Biogas: Bündner Regierung unterschätzt Potenzial

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Zurzeit ist die Suche nach alternativen Energiequellen in vollem Gange. Ob Wasser, Sonne oder Wind, alle Optionen werden zurzeit ausgebaut. Wie steht es aber mit dem Kot und dem Urin von Kühen als Rohstoff für Biogas? Regierung und Experten sind sich uneins.

Die Bündner Regierung sieht in der Energiegewinnung aus Kuhmist kein Potenzial. «Doch. Dieses Potenzial gäbe es», widerspricht ein Bauer und Fachmann für Biogas der Regierung. Es brauche jetzt ein Pilotprojekt, fordert Bauer Mehli in einem Bericht der «Südostschweiz».

Ob sich Biogas lohnt scheint umstritten

Rein theoretisch besteht Gewissheit. Wenn Mist und Gülle vergären kann daraus Biogas gewonnen werden. Strittig ist, ob sich die entsprechenden Investitionen lohnen würden. Auch Mitte-Grossrat Rico Lamprecht aus Val Müstair GR sehe darin ein Potenzial.

Mit einer parlamentarischen Anfrage hat er sich deshalb bei der Bündner Regierung erkundigt, ob vermehrt Biogas aus der Landwirtschaft gewonnen werden kann. Es gäbe bereits solche Projekte, antwortete ihm die Regierung. Die Hochrechnungen, die Lamprecht dabei vorgelegt hätte, seien ausserdem viel zu hoch.

Andreas Mehli, Churer Landwirt und Energieexperte sieht das aber anders. Die Regierung stütze sich bei ihrer Antwort auf eine 11-jährige Botschaft. «Dabei belegen Studien ein hohes ungenutztes Potenzial in den Regionen» sagt Bauer der «Südostschweiz». Die Potenziale für Graubünden müssten überarbeitet und also neu berechnet werden, ergänzt Mehli.

Biogas-Potenzial aus Gülle sei prüfenswert

Je mehr man über Biogas wisse, desto grösser würde das Interesse, zeigt sich der Churer Landwirt überzeugt. So wäre es möglich, Biogas auf allen Höfen zu produzieren, und zwar mit dezentralen Anlagen.

Mehli fordere deshalb nicht nur eine Neuberechnung des Potenzials, sondern auch die Realisierung eines grösseren Pilotprojektes. «Dieser Pilot soll beweisen, dass es funktioniert», sagt Mehli. Er sei sich aber bewusst, dass Biogas im Vergleich zu Wind, Sonne oder Wasser nur ein geringeres Potenzial hätte. Trotzdem sei es prüfenswert. 

Mehli hat sowohl die Berechnungen der Regierung wie auch jene von Lamprecht miteinander verglichen. Er kommt zum Schluss, dass die Berechnungen von Lamprecht eher der Realität entsprechen würden. Die Bündner Regierung hat das Potenzial von landwirtschaftlichem Biogas aus seiner Sicht also unterschätzt.

Der «Schweizer Bauer» hat bereits verschiedentlich über Biogas berichtet: 

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