Freitag, 3. Februar 2023
11.07.2022 16:15
Graubünden

«Behörden müssen Wolfs-Notstand erklären»

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Von: blu

In Graubünden haben am vergangenen Samstag mehrere Wölfe des Beverin-Rudels eine Mutterkuh angegriffen und getötet. Der Bündner Bauernverband zeigt sich sehr besorgt um die Sicherheit der Älpler. Er fordert umgehend die Entfernung des Rudels.

Die siebenjährige Kuh befand sich auf einer umzäunten Weide auf der Alp Nurdagn am Schamserberg GR. Der Fundort des toten Nutztieres lag im Streifgebiet des sogenannten Beverin-Rudels. Die Kuh wurde von den Wölfen bereits «stark genutzt», also angefressen.

Kanton sehr besorgt

Die Bündner Behörden zeigen sich über den Vorfall sehr besorgt. Die Wölfe des Rudels würden sich bereits seit mehreren Jahren «sehr problematisch» verhalten. Die Raubtiere seien geübt darin, Herdenschutzmassnahmen zu umgehen, sagte Adrian Arquin, Amtsleiter für Jagd und Fischerei, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Einen Antrag, das Vatertier des Rudels abzuschiessen, habe der Bund jedoch abgewiesen.

Der Bündner Nationalrat Martin Candinas (Mitte) fordert nun ein umgehendes Handeln. Dies, «um noch Schlimmeres zu verhindern und damit wir auch in Zukunft eine funktionierende ökologische Landwirtschaft im Berggebiet haben können», sagte er gegenüber der Tagesschau auf dem TV-Sender SRF.

Sorge um Sicherheit des Alppersonals

Der Bündner Bauernverband zeigt über den Riss der Mutterkuh bestürzt. Der Verband habe wiederholt von solchen Angriffen gewarnt, heisst es in einer Mitteilung von Montag. Die Umweltorganisationen hätten aber stets betont, dass ausgewachsene Kühe nicht Opfer von Wolfsattacken werden würden. «Diese Theorie ist nun widerlegt», so der Verband.

Dieser fordert nun seinerseits ein umgehendes Handeln des Bundes und des Kantons. Der Bündner Bauernverband der Bündner ÄlplerInnen Verein machen sich «grosse Sorgen» um die Sicherheit der Älplerinnen und Älpler. Diese könnten ihre Arbeit nur noch unter grosser Anspannung verrichten.

«Rudel überschreiten sämtliche Grenzen»

Deshalb fordert der Bündner Bauernverband die Behörden auf, unverzüglich auf, den «Wolfs-Notstand» zu erklären. Dies soll ein rasches Handeln ermöglich. «Ausserordentliche Situationen erfordern ausserordentliches Handeln», heisst es in der Mitteilung. Weil das Beverin-Rudel in den vergangenen Wochen und Jahren immer wieder für Nutztierrisse sorgte, verlangt der Verband den Rüden M92 zusammen mit dem Rudel zu entfernen. So sollen weitere «grosse Schäden verhindert werden».

«Rudel, die Menschen und ihre Herden, Infrastruktur und Schutzmassnahmen nie mit gefährlichen Konsequenzen in Verbindung bringen werden nach und nach sämtliche Grenzen überschreiten», warnt der kantonale Bauernverband.

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