Sonntag, 18. April 2021
04.03.2021 11:44
Parlament

Nationalrat will Futtermittel-Offenlegung 

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Von: sda

In der Vorlage zur Verminderung von Pflanzenschutzmittel-Risiken für das Trinkwasser bleiben zwei Punkte umstritten. Noch nicht einig sind sich die Räte zunächst, wie weit die Offenlegungspflicht für Dünger- und Futterlieferungen gehen soll. Diese soll Grundlage sein für die Erstellung von Nährstoffbilanzen.

Der Nationalrat will eine Offenlegungspflicht für Dünger und für an Landwirtschaftsbetriebe gelieferte Futtermittel. Er hat dies am Donnerstag mit 105 zu 89 Stimmen bestätigt.

Lieferanten sollen melden

Der Ständerat hatte die Futtermittel aus der Bestimmung gestrichen. Eine bürgerliche Minderheit im Nationalrat hätte nachziehen wollen. Ihr Sprecher Leo Müller (CVP/LU) kritisierte, dass der Passus nicht breit abgestützt sei. Futtermittel landeten in Form von Mist auf den Feldern, entgegnete Kilian Baumann (Grüne/BE) namens der Mehrheit.

Wer die Lieferungen deklarieren muss, entscheidet gemäss dem Vorschlag des Nationalrates der Bundesrat. Laut Landwirtschaftsminister Guy Parmelin würden die Lieferanten mit der Offenlegungspflicht betraut.

Zuströmbereiche benennen

Bestanden hat der Nationalrat auch auf der Pflicht für die Kantone, zusätzliche Zuströmbereiche für Grundwasserfassungen zu benennen. Er hielt auf Antrag einer Minderheit mit 102 zu 93 Stimmen an dieser zweiten Differenz fest. Der Ständerat wollte den Passus bisher nicht in der Vorlage, weil er ein Verfahren mit Vernehmlassung bevorzugt.

Die Pflicht zur Bestimmung weiterer Zuströmbereiche soll eine Grundlage sein für einen besseren Schutz des Trinkwassers. Gelten soll sie sie für Fassungen von regionaler Bedeutung und auch, wenn in der Umgebung einer Grundwasserfassung Tätigkeiten ausgeführt werden, die das Wasser verschmutzen könnten.

«Ginge nur Zeit verloren»

Ohne zu wissen, wo gefährdete Gebiete lägen, sei ein Schutz des Trinkwassers nicht möglich, sagte Minderheiten-Sprecherin Jacqueline Badran (SP/ZH). Aus einer Vernehmlassung wäre nichts Neues zu erwarten, aber es ginge Zeit verloren, doppelte Kathrin Bertschy (GLP/BE) nach.

Die Vorlage zur Verminderung der Risiken für das Trinkwasser durch Pestizide beinhaltet Anpassungen im Chemikaliengesetz, im Landwirtschaftsgesetz und im Gewässerschutzgesetz. Formell ist sie zwar kein indirekter Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative und zur Pestizidverbots-Initiative, über die im Juni abgestimmt wird. Sie soll den Volksbegehren aber den Wind aus den Segeln nehmen.

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9 Responses

    1. wer dagegen ist hat offenbar etwas zu verbergen. der aufwand hält sich in grenzen um analog hoduflu die bewegungen zu erfassen, ich denke 4 clicks im netz und gut ist. die bios machen das schon.

  1. Viele Bauern halten zu viele Tiere auf ihren Betrieben. Die Hofdünger die sie loswerden müssen registrieren sie sehr gerne im hoduflu. Wenn nun das zugekaufte Futter die Nährstoffbilanz belasten soll, haben viele ein Problem. Es wäre aber nichts anderes als gerecht!

  2. Wie darf ich dann das Grundfutter hinterlegen…?
    Muss zu jeder Silo oder Heu Balle auch eine Nährstoffanalyse gemacht werden?
    Denn wenn ich ein KG TS Heu kaufe, mit 4.6 NEL
    Oder Top Heu mit 6.2 NEL macht es doch ein Unterschied!
    Wenn die Milch 4.6% Fett und 3.7% Eiweiss hat, verlassen ja mehr Nährstoffe den Hof mit der Milch.
    Wie wird das in der Nährstoffbilanz berücksichtigt?
    Kommen dann Beamten zu mir auf den Hof und Nehmen von jeder Kuh Milchproben, Mist, Harn und wägen sie täglich?

  3. Konnte letztens mit dem Inhaber einer Liegenschafts Unterhalt Firma in einer Stadt sprechen. Habe ihn gefragt wieviel Kunstdünger sie benötigen. Das ist eine Unglaubliche Zahl was er mir gesagt hat. Ich habe ihn darauf angesproche was in der Landwirtschaft in sachen Vorschriften so abgeht, er mir gesagt dass sei total nicht vergleichbar. 1. haben wir den Lohn vom Bund, da muss mehr geschaut werden. 2. Verwenden sie das Futter nicht für die Tiernahrung. Was gibt es mehr Bauern oder so Firmen

  4. Jetzt hat die Frau Bertschy noch der Baumann gewinnem können um auf der Landwirtschaft herum zu trammpeln.
    Der Baumann ist sich anscheinend gar nicht bewusst von was er spricht und der Bertschy kann es ja egal sein… beide stehen nicht 365 Tag im Jahr jeden Morgen im Stall und möchten von Ihrer Arbeit leben können..
    Einfach nur zum ????

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