
Nach Angaben der Ermittler sollen die Verdächtigen die Rinder zwischen März und Mai mit Viehtransportern nach Polen gebracht haben. (Symbolbild)
Proviande
In der vergangenen Woche wurde in Polen ein 41-Jähriger bei einer Durchsuchung festgenommen. Auf einer Raststätte in Brandenburg wurde ein 46-jähriger Komplize gefasst. Gemäss der Polizei handelt es sich um polnische Staatsangehörige.
Sie stehen laut Polizei im Verdacht, im Zeitraum von März bis Mai dieses Jahres die Rinder in Viehtransporter verladen und nach Polen gebracht zu haben. In der Folge seien die Tiere möglicherweise umetikettiert und in Polen neu angemeldet worden. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft.
Rinder sichergestellt
Ermittler des Landeskriminalamts Brandenburg haben gemeinsam mit dem Zentralen Ermittlungsbüro in Breslau in Polen vergangene Woche mehrere Objekte in der Woiwodschaft Lebus im Landkreis Sagan durchsucht. «Dabei wurden mehrere mutmasslich gestohlene Rinder sowie zahlreiche Beweismittel fest- und sichergestellt», teilen die Polizei Brandenburg und die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mit.
Amtstierärzte aus Deutschland und Polen untersuchen nun mithilfe von Haarproben die Herkunft der Tiere. Sie machen dazu einen Abgleich mit den Datenbanken in Deutschland. Dass noch weitere Täter beteiligt waren, schloss die Polizei auf Nachfrage von Nachrichtenagenturen nicht aus. Die Ermittlungen dazu würden weitergehen. Wie viele gestohlene Rinder in der Region Lebus gefunden wurden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums nicht.
«Nacht und Nebel sind kein gutes Versteck, erst recht nicht für Viehdiebe. Die Ermittler auf beiden Seiten der Grenze haben hervorragende Arbeit geleistet. Vier Monate haben sie nicht lockergelassen und sind dafür belohnt worden», sagte der brandenburgische Innenminister Jan Redmann.
Über 300'000 Franken Schaden
Auch bei der Polizei lobt man die Beharrlichkeit und Professionalität der Ermittler. «Viehdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern bedeutet mitunter einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden für die Geschädigten. Ich bin daher sehr froh, dass es der eingerichteten Ermittlungsgruppe gelungen ist, viele einzelne Spuren zu einem Bild zusammenzufügen und Tatverdächtige zu ermitteln», sagt der Brandenburger Polizeipräsident Oliver Stepien.
Insgesamt wurden zwischen März und Mai in vier Fällen 233 Rinder gestohlen. Das Landeskriminalamt richtete anschliessend eine Ermittlungsgruppe «Weide» ein und kontrollierte verstärkt Tiertransporte. Der Wert der Tiere wurde von der Polizei auf rund 337’000 Euro (317'000 Fr.) beziffert.