Donnerstag, 1. Dezember 2022
23.09.2022 16:24
Landtechnik

Agrama: Wichtige Grosse fehlen

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Von: blu/dha

Ende November findet auf dem Messegelände in Bern die Agrama statt. Die nach eigenen Angaben grösste Schweizer Fachmesse für Land- und Forsttechnik muss jedoch gewichtige Absagen hinnehmen.

Die Agrama ist für viele Landwirtinnen und Landwirte ein wichtiger Anlass. Sie informieren sich über Neuheiten, treffen Kollegen und tauschen sich aus. Doch die Messe muss einige Rückschläge hinnehmen.

Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte die Robert Aebi Landtechnik AG mit der Marke John Deere angekündigt, auf die Agrama zu verzichten.

Überdenken der Strategie

«Die Landwirtschaft ist ein sehr regionales Geschäft. Wir wollen noch stärker dorthin, wo unsere Kunden und Vertriebspartner sind», sagte Armin Segmüller, Geschäftsführer der Robert Aebi, im März 2019 zu «Schweizer Bauer». In den letzten Jahren habe sich die Agrama zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt. Man treffe sich, um sich zu unterhalten und auszutauschen. «Die Verkäufe werden aber im Vorfeld beim Vertriebspartner oder im Regionalzentrum abgewickelt», so Segmüller weiter.

Mitte September teilte auch die GVS-Agrar mit den Marken Fendt, Massey Ferguson und Valtra mit, dass sie auf die Agrama 2022 verzichtet. Die Pandemie habe zu einem Überdenken der Strategie geführt. Grosse Messen hätten nur eingeschränkt oder gar nicht stattgefunden. «Da in unserem Unternehmen die Nähe zu Kunden und Händlern aber enorm wichtig ist, suchten wir nach Wegen, wie wir diese Kontakte auch in Zeiten der Distanz aufrechterhalten können. Der Wunsch, flexibel und regional unterwegs zu sein, nah an den Kunden und deren Bedürfnissen, forderte grundlegende Entscheidungen», schreibt die GVS in einer Mitteilung.

Die GVS wird nicht in Bern vertreten sein.
Heinz Röthlisberger

Auch SDF kommt nicht

«Aufgrund dieser Überlegungen und der veränderten Vorzeichen haben wir uns dazu entschlossen, an der Agrama 2022 nicht als Aussteller präsent zu sein, sondern uns auf kleinere und regionale Veranstaltungen zu konzentrieren», hält das Unternehmen fest.

Ebenfalls nicht auf dem Messegelände Bern-Wankdorf zugegen sein wird Same Deutz-Fahr (SDF). «SDF Schweiz hat sich nicht für die Teilnahme an der Agrama 2022 angemeldet», sagt das Unternehmen zu «Schweizer Bauer».

Wie «Schweizer Bauer» in Erfahrung bringen konnte, gibt es an der Agrama trotzdem die Marken John Deere und Fendt zu sehen. Kleinere Händler wollen sich zusammenschliessen und die Traktoren in Bern präsentieren.

New Holland wird an der Agrama vertreten sein.
Daniel Hasler

New Holland: Agrama wichtiger Treffpunkt

Die Treue halten der Agrama die Marken New Holland, Steyr und Case IH. «Wir (New Holland Center Schweiz) sowie alle anderen Bereiche der Bucher Landtechnik AG werden an der diesjährigen Agrama im gewohnten Umfang teilnehmen. Für uns ist klar, dass nach der ganzen «Corona-Zeit» das Bedürfnis bei unseren Kunden aber auch bei uns stark vorhanden ist, sich wieder zu treffen und die aktuellen Produkteneuheiten zu präsentieren», sagt Daniel Bernhard, Leiter von «New Holland Center Schweiz».

Für Bernhard ist die Agrama eine gute Plattform, um sich mit Kunden auszutauschen und das Beziehungsnetzwerk zu pflegen. «Mit unserer Präsenz wollen wir nicht nur unser vielfältiges Produkteportfolio der breiten Öffentlichkeit präsentieren, sondern auch einen Beitrag zur «Normalisierung» der aktuell bewegten Zeit beitragen», sagt er zu «Schweizer Bauer».

