Montag, 23. Mai 2022
23.11.2021 18:02
Mostobst

Mostobsternte 30 Prozent tiefer als erwartet

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Von: blu

Die ungünstigen Witterungsverhältnisse haben sich negativ auf die Ernteerträge ausgewirkt. Die Ernte fällt 2021 deutlich tiefer als geschätzt aus. Die Erntemenge entspricht lediglich 49.5 Prozent einer durchschnittlichen Mostobsternte der letzten zehn Jahre.

Insgesamt wurden 46’000 Tonnen Mostobst geerntet, davon waren rund 42’250 Tonnen Mostäpfel und 3800 Tonnen Mostbirnen. Der Bio-Anteil an der gesamten Ernte ist im Vergleich zum Vorjahr um 1.5 Prozentpunkte auf zehn Prozent gesunken. Die unterdurchschnittliche Ernte ist auf die Frostnächte im Frühling und die Unwetter mit Hagel im Sommer zurückzuführen.

Kleinste Ernte seit 1993

«Mit 3800 Tonnen Mostbirnen wurde in diesem Jahr die kleinste Mostbirnenernte seit 1993 in den meldepflichten Mostereien verarbeitet», schreibt der Obstverband (SOV) in einer Mitteilung. Die Ernte 2021 liegt rund 77 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 11’435 Tonnen. Die kleine Ernte führt der Verband auf die natürlichen Ertragsschwankungen und die schwierigen Produktionsbedingungen zurück.

Da im vergangenen Jahr die Ernte so üppig ausfiel, sind die Tanks, trotz Export von Konzentraten, immer noch sehr gut gefüllt. Das wirkt sich erneut auf die Produzenten aus. Die Richtpreise für Mostobst liegen auf der Höhe des Vorjahres. Für gewöhnliche Mostäpfel wird dieser bei 26 Fr. pro 100 kg und für spezielle Mostäpfel bei 33 Franken festgelegt. 

-> Hier gehts zum Schlussbericht

Grundrückbehalt

Trotz der tiefen Erntemengen gibt es für die Bauern trotzdem Rückbehalte. Das Produktezentrum Mostobst hat für Suisse Garantie Mostobst einen Rückbehalt von drei Franken pro hundert Kilo beschlossen. Für Bio-Mostäpfel wurde erstmals ein Rückbehalt von zwei Franken pro hundert Kilo festgelegt.

Die diesjährigen Rückbehalte werden von der Branche auf die hohen Lagerbestände zurückgeführt. «Trotz umfangreicher Marktentlastungsmassnahmen im Jahr 2021 verfügten die Mostereien vor der Ernte über Lagerbestände, die den Bedarf von mehr als einem Jahr abdecken», schreibt denn auch der Obstverband. Zudem werden auch weniger Obstsäfte abgesetzt.

Die Mostäpfel stammen zu 89 % aus der Ostschweiz. Das Mittelland und die Zentralschweiz lieferten gemeinsam 3 % der gesamten Mostäpfel und die Region Bern / Westschweiz 8 %. 78 % der Birnen wurden in der Ostschweiz geerntet, 1 % in Bern bzw. der Westschweiz sowie 21 % im Mittelland und der Zentralschweiz.

89.4 % der gesamten Ernte wurde mit den Produktionsmethode Suisse Garantie (SGA) und konventionell produziert. 10.6 % der Ernte wurde mit der biologischen Produktionsmethode produziert. Im Vergleich zum letzten Jahr sank der Anteil an Bio-Mostobst leicht um 1.5 %-Punkte. 

Bauern verärgert

«Da wir letztes Jahr einen grossen Rückbehalt eingezogen haben und durch das einen Teil der Übermengen exportieren konnten und nun dieses Jahr eine kleine Ernte erwartet wird, wird dies dazu führen, dass noch einmal Übermengen abgebaut werden können», sagte Christoph Suter von der Ramseier Suisse AG im Oktober.

Gemäss Obstverband wird die tiefe Ernte 2021 wird zu einer Entlastung der Lagerbestände führen. Damit steigen auch die Chancen, dass im kommenden Jahr die Rückbehalte wegfallen könnten.

Die Höhe der Rückbehalte sorgten bei Landwirtinnen und Landwirten in den vergangenen Monaten für Unmut. Für Ernst Peter, Präsident der IG Hochstammobstbau Schweiz, kann es so nicht weitergehen. Er forderte eine Obergrenze beim Rückbehalt. Und er will mehr Transparenz: Er will wissen, welche Unternehmen mit dem Produzentengeld zu welchen Preisen Obstsaftkonzentrat exportieren.

Am Rückbehalt wird festgehalten

«Die Verarbeiter müssen sich viel stärker als heute an den Kosten der Überschussverwertung beteiligen», sagte Peter Anfang August gegenüber «Schweizer Bauer». Auch der Schweizer Bauernverband (SBV) sieht beim System Handlungsbedarf. Dieses sei zu teuer. «Aus Sicht des SBV ist insbesondere zu prüfen, wie die Kosten der Überschussverwertung solidarisch auf die ganze Wertschöpfungskette verteilt werden können, das heisst insbesondere, dass sich die Verarbeiter in einem angemessenen Umfang daran beteiligen», sagte SBV-Direktor Martin Rufer zum «Schweizer Bauer».

Das Produktzentrum Mostobst hat sich nach eigenen Angaben intensiv mit der aktuellen Situation des Mostobstmarktes auseinandergesetzt. Doch die Vertreter wollen keine Änderung vornehmen. «Es gibt derzeit keine bessere Alternative zum gegenwärtigen System», so der Obstverband im vergangenen August.

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3 Responses

  1. Die geringe mostobsternte ist nicht nur auf das wetter zu schieben! Viele und ich auch liessen das vieh die ernte erledigen! Werde es auch weiterhin so machen wenn es keine gerechten lohn gibt!

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