Dienstag, 27. Juli 2021
19.05.2021 20:02
Milchmarkt

Milch: A-Richtpreis steigt nicht

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Von: blu

Der Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment steigt nicht. Die Forderungen der Produzenten blieben unerfüllt. Der Vorstand der Branchenorganisation Milch hat den A-Richtpreis für weitere sechs Monate bei unverändert 73 Rp./kg franko Rampe festgelegt. Der Richtpreis für B-Milch hingegen steigt. 

In diesem Jahr gibt es keine weitere Erhöhung des Richtpreises für Molkereimilch.

2 Rappen mehr bei B-Milch

Auch in der zweiten Jahreshälfte kommt dieser auf 73 Rappen je Kilo Milch zu liegen. Normalerweise wird der Richtpreis quartalsweise festgesetzt.  Die letzte Erhöhung wurde auf den 1. Januar 2021 vorgenommen. Die Branchenorganisation hat den Preis um 2 Rappen erhöht. Eine Begründung für das Beibehalten des Richtpreises auf 73 Rp. lieferte die BOM am Mittwochabend in der Mitteilung nicht.

Einen besseren Preis soll es hingegen bei der B-Milch geben. Der Vorstand hat Anpassungen im Segmentierungsreglement zuhanden der Delegiertenversammlung vom 14. Juni verabschiedet. Die Transparenz und Verlässlichkeit der Preisfestsetzung soll verbessert werden. Gleichzeitig wird der
Berechnungsmodus für den B-Richtpreis angepasst. Diese Massnahme sorgt ab 1. Juli 2021 für einen um mehr als 2 Rappen höheren B-Richtpreis.

BIG-M forderte höheren Preis

Im Vorfeld des Richtpreis-Entscheids forderten mehrere Protagonisten der Produzenten einen höheren Preis. BIG-M wies auf die gute Nachfrage hin. Die Milch werde zu einem raren Gut. Und sie werde immer knapper. «Jetzt hat die BOM die Gelegenheit zu zeigen, dass sie wirklich bereit ist, nicht nur für die Gewinne der nachgelagerten Stufe zu sorgen, sondern auch einen wichtigen Schritt für mehr Wertschöpfung bei der Milchproduktion zu machen», hielt die Bauernorganisation Anfang Mai in ihrem Newsletter fest.

BIG-M begründet ihre Forderungen nach einem höheren Preis auch mit dem Gesuch für Butterimporte, dass die BOM Anfang Mai stellte. Die Branchenorganisation will weitere 1000 Tonnen einführen.

Die Milchproduktion ist in etwa auf der Höhe des Vorjahres.
TSM

Dettling: Ohne höheren Richtpreis keine Importe

Für einen höheren Richtpreis setzte sich auch Marcel Dettling ein. Der SVP-Nationalrat hielt in einem Leserbrief fest: «Wenn die Nachfrage höher ist als die Produktion, müssen gemäss Lehre die Preise steigen. Bei der Milch warten die Produzenten vergebens.»

Für den Schwyzer Landwirt ist klar, dass die Butterimporte erst bewilligt werden, wenn der Milchpreis angehoben wird. «Es kann nicht sein, dass das BLW laufend Butterimporte bewilligt und sogar für Milchimporte grünes Licht gibt und beim Milchpreis nichts passiert. Das BLW muss seine Verantwortung endlich ernst nehmen», so Dettling weiter.

SMP wollten höheren Richt- und Marktpreis

Und auch die Schweizer Milchproduzenten (SMP) erachteten es als angebracht, den Richtpreis zu erhöhen. «Ja, wir fordern einen höheren Richtpreis, respektive einen höheren Marktpreis», sagte SMP-Direktor Stephan Hagenbuch am 18. Mai gegenüber schweizerbauer.ch. Müsste bei weiteren Butter-Importen der Produzentenpreis steigen? «Bisher haben die Produzenten Importgesuche immer mit Gegenforderungen verbunden», so Hagenbuch weiter.