Pandemie wirbelte Programm durcheinander

Die Corona-Pandemie wirbelte das Programm der Organisatoren der grössten Schweizer Landtechnikmesse gewaltig durcheinander. Eigentlich hätte die Agrama im November 2020 stattfinden sollen. Doch dieser Termin war aufgrund der Pandemie nicht zu halten.

Deshalb entschied der Organisator, der Schweizer Landmaschinen-Verband (SLV), im Juli 2020, die Messe auf den November 2021 zu verschieben. Doch auch dieser Termin fiel aufgrund der Pandemie ins Wasser. Die Messe wurde neu auf November 2022 terminiert.

Diesem Datum sollte nun nichts mehr im Wege stehen. Vom 24. bis 28. November 2022 werden auf dem Messegelände Wankdorf in Bern Hersteller und Dienstleister für Land- und Forsttechnik jeweils ihre Neuheiten und Produkte präsentieren.

Die Agrama versteht sich als Drehscheibe für den Informationsaustausch zwischen Anbietern, Nutzern und Fans: «Mit Live-Demonstrationen und einem abwechslungsreichen Programm kommen nicht nur Entscheiderinnen und Entscheider auf ihre Kosten, sondern auch Technik-Freaks oder Familien – und damit auch die potenziellen Entscheiderinnen und Entscheider von morgen», erklärt der Ausstellungskommissions-Präsident Pierre-Alain Rom.

Swiss Innovation Award und Fachvorträge

Bei der Agrama 2022 stehen neue Neuerungen auf dem Programm. In einem Forum werden Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Fachorganisationen auf Branchen-Themen wie «Vom Landwirt zum Energiewirt», «Wie lege ich eine Schlagkartei an?» oder «Welche Auswirkungen hat die Bodenverdichtung?» in halbstündigen Referaten eingehen.

Zudem wird neu ein Swiss Innovation Award vergeben. Das Branchenmagazin «Schweizer Landtechnik» wird besondere Innovationen rund um die Landwirtschaft auszeichnen. Die Eingaben werden von einer Jury beurteilt. Nach der Vorauswahl haben die Besucherinnen und Besucher der Agrama sowie die Leserinnen und Leser der «Schweizer Landtechnik» in der Endrunde das Sagen.

Die Agrama ist nach eigenen Angaben die grösste Schweizer Fachmesse für Land- und Forsttechnik. Sie wird vom Schweizerischen Landmaschinenverband (SLV) seit 1977 als Informationsplattform für Investitionsentscheide der Schweizer Landwirtinnen und Landwirte veranstaltet und findet regulär alle zwei Jahre auf dem Bernexpo-Gelände in Bern statt.

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3 Responses

  1. Agrama du kannst jetzt ganz schliessen. Ich gehe eh nach Hannover. Kindheitserinnerungen mit vollem Rucksack Prospekte und erste „Fachgespräche“ mit meinen Schulfreunden ade.
    Die Bünzli Schweizer bringen nicht mal mehr eine gute Landmaschinenmesse zu stande. Der Standort wäre mir egal. Man könnte ja wider Lausanne und st Gallen anfragen, wenn die linken Berner zu teuer werden. Richtig schade!!! Ich liebte die Agrama. Doch so nicht! Entweder Alle oder niemand! Die wichtigsten Marken fehlen.

  2. Sämtliche Ausstellungen was Landwirtschaft betreffen können in Zukunft ausfallen. Für einen sterbenden Zweig so großen Aufwand betreiben rechnet sich nicht.

    1. Stimmt, wieso soll man für die Gesellschaft nach Energien suchen oder die Gesundheit fördern. Einen verhungernden Zweig mit soviel Aufwand zu betreiben, rechnet sich definitiv nicht.
      Ab heute also nichts mehr essen, alles andere wäre inkonsequent. Klingelt’s?

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