Freitag, 30. September 2022
28.12.2021 15:20
Jahresrückblick  2021 (3/15)

Gemüse: Importe wegen Wetter

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Von: LID

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) zieht Bilanz über das Jahr 2021.  Der Gemüsebau litt unter Hagel und Sonnenmangel, das wird Auswirkungen auf das Frühjahr 2022 haben. Mehr dazu im dritten Teil der Jahresrückblick-Serie.

Die Unwetter im Sommer führten für die Gemüseproduzenten zu einer schwierigen und aussergewöhnlichen Saison. Im April gab es Frostnächte und im Juni kam es zu Unwettern mit verheerenden Hagelschlägen und auch Überschwemmungen.

Das alles tangierte die Gemüseproduktion 2021. Die Produzentinnen und Produzenten konnten teils die Nachfrage nicht mehr decken. Manche hatten gar Totalausfälle zu beklagen.

Situation bei Salaten besonders

«Einige Gemüsearten traf es schlimmer als andere, beispielsweise war die Situation bei den Salaten aussergewöhnlich», erklärt Markus Waber, stellvertretender Direktor des Verbands der Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP). Im Normalfall müssten im Sommer keine Salate importiert werden.

«Dieses Jahr aber fehlte im Monat Juli und August zeitweise rund die Hälfte der Ware», ergänzt er. Auf Herbst hin erholte sich die Situation dank neuer Pflanzungen und besserem Wetter etwas.

Zuwenig Sonne im Gewächshaus

Neben Salat waren auch Broccoli, Blumenkohl, Zucchetti oder Fenchel stark vom Wetter betroffen. Die Importe fielen dementsprechend höher aus als in einem normalen Jahr.

Im Gewächshaus fiel zwar kein Regen, aber es fehlte an Sonne und damit an Licht und sorgte auch hier für tiefere Erntemengen als üblich.
Heinz Röthlisberger

Im Gewächshaus fiel zwar kein Regen, aber es fehlte an Sonne und damit an Licht und sorgte auch hier für tiefere Erntemengen als üblich. «Über das ganze Gemüsesortiment fehlten im Hochsommer schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der üblichen Mengen», fasst Markus Waber zusammen.

Lagergemüse für Frühling 2022 importieren

Noch lange zu spüren Zu spüren sind die Auswirkungen auch beim Lagergemüse wie Rüebli oder Zwiebeln, wo schätzungsweise zwischen 25 und 30 Prozent weniger eingelagert werden kann.

Damit wird die Situation die Branche bis ins nächste Jahr hinein beschäftigen: «Das bedeutet, dass wir im Frühling früher und auch in einem grösseren Ausmass als üblich mit Importware ergänzen müssen», so Markus Waber.

Jahresrückblick 2021:

1. Teil: Kulturen saufen ab 
2. Teil: Obstbau Schäden in Millionenhöhe

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