Montag, 17. Mai 2021
23.04.2021 18:17
Kampagnen

Umweltverbände wehren sich gegen Junglandwirt

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Von: sal

BirdLife, Greenpeace, WWF und Pro Natura weisen die Idee einer verborgenen Agenda der Roche-Erben weit von sich.

Landwirt und Agronom Jörg Büchi hat in einem Video die Kampagne «Agrarlobby stoppen» unter die Lupe genommen. Dabei hat er einen Punkt aufgenommen, den man zuerst im «Schweizer Bauer» lesen konnte: die Kampagne ist massgeblich finanziert  von einer Stiftung von milliardenschweren Erben des Pharmakonzerns Roche.

Büchi sprach von «Greenwashing» und erwähnte im Video, dass Roche seit Jahrzehnten in der Gentechnik forsche und dass man ohne Pflanzenschutzmittel auf Gentechnpflanzen angewiesen sein könnte. Der «Schweizer Bauer» hat Büchi letzte Woche zu seinem Video befragt.

«Inhalt kommt von uns»

Jetzt wehren sich die Umweltverbände. Sie weisen darauf hin, dass die vier an der Kampagne «Agrarlobby stoppen»  beteiligten Umweltverbände BirdLife Schweiz, Pro Natura, WWF Schweiz und Greenpeace Schweiz für die Kampagne auch Eigenleistungen erbringen. Nur die Kommunikation werde finanziert von der Stiftung für nachhaltige Landwirtschaft, die wiederum von der Mava-Stiftung finanziert werde. Die Mava-Stiftung setze sich in der Schweiz u.a. auch für die Kreislaufwirtschaft und den Gewässerschutz ein.

«Auf die Stiftung haben die Umweltverbände jedoch keinen Einfluss. In der Stiftung für nachhaltige Landwirtschaft (SNL) sitzen die VertreterInnen der Umweltverbände nicht im Stiftungsrat, sondern beraten die Stiftung lediglich im Beirat», schreiben die Verbände in einer Klarstellung zuhanden dieser Zeitung. Für den Inhalt der Kampagne trügen die Umweltverbände die Verantwortung.

«Keine Verschwörung»

Es gehe um eine Kommunikation zugunsten einer ökologischeren Schweizer Landwirtschaft. Dies insbesondere im Rahmen der politischen Debatte um die AP 22+, die «nun sistiert wurde aufgrund der Blockade durch die Agrarlobby». Das neue Pestizidgesetz (parlamentarische Initiative zur Senkung des Pestizidrisikos) erwähnen die Verbände nicht. Die SNL habe bislang rund 1 Million Franken für die Kampagne gesprochen.

«Die angedeutete Verschwörung bezüglich Gentech ist abstrus!», schreiben die vier genannten Verbände. Denn es seien ja gerade die Umweltorganisationen selbst, welche der Gentechnik in der Landwirtschaft kritisch gegenüberstehen. Dass es in der Schweiz ein Gentech-Moratorium gibt, sei gerade das Verdienst dieser Umweltorganisationen. Sie schreiben: «Die Umweltverbände verurteilen dieses Verdrehen von Fakten und das Postulieren von Verschwörungstheorien aufs Schärfste. Man darf durchaus unterschiedlicher Meinung sein, wenn es um die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft geht. Dies rechtfertigt es aber nicht, irgendwelche haltlosen Theorien zu postulieren und durch die Agrarpresse unhinterfragt und unkommentiert zu verbreiten.» 

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5 Responses

  1. Klar, die Umweltverbände sind in keiner Lobby und wer die Umweltverbände beschuldigt, ist ein Verschwörungstheoretiker.
    Jörg Büchi, lass dich nicht unterkriegen und verwirren!

  2. Ist klar die Hunde denen man auf den Schwanz steht bellen am lautesten. Die Umweltlobby steht der Agrarlobby in nichts nach und vor allem müssen die Spender mit reisserischen Kampagnen bei Laune gehalten werden.

  3. Nun wenn man das Gentechmoratorium 2005 googelt findet man nirgendwo einen Hinweis das die Umweltverbände eine tragende Rolle hatten. Aber neben dem Konsumentenschutz findet man den Bauernverband der sich aktiv dafür stark machte. Ich glaube schon das die Umweltverbände dafür waren aber dank ihnen wurde diese Initiative sicher nicht angenommen. Schon wieder mit falschen Lorbeeren schmücken!!!

    1. Da schmückt sich aber auch einer mit fremden Federn! 😉
      Ich muss hier wohl bald ein Copyright für meinen Namen beantragen… Dieser Kommentar ist nämlich nicht von mir!
      Luzerner Bauer der Erste.

  4. Wenn die Umweltverbände nicht im Stiftungsrat der Mava sitzen, werden sie von ihr instrumentalisiert.
    Wie auch immer, es geziehmt sich nicht, auf dem hohen Ross der Umweltchutz-Ethik zu sitzen, und sich gleichzeitig nach dem Prinzip von „Pecunia non olet “ finanzieren zu lassen.

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