Dienstag, 28. September 2021
18.05.2021 17:55
Milchmarkt

Produzenten fordern höheren Richtpreis

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Von: blu

Am Mittwoch entscheidet die Branchenorganisation Milch über die Höhe des Richtpreises. BIG-M und die Schweizer Milchproduzenten fordern höhere Produzentenpreise. Denn die Milch ist ein begehrtes Gut.

Am Mittwoch kommt der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) zusammen. Auf der Traktandenliste steht unter anderem die Festlegung des Richtpreises für Molkereimilch im A-Segment für das dritte Quartal.

Per 1. Januar 2021 wurde der Richtpreis für Milch im A-Segment um 2 Rappen auf 73 Rp./kg angehoben. Diese Erhöhung gilt (vorerst) für die ersten beiden Quartale 2021 (Januar bis Juni).

Preis höher als im Vorjahr

«Der Vorstand beschloss diese Richtpreiserhöhung aufgrund der aktuellen Situation auf dem Milchfettmarkt Schweiz, die auch durch die Covid-19-Pandemie bedingt ist. Und nicht aufgrund der internationalen Marktentwicklung», hielt die Branchenorganisation Milch (BOM) in der Mitteilung von Ende November  fest.

Die Erhöhung ist gemäss dem Milchpreismonitoring der Schweizer Milchproduzenten (SMP) umgesetzt worden. Zwischen Dezember und Januar stieg der Preis um 2,5 Rappen je Kilo. Auch gegenüber dem Januar 2020 lag der A-Preis um knapp 2 Rappen höher.

Milchproduktion stabil

In den ersten Monaten des Jahres 2021 hat die Milchproduktion in der Schweiz nicht zugenommen. Die kumulierte Produktion der Monate Januar, Februar und März betrug 870’679 Tonnen. Das sind 1956 Tonnen oder 0.2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Prognosen für April sehen gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 1 Prozent. Für Mai rechnet die Branchenorganisation Butter mit einer gleichbleibenden Produktion.

Auch die die Branchenorganisation Milch (BOM) geht nicht von einer spürbaren Zunahme der Produktion aus Eigentlich ging die BOM davon, dass die Einlieferungen im Mai und Juni um rund 2 Prozent steigen würden. Dies sei jedoch nicht der Fall, teilte sie Anfang Mai mit. Das kalte Wetter habe das Graswachstum gebremst. Das Milchproduktion steige deshalb nur leicht.

Die Milchproduktion ist in etwa auf der Höhe des Vorjahres.
TSM

BIG-M fordert höhere Preise

Die Nachfrage nach Milch ist weiterhin gut. Für BIG-M ist deshalb klar, dass der Richtpreis im A-Segment steigen muss. Die Milch werde zu einem raren Gut. Und sie werde immer knapper. «Jetzt hat die BOM die Gelegenheit zu zeigen, dass sie wirklich bereit ist, nicht nur für die Gewinne der nachgelagerten Stufe zu sorgen, sondern auch einen wichtigen Schritt für mehr Wertschöpfung bei der Milchproduktion zu machen», hielt die Bauernorganisation Anfang Mai in ihrem Newsletter fest.

BIG-M begründet ihre Forderungen auch mit dem Gesuch für Butterimporte, dass die BOM Anfang Mai stellte. Die Branchenorganisation will weitere 1000 Tonnen einführen. Bereits im Februar wurde ein Gesuch über 1500 Tonnen eingereicht und anschliessend vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bewilligt. Jedes Jahr würden hunderte Milchbauern aufgeben, weil sie die Kosten der Produktion nicht decken könnten. «Wie lange kann es sich diese Branche noch leisten, kurzfristige Gewinne auf Kosten der Milchbäuerinnen und Milchbauern anzustreben?», fragte sich BIG-M im Newsletter von Ende April.

Dettling: Ohne höheren Richtpreis keine Importe

Für einen höheren Richtpreis setzt sich auch Marcel Dettling ein. Der SVP-Nationalrat schreibt in einem Leserbrief: «Wenn die Nachfrage höher ist als die Produktion, müssen gemäss Lehre die Preise steigen. Bei der Milch warten die Produzenten vergebens.»

Für den Schwyzer Landwirt ist klar, dass die Butterimporte erst bewilligt werden, wenn der Milchpreis angehoben wird. «Es kann nicht sein, dass das BLW laufend Butterimporte bewilligt und sogar für Milchimporte grünes Licht gibt und beim Milchpreis nichts passiert. Das BLW muss seine Verantwortung endlich ernst nehmen», so Dettling weiter.

SMP auch für höhere Preise

Auch bei für die Schweizer Milchproduzenten (SMP) fordert höhere Preise ein. «Ja, wir fordern einen höheren Richtpreis, respektive einen höheren Marktpreis», sagt SMP-Direktor Stephan Hagenbuch gegenüber schweizerbauer.ch. Müsste bei weiteren Butter-Importen der Produzentenpreis steigen? «Bisher haben die Produzenten Importgesuche immer mit Gegenforderungen verbunden», sagt Hagenbuch.

Was sagt der Dachverband der Milchbauern zur Forderung von Dettling, Importe nur zu bewilligen, wenn der Milchpreis steigt? «Die Produzenten haben das letzte Import-Gesuch geschlossen abgelehnt, weil kein Entgegenkommen da war. Selbstverständlich ist auch die Markteinschätzung aber immer von Relevanz», sagt Hagenbuch. Er denkt hier an die erleichterte Einreise nach Deutschland und dem damit zunehmenden Einkaufstourismus. Seit 14. Mai dürfen Einwohner der Schweiz wieder ohne Einschränkungen in Deutschland einkaufen.

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6 Responses

  1. höhere produzentenpreise würde ja heissen höhere preise im laden. genau davor warnen doch die bauern bei den iniativen. wer kann mir erklären wer dann die differenz bezahlt? die ablehnung der zwei iniativen wird langfristig zu einem eigengol oder ein schuss ins eigene knie. unsere abnehmer lachen sich krumm.

  2. Der Markt wirds schon richten, ist doch die Devise der Neoliberalen! Zumindest preist sich die Bauernpartei SVP dauernd als DIE kompetente Wirtschaftspartei an! Aber zum Glück gibts den Staat der die Sache bei Nichtfunktionieren dann subsidiär regelt – und bezahlt! Hauptsache es reicht für einen einfamilienhausähnlichen Traktor, für ausländische Futtermittel und für agrochemische Zusätze aller Art. Da lacht das Herz der Shareholder der Pharma- und Landmaschinenindustrie

  3. Die Milchindustrie wartet nur auf die Initiativen, nachher holen sie den die Milch vom Ausland 20 Rp Franko Rampe und wier Produzieren den Schafe und Gießen für die Wölfe Und wenn das Essen knapp wird kriegt die Frau Heeren und die Grünen nix von mir

  4. ach den Seppli gibts auch noch… Leider liegt Seppli falsch. hört mit all den Labels auf, gerechter Preis für die Bauern, weniger Arbeit für Verarbeiter etc. Aber leider ist Marketing alles und das gibt Geld!!

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