Samstag, 23. Oktober 2021
06.09.2021 09:35
Graubünden

Beverinrudel: 3 Jungwölfe dürfen erlegt werden

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Von: blu

Aufgrund von drei gefährlichen Begegnungen zwischen Personen und Wölfen des Beverinrudels sowie infolge von Rissen von Schafen trotz Herdenschutzmassnahmen hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) dem Regulierungsgesuch des Kantons Graubünden zugestimmt. Der Kanton hat umgehend den Abschuss von drei Jungwölfen aus dem Rudel angeordnet.

Das Beverinrudel sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Probleme. Die Wölfe haben aus geschützten Herden Nutztiere gerissen. Auch im vergangenen Jahr hatten sie am Schamserberg einen Esel und ein Kalb und auf der Stutzalp oberhalb Splügen eine grosse Anzahl Schafe gerissen. Diesen Sommer ist es zu drei gefährlichen Begegnungen zwischen Personen und Wölfen gekommen und zu einer grösseren Anzahl an Rissen von Nutztieren, die durch Herdenschutzmassnahmen geschützt waren.

Wölfe nähern sich Menschen

Kürzlich ereigneten sich auf einer auf einer Alp am Schamserberg zwei gefährliche Begegnungen zwischen einer Hirtin und Wölfen. Die Vorfälle ereigneten sich auf einer Weide. Bei der ersten Begegnung war die Hirtin zum Rekognoszieren einer Weidefläche mit dem Hirtenhund unterwegs, als ein Wolf sie von hinten auf einer Distanz von rund zehn Metern überraschte und anknurrte.  Eine Woche später war die Hirtin zusammen mit ihrem Hirtenhund erneut in demselben Alpgebiet unterwegs. Plötzlich wurde sie von drei Wölfen überrascht. Die Raubtiere griffen den Hund an. Sie entfernten sich erst, als die Hirtin mit bestimmter Stimme auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die Hirtin und zwei Bauern zählten an gleicher Stelle kurze Zeit später mindestens sechs Welpen sowie fünf ausgewachsene Wölfe.

Anschliessend gab es einen Vorfall mit Wanderern. Zuerst begegnete die Wandergesellschaft zwei erwachsenen Wölfen. Dabei näherten sich die Tiere den Menschen für kurze Zeit bis auf etwa zehn Meter. Wenig später trafen die Wanderer auf vier weitere Wölfe. Dabei dürfte es sich laut der Wildhut um Welpen gehandelt haben. Die Jungtiere folgten der Wandergruppe längere Zeit. Sie wandten sich erst nach wiederholten Versuchen, sie zu vertreiben, von den Wanderern ab und gesellten sich zu den adulten Wölfen.

3 Jungwölfe, aber nicht Vatertier

«Gegen Wölfe und Wolfsrudel, die im Vergleich zu anderen Wölfen ein problematisches Verhalten aufzeigen und dadurch entweder eine Gefährdung des Menschen oder einen grossen Schaden trotz getroffener Herdenschutzmassnahmen verursachen, müssen regulatorische Massnahmen ergriffen werden», schreibt der Kanton Graubünden am Montag in einer Mitteilung.

Die Kantone können mit vorheriger Zustimmung des Bundesamts für Umwelt (Bafu) befristete Massnahmen zur Regulierung von Beständen geschützter Tierarten wie dem Wolf treffen. Das Bafu hat den Antrag des Kantons Graubünden gutgeheissen und die Zustimmung zum Abschuss von drei Jungwölfen aus dem Beverinrudel unter Schonung der Elterntiere erteilt. Die Abschussbewilligung beschränkt sich auf das Streifgebiet des Wolfsrudels Beverin, davon ausgenommen ist der Perimeter des Eidgenössischen Jagdbanngebietes.

Eingriff durch das Amt für Jagd und Fischerei

Der Kanton hat auch einen Antrag zum Abschuss des Vatertiers beantragt. Die Voraussetzungen für den Abschuss erachtet das Bafu als zurzeit nicht erfüllt.

Das Amt für Jagd und Fischerei hat sich in den vergangenen Wochen auf diesen Eingriff vorbereitet. Die Wildhut wird die entsprechende Regulation vornehmen. Geplant ist ein rascher Eingriff. Es wird versucht, die Tiere im Rudelverbund zu erlegen, um eine zusätzliche vergrämende Wirkung zu erzielen.

Stehen bleiben und mit fester Stimme sprechen

Wölfe, die in freier Wildbahn aufwachsen und dort leben, seien nicht grundsätzlich gefährlich und würden meist den Kontakt zu Menschen meiden, hält das Amt für Jagd und Fischerei fest. Gefährlich könne es werden, wenn sich Wölfe an den Menschen gewöhnten und seine Anwesenheit gar mit Futter in Verbindung bringen würden.

Bei einer Begegnung mit dem Grossraubtier empfiehlt die Bündner Wildhut ruhig stehen zu bleiben und den Wolf mit bestimmter Stimme anzusprechen. Danach soll man sich langsam zurückziehen. Auf keinen Fall soll man sich dem Tier nähern oder es gar verfolgen – auch nicht für Fotos.

«Werden die Verhaltensregeln eingehalten, besteht für Wanderer, Mountainbiker oder Tourenskifahrer keine Gefahr», schreibt die Wildhut im Merkblatt «Unterwegs im Wolfsgebiet». Auch für Kinder, die im Wald spielten, bestehe dann kaum eine Gefahr.

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One Response

  1. In Anbetracht dieser Vorkommnisse, ist es sicher nicht verantwortbar , Kinder noch alleine,den Wald betreten zu lassen oder im Wald spielen zu lassen. Kinder werden bei einer Wolfsbegegnung, sicher davonrennen und so den Wolf, als Beute anlocken. Der Lebensraum, für den Menschen in diesen Gebieten wird doch schon ziemlich eingeschränkt.

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