei waren die Risse bereits im Jahr 2025 geringer als in den Vorjahren.
Deutlicher Rückgang in zwei Kantonen
Besonders deutlich sei der Rückgang in Graubünden und der Waadt. So wurden in Graubünden bis Ende Juli dieses Jahres 29 von Wölfen gerissene Nutztiere registriert, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 67. In der Waadt ging die Zahl von 114 auf fünf Tiere zurück.

Die «Gruppe Wolf Schweiz» betont, dass die Daten für diese Tabelle aus den öffentlich publizierten Daten der Kantone stammen.
zvg
In den Kantonen Obwalden und Schwyz wurden laut der GWS im laufenden Jahr bisher gar keine Nutztiere gemeldet. Glarus verzeichnet einen Riss, St. Gallen deren zwei. Einzig im Kanton Neuenburg sei auf tiefem Niveau eine Zunahme der Risse zu beobachten. Der Kanton Tessin habe keine aktuellen Risszahlen veröffentlicht.
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Unterschiede zwischen Ober- und Unterwallis
Die meisten Wolfsrisse werden weiterhin im Wallis registriert. Auffällig seien jedoch laut der GWS die grossen Unterschiede zwischen Ober- und Unterwallis. Während im Oberwallis regelmässig Nutztiere gerissen werden, wurden im gesamten Unterwallis im laufenden Jahr lediglich zwei bestätigte Wolfsangriffe verzeichnet. «Dies, obwohl im Unterwallis mit rund acht Wolfsrudeln deutlich mehr Rudel leben als im Oberwallis mit etwa drei bis fünf». Doch auch im Wallis bewegen sich die Risszahlen laut GWS auf dem tiefsten Stand seit mindestens sechs Jahren.
Dies deute darauf hin, dass für die unterschiedlichen Risszahlen nicht die Zahl der Wölfe allein entscheidend seien, «sondern die Art und Weise der Nutztierhaltung, die sich zwischen den beiden Kantonsteilen deutlich unterscheidet». Abschüsse allein würden diesen Unterschied nicht erklären können. Denn im vergangenen Herbst und Winter wurde in beiden Kantonsteilen präventiv reguliert. «Einzelabschüsse gab es im Oberwallis sogar deutlich häufiger», so die GWS.
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Konsequenter Herdenschutz
Der deutliche Rückgang der Wolfsrisse in den «Wolfskantonen» ist in erster Linie auf den konsequent ausgebauten Herdenschutz zurückzuführen, bilanziert die Organisation. Denn bereits seit 2023 würden die Risszahlen sinken, obwohl der Wolfsbestand seither weiter gewachsen sei.
Die GWS räumt ein, dass Abschüsse das Rissgeschehen lokal und vorübergehend beeinflussen und einzelne Rückgänge erklären, beispielsweise im Kanton Waadt nach der Regulierung des Rudels am Mont Tendre. «Sie erklären jedoch keine grossräumige und langfristige Entwicklung, zumal die Risszahlen auch in Gebieten ohne Abschüsse rückläufig sind», so die «Gruppe Wolf Schweiz».