Freitag, 3. Februar 2023
13.07.2022 11:40
Graubünden

«Schlag ins Gesicht der Bauernfamilien»

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Von: blu

Mehrere Wölfe haben im Kanton Graubünden in der Nacht auf Samstag eine Mutterkuh angegriffen und getötet. Die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR) fordert von den Bundesbehörden umgehend Massnahmen, auch die Regulation von Problemtieren.

Der Vorfall hatte sich auf der Alp Nurdagn am Schamserberg ereignet, wie der Kanton Graubünden am Samstagabend mitteilte. Der Fundort des toten Nutztieres lag im Streifgebiet des sogenannten Beverin-Rudels.

Bafu sieht keinen Handlungsbedarf

Die siebenjährige Kuh befand sich nach Angaben der kantonalen Behörden zusammen mit weiteren Artgenossen innerhalb eines eingezäunten Areals auf der Alp Nurdagn. Dieser Zaun gelte aber nicht als Herdenschutzmassnahme. Bei grösseren Nutztieren seien keine solche Vorkehrungen mehr vorgesehen, teile der Kanton weiter mit.

Das Bundesamt für Umweltschutz (Bafu) hatte am Montagabend gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen erklärt, dass die meisten Nutztiere nach wie vor an Orten gerissen würden, an denen keine Massnahmen zum Herdenschutz ergriffen worden seien.

Es bestehe darum aktuell kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Um die Situation in den Gebieten mit wachsendem Wolfsbestand kurzfristig zu entschärfen, habe der Bundesrat die Eidg. Jagdverordnung für den Alpsommer 2022 bereits angepasst. Damit werde der Herdenschutz verstärkt.

Alpwirtschaft in Existenz bedroht

Die Aussage von Bundesbern verärgert die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR). «Itz isch gnue Heu dunge», schreibt sie in einer Mitteilung. «Die Einschätzung des Bafu, wonach kein unmittelbarer Handlungsbedarf bestehe, ist ein Schlag in das Gesicht der Älpler und Bauernfamilien», stellt die ASR klar. Die Wölfe seine bei der Umgehung von Herdenschutzmassnahmen lernfähiger als die Bundesbeamten, so die scharfe Kritik der Rinderzüchter.

Die ASR fordert den Bundesrat auf, umgehend Notmassnahmen zu beschliessen. Vom Parlament wird erwartet, die gesetzlichen «Regelungen» mit Hochdruck anzupassen. Weiter fordert die ASR, dass Problemtiere oder Problem-Rudel wie das Beverin-Rudel proaktiv reguliert werden können. «Die Laisser-Faire-Haltung des Bafu wird ein unermessliches Leid an Tieren und Menschen verursachen sowie die Alp-, Weide- und Berglandwirtschaft ernsthaft in ihrer Existenz bedrohen», warnt die ASR.

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