Was sagt der Dachverband der Milchbauern zur Forderung von Dettling, Importe nur zu bewilligen, wenn der Milchpreis steigt? «Die Produzenten haben das letzte Import-Gesuch geschlossen abgelehnt, weil kein Entgegenkommen da war. Selbstverständlich ist auch die Markteinschätzung aber immer von Relevanz», hielt Hagenbuch fest. 

Unzufrieden sind die Verantwortlichen bei den SMP über den Entscheid nicht. So heisst es in einem Tweet von Mittwochabend: «A-Richtpreis für 6 Monate unverändert bei 73Rp und neue Berechnung B-Preis bringt gut 2 Rappen auf B-Milch!»

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18 Responses

    1. Nur, wenn die Grenzen für
      Nahrungsmittel zu sind.
      Giengen die Grenzen zu, hätten wir innert Kürze 5 Fr. pro kg Milch und die Hälfte der Bevölkerung müsste hungern.

      1. Wenn die Grenzen zu sind, verhungert ein grosser Teil der Bevölkerung.
        Warum? Weil wir Bauern gar nicht in der Lage sind, genügend Lebensmittel zu produzieren. Bei geschlossenen Grenzen für PSM, Dünger, Saatgut, Futtermittel, Tiergenetik, Tierpharmaka, Landmaschinen usw. könnten wir nur noch rund 25% des Lebensmittelbedarfs produzieren.
        Sogar der Plan Wahlen war lediglich ein Mythos. Eine Lüge, die sehr gut war für die geistige Landesverteidigung.

      2. an alle die immer wünschen dass die grenzen zu sind. dann gibt es auch kein export- käse, holz, schoko ind guetzli sprich zucker- kein import von dünger saatgut treibstoff. die schweiz lebt vom export, geld wird im ausland verdient, für DZ braucht es export. aufwachen , typisch für viel hier.richtige rosinenpicker, egoisten immer nur den eigenen vorteil im auge.

        1. Ganz zu schweigen vom Pharma-Export, der beinahe 50% aller Exporte ausmacht.
          Wer würde die DZ und all die andern, schöngeistigen Staatsausgaben (Entwicklungshilfe, Flüchtlinge, Transfer zu den „Armen“ im Inland usw.) bezahlen, wenn nicht die Exporteure von Gütern und Dienstleitungen?
          Sicher nicht von uns Bauern. Wir sind spezialisiert auf das Optimieren von DZ (nach oben) und der Steuern (nach unten)

          1. Wenn die Grenzen für Nahrungsmittel zu wären, bräuchten wir keinen Fr. Direktzahlungen mehr.
            Mir als Landwirt wäre das am liebsten, zuerst Grenzen zu, dann sofort DZ abschaffen, keine “ grenzgänger“ mehr, die uns die DZ vorheben.

  1. Die 73 Rappen sind der Grundpreis, nach Abzug von Transport, Propagandabeitrag und und bleibt noch
    58 Rappen für den Bauer. Die Leute meinen immer der Bauer erhält die 73 Rappen.

    1. Das habe ich ich doch tatsächlich so gehört im Radio ; der Reporter fragt den Bauernvertreter: “ob denn die Bauern so schlecht eingeteilt haben, dass nun so viel Butter importiert werden müsse?“

  2. Nun zum Thema Milchrichtpreis zurück: Er verbleibt bei 73 Rp/ Kg . Kann mir nun jemand ganz sachlich erklären wieso der A-Milchpreis nicht dem Richtpreis entspricht.. Wenn als Bsp. die Mittellandmilch von einem A-Preis ausgeht der bei 65 Rp liegt frage ich mich wofür der Richtpreis den festgelegt wird. In den meisten Branchenverbänden der Ackerprodukte oder auch der tierischen Erzeugnisse werden Richtpreise festgelegt die doch in etwa eingehalten werden.

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