Freitag, 20. Mai 2022
02.05.2022 10:28
Initiative

«Tierbestände müssen sinken»

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: blu

Der Delegiertenrat von Pro Natura hat am Samstag die Ja-Parole zur «Initiative gegen Massentierhaltung» beschlossen. Kleinere Tierbestände sind aus der Sicht der Naturschutzorganisation  besser für die Biodiversität und das Tierwohl.

Gemäss Pro Natura werden auf den Landwirtschaftsbetrieben insgesamt 1,52 Millionen Kühe, 2.5 Millionen Schweine und 78 Millionen Hühner gehalten.

Aufgrund des Strukturwandels leben heute durchschnittlich mehr Nutztiere auf einem Betrieb als vor 20 Jahren. Für Pro Natura ist das der falsche Weg. Denn dies sei schlecht für das Tierwohl, das Klima und die Biodiversität.

«Nur 5 Prozent betroffen»

Die Organisation führt mehrere Gründe auf. Der Mist und die Gülle der 80 Millionen Nutztiere würden die Luft verschmutzen, das Grundwasser belasten und die Lebensräume überdüngen. «Die zu hohen Tierbestände sind damit eine der Hauptursachen der Biodiversitätskrise», sagte Pro Natura-Präsidentin und Nationalrätin Ursula Schneider Schüttel (SP/FR).  Um Boden, Wald und Gewässer zu entlasten, müssten die Tierbestände sinken, führte sie aus.

Die «Initiative gegen Massentierhaltung» erfüllte genau diese Forderung. Einerseits würde so die Anzahle Tiere pro Hektar gesenkt und andererseits durch kleinere Tierbestände das Tierwohl erhöht, heisst es in der Mitteilung. Dass die Regelung auch Importe betrifft, begrüsst Pro Natura. Gemäss der Naturschutzorganisation wären bei einer Annahme «nur rund 5 Prozent der Betriebe betroffen». Sie Organisation verweist bei dieser Angabe auf den Bundesrat.

Initiative: Übergangsfrist von 25 Jahren

Die Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz» (Massentierhaltungsinitiative) wurde im September mit 106’000 gültigen Initiativen eingereicht. Diese verlangt, dass spätestens 25 Jahre nach Inkrafttreten der neuen Gesetze alle Nutztiere in der Schweiz mindestens nach dem Standard der Bio Suisse gehalten werden. Der Bund soll Kriterien für die Unterbringung, den Auslauf, die Anzahl gehaltener Tiere und die Schlachtung festlegen.

Gilt auch für Importe Dies hätte einschneidende Auswirkungen auf die Nutztierhaltung: Nur noch 2000 Legehennen pro Betrieb, Anbindehaltung von Kühen nur in Kombination mit Raus-Programm. Auch bei Schweinen gäbe es Auswirkungen: Bei Bio-Schweinen in Ausmast ist eine Gesamtfläche von 1,65 Quadratmeter Pflicht, bei konventionellen Tieren 1,3 Quadratmeter.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Flugzeug - Hiljon Wegen der anhaltenden Knappheit an Säuglingsnahrung holt sich die US-Regierung via Flugzeug Nestlé-Babymilchpulver ins Land. Im Rahmen der von Präsident Joe Biden ins Leben gerufenen «Operation Fly…

Politik & Wirtschaft

Russland blockiert Schiffslieferungen mit Weizen aus der Ukraine, auf die aber viele Staaten in Afrika und Asien angewiesen sind. - des Pierres Mit einem Bündnis für globale Ernährungssicherheit wollen die…

Politik & Wirtschaft

Indonesien hatte als weltgrösster Produzent des begehrten pflanzlichen Rohstoffes den Export von rohem Palmöl Ende April ausgesetzt. Nun soll es nach Protesten ab Montag wieder exportiert werden. - Pixabay Indonesien…

Politik & Wirtschaft

Gewinnsprünge bei Düngemittelherstellern sind laut dem Vorstizenden des finnischen Bauernverbandes ein klares Indiz für eine zu grosse Preissetzungsmacht. - Umweltbundesamt Der Vorsitzende des finnischen Bauernverbandes (MTK), Juha Marttila, wirft Düngemittelherstellern vor,…

5 Responses

  1. In der Schwei haben wir wegen der Landwirtschaft keine Biodiversitätskrise.
    Wir haben aber eine Volksverdummungskriese, da ist die ProNatura an vorderster Vront dabei!

  2. Sind sich die Leute von pro Natura auch bewusst, wieviel mehr Menschen heute, in der Schweiz ernährt werden wollen, als noch vor 20 Jahren. Das erklärt auch , warum der Fleischkonsum, so angestiegen ist. Es ist leicht vorstellbar,
    dass auch wir in der Schweiz, bis in einem halben Jahr vor leeren Regalen stehen. Unsere Ernährung, ist gewaltig importabhängig und daher auch sehr verwundbar.

  3. Diese oberstudierten Leute sollten ihr Geld endlich mal mit Arbeiten verdienen nicht am Schreibtisch unnütze Papiere herausgeben .Schauen diese sogenannten Experten auch auf Biodiversität und Naturschutz wenn gewisse Bauvorhaben
    30 und mehr Hektaren bestes Ackerland verbaut und zubetoniert werden ? Überlegt mal !

  4. Organisationen wie Pronatura wurden durch den Wohlstand gross, den das Gewerbe und die Landwirtschaft in den letzten 100 Jahren schufen. Die Bevölkerung hatte durch die Effizienzsteigerungen und geringere Lebensmittelpreise mehr Zeit und Erspartes, welches an Organisationen und Hilfsorganisationen gespendet werden konnte. Jetzt wieder die Inlandproduktion zu verknappen, führt zu mehr Importen und mehr Umweltbelastung. Wohlstand kann nicht durch Ideologie geschaffen werden.

    1. Wo bleibt der Vertrag von Pro Natura der mir kostendeckende Preise mit einer Abnahmegarantie zusichert und zugleich den Betriebsverlust durch kleinere Viehbestände ausgleicht?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE