Freitag, 22. Oktober 2021
21.09.2021 16:45
Milchmarkt

Aldi Fairmilk: Neu 1 Franken für Milchbauer

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Von: blu

Seit 2017 gibt es in den Filialen von Aldi Suisse «faire Milch» zu kaufen. Neu garantiert der Discounter den Lieferanten von «Fairmilk» einen Milchpreis von 1 Franken pro Kilo. Aldi will so die Milchproduzierenden stärken.

2017 führte Aldi die faire Milch ein. «Die «Fair Milk» soll nicht nur eine kurzfristige Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen auf dem Schweizer Milchmarkt sein, sondern ein langfristiges Engagement für die Schweizer Milchbauern und ihre Tiere darstellen», sagte Aldi damals gegenüber schweizerbauer.ch.

Unabhängig vom Richtpreis

Wie Aldi am Dienstag mitteilt, konnte die verkaufte Menge um das Vierfache gesteigert werden. Bisher erhielten Produzenten, die in das «Fairmilk»-Programm lieferten, einen ausbezahlten Milchpreis (ohne Abzüge), der 5 Rappen über dem Richtpreis von Molkereimilch im A-Segment liegt. Der Richtpreis beträgt derzeit 73 Rp./kg.

Neu garantiert Aldi einen Produzentenpreis von einem Franken für einen Kilo Milch. Aldi stelle so zuverlässig einen fairen Preis für die Produzenten sicher, unabhängig des Richtpreises für Milch, heisst es in der Mitteilung. Im Laden kostet ein Liter dieser Milch 1,69 Fr. Mit dem Kauf dieser «fairen Milch» könnten sich Kundinnen und Kunden bewusst für einen fairen Milchpreis für die Bauern entscheiden, so Aldi weiter.

BTS und Raus

«Wir schätzen die hohe Qualität der Schweizer Landwirtschaft und die harte Arbeit, die dahintersteckt. Mit dem höheren Preis setzen wir ein Zeichen für die Schweizer Milchbäuerinnen und Milchbauern», sagt Jérôme Meyer, Chef von Aldi Suisse.

Um am Programm teilnehmen zu können, müssen die Tierwohlprogramme «besonders tierfreundlichen Stallhaltung (BTS) und «Regelmässigen Auslauf ins Freie» (RAUS) erfüllen. 

Auch Bauerngenossenschaft zahlt 1 Franken

Die «Fairmilk» wird von Cremo in Freiburg abgefüllt. Das Unternehmen produziert auch die Milchen, Käse, Kaffeerahm und Fonduemischung für die Genossenschaft Faireswiss. 60 Milchbauern und -bäuerinnen aus der gesamten Schweiz sind Mitglieder bei «Faireswiss». Diese garantiert den Milchproduzenten einen kostendeckenden Milchpreis von einem Franken pro Kilo. 

Um liefern zu können, müssen sie mindestens zwei von drei Bundesprogrammen erfüllen. Es handelt sich um GMF (graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion), Raus (regemässiger Auslauf ins Freie) oder BTS (besonders tierfreundliches Stallhaltungssystem). 

«Damit wollen wir Familienbetriebe stärken sowie die Milchproduktion in der Schweiz erhalten. Denn eines unserer Ziele ist auch die Ernährungssicherheit», sagte Präsidentin Anne Chenevard zu «Schweizer Bauer». Wichtig sei es, dass sich die Bauern zusammenschliessen und die Milch gemeinsam vermarkten. «Wir verhandeln direkt mit den Detailhändlern und vereinbaren den Preis. Über die Höhe von einem Franken wird aber nicht verhandelt. Die Verarbeitung und die Verpackung werden über Dritte abgewickelt», fährt sie fort

Signalwirkung?

Der Entscheid von Aldi, das Unternehmen ist auch Mitglied der Branchenorganisation Milch (BOM), könnte Signalwirkung auf andere Detailhändler. Nebst Aldi haben auch Manor, Spar und die Migros in der Romandie solche fairen Milchen in ihrem Sortiment. Diese führen die Produkte von «Faireswiss» im Sortiment. 

Lidl und Coop fehlen bis jetzt solche Artikel. Ob die beiden Unternehmen nun hier nachziehen, wird sich zeigen.

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One Response

  1. CHF 1.- für den Bauern, CHF 1.69 für den Konsumenten,
    Darf ich fragen, wie viele Steuergelder, Subventionen, Förderbeitrage des Staates usw. fliessen, damit diese optisch kleinen Marktspanne möglich ist?
    Antworten sind nur erwünscht, wenn sie ehrlich sind und der Realität entsprechen….

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