Montag, 17. Mai 2021
03.05.2021 14:50
Graubünden

Bär im Graubünden unterwegs – Landwirte gewarnt

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Von: blu

Im Kanton Graubünden ist ein Braunbär unterwegs. Im Münstertal wurden unterhalb des Piz Turettas Spuren im Schnee entdeckt. Diese konnten von der Wildhut einwandfrei einem Bären zugeordnet werden.

Das Amt für Jagd und Fischerei hat eine entsprechende Warn-SMS an die Landwirte und Imker in der Region versendet.

Über Ofenpass weitergezogen

Der Braunbär wird von der Wildhut und von den Parkwächtern des Schweizerischen Nationalparks genau beobachtet, teilt das Amt für Jagd und Fischerei am Montag mit. Dem Bären scheint es im Graubünden zu gefallen. Er ist über den Ofenpass weitergezogen. Die Bevölkerung wird gebeten, sich an die Anweisungen in den Merkblättern des Amts für Jagd und Fischerei zu halten.

Das Amt empfiehlt, sich im Bärengebiet nur auf Wanderwegen zu bewegen und dichte Beerenbüsche zu meiden. Weiter solle man mit «unaufgeregtem Lärm» auf sich aufmerksam machen und keine Essensreste liegenlassen. Sollte man auf einen Bären treffen, empfiehlt das Amt, sich langsam zu entfernen und das Tier nicht zu bedrohen.

2005 kehrten Bären zurück

Der eingewanderte Bär dürfte aus dem Trentino stammen. Im Gebiet rund 160 Kilometer südlich des Münstertals wurden die Raubtiere mit einem Schutz-Programm extra wieder angesiedelt. Sie vermehrten sich gut, so dass dort inzwischen etwa 90 Tiere leben dürften. 

Seit dem Sommer des Jahres 2005 tauchen in Graubünden immer wieder Bären auf. Meist handelt es sich um umherziehende männlich Jungbären im Alter von etwa zwei Jahren. 2018 wurden Bären im Engadin und im Puschlav beobachtet.

200 Schafe gerissen

In den letzten 15 Jahren rissen eingewanderte Bären in der Schweiz gemäss eines Bericht des Bundes rund 200 Schafe, vereinzelt auch Ziegen, Esel und ein Kalb. Zudem plünderten sie gegen 20 Bienenstöcke und brachen in Alphütten und Ställe mit Nahrungsvorräten ein.

Die öffentliche Hand zahlte rund 120’000 Franken für die Entschädigung von Nutztierrissen und 30’000 Franken für beschädigte Bienenstöcke. Bund und Kantone tragen die Kosten gemeinsam, wobei der Bund 80 Prozent der Kosten übernimmt; die Kantone tragen die restlichen 20 Prozent.

Schadensprävention

Der Bund will bei der Schadensprävention vorangehen. «Denn je besser der Schutz von Bienenhäusern und Nutztieren sowie eine Anpassung der Abfallentsorgung gelingt, desto geringer ist das Risiko, dass Bären ein problematisches Verhalten entwickelnden», teilte die Landesregierung im Januar 2021 mit.

Der Bund will den Schutz von Bienenhäusern und Nutztieren sowie eine Anpassung der Abfallentsorgung überprüfen. Wenig scheue Bären, die in Siedlungen auftauchen und ein problematisches Verhalten aufweisen, sollen weiterhin abgeschossen werden.

Nachdem der Braunbär in der Schweiz fast 100 Jahre ausgerottet war, wandern seit 2005 regelmässig einzelne Tiere ein.
zvg

Keine aktive Wiederansiedlung

Nachdem der Braunbär in der Schweiz fast 100 Jahre ausgerottet war, wandern seit 2005 regelmässig einzelne Tiere aus der italienischen Provinz Trentino in die Schweiz ein, insgesamt wurden über 20 eingewanderte Tieren registriert.  Eine aktive Wiederansiedlung von Bären ist in der Schweiz nicht vorgesehen.

Die Erfahrungen im Umgang mit Braunbären in der Schweiz sind geprägt von den starken Unterschieden zwischen den einzelnen Tieren, teilte der Bundesrat im Januar 2021 anlässlich des verabschiedeten Berichts über den Umgang mit Bären in der Schweiz mit. Viele waren unauffällig und wurden kaum bemerkt. Andere griffen Nutztiere an, beschädigten Bienenhäuser oder kamen menschlichen Siedlungen zu nah. Zum Schutz der Menschen musste 2008 und 2013 je ein Bär erlegt werden.

Bär ist geschützt

Der Bär ist seit 1962 über das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz der einheimischen wildlebenden Säugetiere und Vögel geschützt. Das Jagdgesetz hält zudem fest, dass die Kantone Massnahmen zur Verhütung von Wildschäden treffen und dafür sorgen, dass die Bevölkerung über die Lebensweise der wildlebenden Tiere, ihre Bedürfnisse und ihren Schutz ausreichend informiert wird.

Das Bärenmanagement ist im «Konzept Bär Schweiz» festgehalten und baut auf dem Grundsatz auf, dass ein Zusammenleben von Mensch und Bär unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, wobei die Sicherheit des Menschen an erster Stelle steht. Der Braunbär war in der Schweiz fast 100 Jahre verschwunden, nachdem 1923 das letzte Mal ein vermutlich aus Italien eingewanderter Bär beobachtet worden war.

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