
Am 23. Juni hatte die Sicherheitsdirektion den Abschuss des Wolfs angeordnet, nachdem die Schadensschwelle gemäss Bundesrecht erreicht worden war. (Symbolbild)
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Die Wildhut des Kantons Uri hat den schadenstiftenden Wolf auf der Alp «Vorder Bristen» in der Gemeinde Silenen erlegt, heisst es in einer Mitteilung des Kantons. Der Wolf sei in unmittelbarer Nähe zum Ort, an der er am 21./22. Juni sechs Schafe gerissen hat, geschossen worden.
Es handelt sich um ein männliches Einzeltier. Der Wolf wurde zur weiteren Untersuchung an das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) in Bern überführt.
Alp «nicht zumutbar schützbar»
Am 23. Juni hatte die Sicherheitsdirektion den Abschuss des Wolfs angeordnet, nachdem die Schadensschwelle gemäss Bundesrecht erreicht worden war. Bei der Alp «Vorder Bristen» handelt es sich Laut Bundesamt für Landwirtschaft um eine nicht zumutbar schützbare Alp. Bei nicht zumutbar schützbaren Alpen müssen nach dem ersten Angriff Notfallmassnahmen umgesetzt werden.
«Weil die erforderlichen Notfallmassnahmen nach dem Wolfangriff umgesetzt wurden, ist die Schadensschwelle von mindestens sechs getöteten Nutztieren erreicht», hiess es damals im Communiqué des Kantons.
Wiederspruch festgestellt
Die Gruppe Wolf Schweiz kritisierte die Abschussverfügung. Diese sei nach einem einzigen Angriff auf eine ungeschützte Herde erteilt worden. Laut der Organisation gab es in der Kommunikation des Kantons einen Widerspruch.
Die Alp werde als «nicht zumutbar schützbar» bezeichnet, gleichzeitig halte der Kanton aber fest, dass nach den Rissen umgehend Herdenschutzzäune erstellt worden seien.
«Die Notfallmassnahmen zeigen, dass Herdenschutz auch auf Alpen mit dem Etikett ‹nicht zumutbar schützbar› technisch umsetzbar ist», schreibt die Organisation. Der Kanton erweise der Alpwirtschaft damit einen Bärendienst. Die Gruppe Wolf Schweiz fordert mehr Herdenschutz.
Im Meiental wurde ein Wolf erlegt
Der Kanton Uri hatte bereits im Juni einen Wolf im Meiental in der Gemeinde Wassen zum Abschuss freigegeben. Das Tier hatte auf der Alp «Heimkuhweide Fürlauwi» sechs Schafe getötet. Gemäss dem Urner Landwirtschaftsamt handelt es sich auch dort um eine nicht zumutbar schützbare Alp. Die erforderlichen Notfallmassnahmen wurden mit Elektrozäunen umgesetzt.
Am 12. Juni wurde der Wolf im Meiental schliesslich erlegt.