
Während einige Alpen den Sommer bisher gut überstanden haben, kämpfen andere bereits mit akuter Futter- und Wasserknappheit.
Jonas Kambli, VBS
Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen setzen den Alpen in diesem Sommer stark zu. Auf zahlreichen Sömmerungsbetrieben wächst deutlich weniger Gras als üblich, gleichzeitig versiegen Quellen oder liefern nur noch wenig Wasser. Für viele Älplerinnen und Älpler bleibt deshalb nur der vorzeitige Alpabzug von Rindern, Kühen, Schafen oder Ziegen.
Mit dem früheren Ende der Alpsaison steigt der Druck auf die Talbetriebe. Dort müssen zusätzliches Futter und Wasser bereitgestellt werden – häufig zu einem Zeitpunkt, an dem die Futtervorräte wegen der Trockenheit bereits knapp sind. Besonders Betriebe mit wenig Eigenfutter geraten dadurch unter Druck.
Ob und in welchem Ausmass Tiere früher von der Alp geholt werden müssen, hängt stark von der Region, der Höhenlage und den Niederschlägen der vergangenen Wochen ab. Während einige Alpen den Sommer bisher gut überstanden haben, kämpfen andere bereits mit akuter Futter- und Wasserknappheit. Sollte die Trockenheit anhalten, dürfte sich die Zahl der vorzeitigen Alpabzüge weiter erhöhen.
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Diese Ausnahmen gelten bei Trockenheit
Um auf akuten Futtermangel infolge der Trockenheit zu reagieren, haben mehrere Kantone Ausnahmebewilligungen erlassen. Sie ermöglichen unter anderem, Biodiversitätsförderflächen (BFF) früher als üblich zu beweiden oder zu nutzen. Zudem kann bei den Tierwohlprogrammen RAUS und Weidebeitrag der Weidegang vorübergehend durch Auslauf im Laufhof ersetzt werden, wenn auf den Weiden nicht mehr genügend Futter wächst.
Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Kanton. Die Ausnahmebewilligungen sollen den Betrieben helfen, die Futterversorgung sicherzustellen, ohne Direktzahlungsbeiträge zu gefährden. Landwirte sollten sich deshalb über die jeweils geltenden Bestimmungen ihres Kantons informieren.
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