
Um ihre Tierbestände zu verkleinern und den Futterbedarf zu senken, liefern viele Betriebe zusätzliche Schlachttiere ab.
lid
Seit Monaten fällt in vielen Regionen der Schweiz deutlich zu wenig Regen. Wiesen und Weiden liefern kaum noch Futter, weshalb zahlreiche Tierhalter bereits ihre Wintervorräte anbrechen müssen. Gleichzeitig verteuert sich der Zukauf von Futter, da die Trockenheit weite Teile Europas betrifft.
Der Zürcher Bauernverband (ZBV) warnt, dass die Situation für viele Betriebe existenzbedrohend wird. Neben den hohen Kosten für Bewässerung belasten insbesondere die steigenden Futterkosten die Landwirtschaft. Weil viele Produzenten in den vergangenen Jahren keine kostendeckenden Preise erzielt hätten, fehlten nun die finanziellen Reserven.
Mehr Tiere werden geschlachtet
Der Futtermangel wirkt sich zunehmend auf den Schlachtviehmarkt aus. Um ihre Tierbestände zu verkleinern und den Futterbedarf zu senken, liefern viele Betriebe zusätzliche Schlachttiere ab.
Bereits Mitte Juli riefen der Schweizer Bauernverband (SBV), der Schweizerische Viehhändlerverband (SVV) und die Interessengemeinschaft öffentliche Märkte (IGöM) dazu auf, Schlachtkühe gestaffelt zu vermarkten. «Wir erwarten mit diesem Aufruf eine Verhinderung von Angebotsspitzen und eine Angebotsglättung», schrieben die Verbände.
Kritik an Fleischimporten
Für Unverständnis sorgt bei vielen Rindviehhaltern, dass trotz des grossen Inlandangebots weiterhin Importe von Verarbeitungskühen vorgesehen sind. Das Bäuerliche Zentrum Schweiz (BZS) fordert deshalb, vorerst keine entsprechenden Importe mehr zu bewilligen.
Proviande hält dagegen fest, dass ergänzende Importe weiterhin notwendig seien, um die Nachfrage zu decken. Zudem seien für August mit 500 Tonnen deutlich weniger Importe beantragt worden als im Vorjahr.
ZBV fordert Unterstützung
Angesichts der angespannten Lage fordert der Zürcher Bauernverband rasches Handeln. Zum einen sollen Handel, Verarbeiter und Detailhandel die ausserordentlichen Mehrkosten mit höheren Produzentenpreisen abgelten. Zum anderen verlangt der Verband flexiblere Übernahmebedingungen, damit auch Produkte mit kleineren Qualitätsabweichungen vermarktet werden können.
«Die Bauernfamilien brauchen jetzt Signale – nicht erst nach der Ernte», betont der ZBV. Nur so könne verhindert werden, dass die Folgen der Dürre die wirtschaftliche Situation der Betriebe weiter verschärfen.
-> Dürre: ZBV fordert höhere Produzentenpreise
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