Montag, 8. August 2022
21.03.2022 09:10
Milchmarkt

Butter: Import-Kontingent um 2000 Tonnen erhöht

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Von: blu

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erhöht das Zollkontingent für Butter auf Antrag der Branchenorganisation Milch für dieses Jahr erneut. Mit der zusätzlichen Importmenge von 2000 Tonnen soll die inländische Nachfrage bis Ende Jahr gedeckt werden können. Bereits im Februar wurde ein Einfuhrgesuch bewilligt.

Butter bleibt in der Schweiz knapp, und das seit dem Beginn der Pandemie. Und der Mangel setzt sich fort. Wie 2020 und 2021 werden die Lücken mit Importen geschlossen.

Erste Erhöhung Anfang Februar

Ende Dezember hatte die Branchenorganisation Milch (BOM) einen Antrag für 1000 Tonnen Butterimport ab Februar 2022 gestellt. Die BOM folgte damit der Analyse der zuständigen Kommission Butterimporte. Sie geht aufgrund der vorhandenen Parameter und unter Berücksichtigung der vorhandenen Lager für 2022 von einem Buttermanko im Umfang von 2700 t aus. Der Entscheid in der Kommission für diesen Antrag fiel in der paritätisch zusammengesetzten Kommission Butterimporte einstimmig.

Der Mangel wird erst ab der zweiten Jahreshälfte erwartet. Trotzdem beantragte die BOM eine Erhöhung des Importkontingents ab Februar 2022. «Indem die Importbutter regelmässig in den Markt fliesst, kann garantiert werden, dass die traditionellen Schweizer Marken «Floralp» und «Die Butter» ganzjährig mit Schweizer Butter hergestellt werden können», begründete die Branchenorganisation das Gesuch. 

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bewilligte das Gesuch am 4. Februar. Das Teilzollkontingents «Butter und andere Fettstoffe aus der Milch» wird um 1000 Tonnen erhöht.

«Käse statt Butter»

Anfang Februar 2022 analysierte die Kommission Butterimporte der BOM hat Anfang Februar 2022 die Situation zur Butterversorgung erneut. Anschliessend fällte sie  den Entscheid für ein weiteres Importgesuch über 2000 t Butter. Beim Bundesamt für Landwirtschaft ist am 8. Februar ein entsprechendes Gesuch für die Erhöhung des Teilzollkontingents gestellt worden. «Die vorhandenen Parameter haben nun ergeben, dass für 2022 ohne weitere Importe ein Buttermanko in der Grössenordnung von 1700 t bis 2200 t bis Ende Jahr entstehen würde», teilte die Kommission mit. Mit diesem Gesuch geht sie von «heute vorhandenen Daten» davon aus, dass die Versorgung bis Ende Jahr gesichert ist.

Am 21. März 2022 hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) das Gesuch bewilligt. Das inländische Angebot an Butter reiche gemäss Einschätzung der Branche im laufenden Jahr nicht aus, um die Nachfrage zu decken, teilte die Bundeshörde am Montag mit. Weiterhin werde ein Grossteil der Schweizer Milch zu Käse verarbeitet.

Bedarf von halben Monat

Die zweite Importfreigabe in diesem Jahr soll gemäss BWL jetzt erfolgen, so dass der Handel und die Verarbeitungsbetriebe die Importbutter kontinuierlich absetzen können. Das Zollkontingent für Butter wird ab dem 1. April bis Ende Jahr um 2000 Tonnen erhöht.

2000 Tonnen Butter entsprechen laut BWL etwa dem Bedarf von einem halben Monat. Durchschnittlich werden in der Schweiz pro Jahr mehr als 40’000 Tonnen Butter nachgefragt.

Bereits 2020 und 2021 importiert

Anfang 2020 lag das Schweizer Tiefkühlbutterlager knapp über null. Wegen der Covid-19-Pandemie wurden im Lauf des Frühlings 2020 die Lager nur ungenügend aufgebaut. Aufgrund des Shutdowns und den Einschränkungen konsumierte die Schweizer Bevölkerung zu Hause tendenziell mehr Butter. Um die Lücken zu schliessen, wurden im April 1000 t, im Juli 1800 t und im Oktober/November 2000 t Butterimporte bewilligt. Zusammen mit Einfuhren aus anderen Importgeschäften wurden 2020 insgesamt rund 6000 t Butter importiert.

2021 wurden in drei Gesuchen Butterimporte in der Höhe von 2500 Tonnen gestellt. Die Gesuche wurden bewilligt.

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16 Responses

  1. Die BOM verkommt immer mehr zum Erfüllungsgehilfen der verarbeitenden Industrie. Wenn ein grosser Teil der Butter sowieso in Form
    von Guetsli und Exportprodukten wieder exportiert wird, fragt sich, ob der Import nicht eher Sache der Verarbeiter ist, anstatt dass sich die Milchproduzenten wieder finanziell beteiligen müssen.
    Würde Angebot und Nachfrage funktionieren, würde mehr Schweizer Butter hergestellt.

  2. Als Milchproduzent scheint mir einmal mehr, dass der Markt nur nach unten funktioniert, und wir als Nettozahler noch so willkommen sind. Treibt das Spiel nur so weiter, die Folgen werden alle teuer zu stehen kommen. Aber dann ist es vielleicht zu spät.

  3. Käse scheint wettbewerbsfähiger zu sein als Butter (CH) und MMP mit Exportsubventionen. Die marode wirtschaftenden Pulvertürme in Freiburg und Hochdorf/Sulgen gehören stillgelegt. Mit No Name Milchpulver werden wir sie nie Erfolg haben mit Käse haben wir wenigstens langfristig eine Chance.

    1. Okay, geh freiwillig voran, nimm 15 Rappen weniger und milk was Du kannst! Ich komme dann in einem Jahr an Deine Zwangsversteigerung oder an Deine Trauerfeier! Entweder bist Du einfach nur völlig überheblich oder total blöd! Du kannst ja HEUTE schon „melken was das Zeug hält“, Lieferrechte bekommst Du praktisch gratis, warum tust Du es denn nicht? Ratschlag: Nächstes Mal ÜBERLEGEN bevor Du so einen Scheisskommentar schreibst! Wenn das nicht zuviel verlangt ist…..

    1. Genau, Milch verschenken, Verarbeiter und Handel und Migros und Coop werden auch auf ihre Marge verzichten. Somit hätten die Konsumenten die Milch gratis……träumereien….

  4. Wenn alle Milchproduzentenvertreter ihre Hausaufgaben machen würden, müsste der Milchpreis sofort um 10Rp. steigen.
    Mit dem aktuellen B Milchpreis kann auch schweizer Butter produziert werden .
    Die grössten Preisverhinderer sitzen in der BOM und im SMP .
    Im SMP wird schon seit Jahren nichts mehr gemacht, damit die Milchproduzenten einen kostrndeckenden Milchpreis erhalten…..traurig traurig… Schade um die Abgaben
    an diese Looserorganisation …..

  5. Warum ist es nicht besser weniger Käse zu produzieren und dafür mehr eigenen Butter
    Statt KÄSE NACH RUSSLAND MIT STEUERGELDER ZU EXPORTIEREN
    IST EINE SCHANDE FÜR DIE WELT

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