Freitag, 20. Mai 2022
10.04.2022 09:45
Expo Limousin

Minder hat Mister Expo 

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Von: sal

Am Sonntag ging der zweite Tag der 1. Expo Swiss Limousin über die Bühne. Minders Nicky von Elevage Minder, Avenches, wurde zum Mister Expo gewählt. Als Miss Expo ging Galliker’s Helena von Josef Galliker-Burri, Gunzwil, heim. Der Betrieb Franz und Anita Burri-Meier, Dagmersellen, gewann den Betriebscup. 

Nach dem samstäglichen Teil der Swiss Expo Limousin mit der Rangierung von Absetzern, Rindern, Kühen und Altstieren und der wirtschaftlichsten Kuh (vgl. hier den Bericht) und dem abendlichen Limousin-Abend mit Limousin-Entrecôte und Unterhaltung durch Holzkünstler Flugo ging es am Sonntag mit mehreren Höhepunkten weiter. 

Minder mit Mister Expo 

Richterin Jeanne Orlianges sagt vorab, was sie gestern und heute gesehen habe und insbesondere die Tiere im Auszug zum Mister Expo gäben ein sehr positives Bild von der Schweizer Limousinzucht ab. Fritz Minder erhält mit seinem Stier Minders Nicky MHF* den Titel Mister Expo. Er setzte sich gegen den Vize Mister Galliker’s Osrick MHF* durch, der mit seinem geringeren Alter noch weniger Masse zu bieten hatte, der ihr aber besonders duch seine Rückenpartie imponierte.  Aber auch der dritte Stier, der zuletzt noch im Ring geblieben war, Minder’s Lucky MHF* im Besitz von Ludovic Simonet, Vuarrens, sei sehr stark und wäre ein würdiger Sieger gewesen, so die Richterin. 

Galliker hat Miss Expo 

Zur Miss Expo wird Galliker’s Helena MHF* erkoren. Die Richterin sagt, in dieses wunderbare Tier habe sie sich beinahe verliebt. Zur Vize-Miss wird Minder’s Martina von der Elevage Minder, Avenches, gewählt. Sie obsiegte mit der Länge vor Burri’s Princess MHF*, von Franz und Anita Burri-Meier, Dagmersellen, die aber keine eigentliche Auszeichnung mehr erhielt. 

Galliker hat Miss und Mister Hornlos 

Die Hornloszucht habe in der Schweiz in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht, betont Moderator Walter Schluep. Bis heute ist Deutschland in dieser Hinsicht der Schweiz voraus, da dort eine Weile lang die grüne Bundesagrarministerin Renate Künast von einem Verbot des Enthornens sprach. Es gewinnt eine Kuh aus der Zucht von Josef Galliker-Burri, Gunzwil: Helena MFH*. Ihr Hornstatus ist Pp* (heterozygot hornlos mit DNA-Test). 

Bei den Mistern obsiegt ebenfalls ein Tier aus der Zucht von Josef Gallike-Buri: Es ist OSRICK. Er sticht laut Richterin Jeanne Orlianges klar heraus. Er sei extrem gut in der Bemuskelung von Rücken und Schulter und habe ein sehr feines Fundament. 

Burri gewinnt Betriebscup

In den Halbfinals werden die vier Finalisten erkoren: die Betriebe  Bütler-Amhof, Burri-Meier, Elevage Minder und Odermatt. Das Bild, wie sich die vier Finalisten aufreihen, ist eindrücklich. Der Ring ist sehr gut gefüllt. Familie Burri ist gleich mit neun Tieren in den Ring gekommen unter der Aufsicht und Führung von Franz Burri. Als Richter amtet das Trio Mathias Gerber, Hans Schild und Jeanne Orlianges. Sie benötigen einige Zeit für die komplexe Entscheidung. Orlianges lobt die sehr gute Vorbereitung der Tiere. Entscheidend sei die Homogenität der Tiere, nicht die Anzahl.  Als Zweite erküren sie den Betrieb Minder aus Avenches, der im Typ elevage ist (geeignet für Aufzucht). Zum Siegerbetrieb wird der Betrieb Burri gewählt, der wie die anderen zwei Tage zum  «type boucherie» (aber sehr ausgeglichen) zählt laut Gerber. 

Präsentation des neuen Labels «Limousin regional» 

Das Label «Limousin regional» wird von der Fachkommission vorgestellt. Es existiert seit Herbst 2020, im Jahr 2021 sind über 120 Tiere entsprechend vermarktet worden. Es steht Metzgereien zur Verfügung, die darunter Fleisch aus der Umgebung von 30 Kilometer verkaufen dürfen, und Direktvermarktern. Es ergänzt die Label von Mutterkuh Schweiz. Besonders geeignet ist es für Tiere, die etwas älter und schwerer sind und so eine bessere Abdeckung erreichen. Es werden drei Metzgereien geehrt, die mit dem Label arbeiten: Metzgerei Buffoni AG in Illnau-Effretikon ZH, Metzgerei Kraus in Rüschlikon ZH und Metzgerei Brönnimann in Jona SG. 

Adeline Odermatt mit Miss Beef 

Für gutes Produkt ist Rohmaterial sehr wichtig, sagt Daniel Berchtold, Metzgermeister aus Muhen (Metzgerei Berchtold). Er ist einer von drei Metzgern, welche die Kategorien Mister Beef und Miss Beef richten. Die zwei anderen sind Tobias Kratzer, Betriebsleiter Fleischwirtschaft vom Zollikerberg (Metzgerei Kratzer), und Yves Richard aus Hindelbank, Metzger auf dem Weg zur Berufsprüfung (Metzg und Markt Holzer). Für die Wahl der Miss Beef kommen 8 Tiere in den Ring, die von Jeanne Orlianges und Mathias Gerber vorausgewählt worden sind. Moderator Walter Schluep: «Wir Produzenten  können vom Urteil der Metzger lernen.»

Die drei jungen Männer diskutieren angeregt, die Wahl fällt ihnen schwer. In dieser Kategorie sind sowohl Jungtiere alleine neben Kühen mit Kalb ausgewählt worden. Sie arbeiten mit einer komplizierten Tabelle. Der Stotzen zählt viel (Breite, Länge, Rundung), der Rücken mit dem Nierstück (Länge, Breite, Dicke), Schulter (braucht auch vorne Fleisch, da viel Fleisch für Hamburger benötigt wird), viele Knochen mit Blick auf die Fleischausbeute und der Ausmastgrad (zu fett heisst zu viel Verlust, zu mager heisst mangelnde Marmoriertheit). 

Es gewinnt der Absetzer OdAr’s Tundra von Adeline Obermatt, Hofstatt vor folgenden zwei Kühen mit Kalb:. Burri’s Soraya, Franz und Anita Burri-Meier, Dagmersellen und Obermoos BAVARIA MHF*, Beatrice & Stefan Bütler-Amhof, Hämikon. Die Metzger loben das Siegertier für seine Harmonie, für die schöne Rundung am Stotzen, für dessen Breite und Tiefe, für die gewisse Stärke in der Schulterpartie und für den schön gleichmässig breiten und langen Rücken. 

Mister Beef von Burri bei Sollberger

Zum Mister Beef wählen die drei Metzger Burri’s VALERIO MHF*, Beno Sollberger, Ochlenberg. Er steht vor  Thunstetten’s ANXIEUX MHF* von Andreas Burren, Thunstetten und Lary P MHF*, Franz und Anita Burri, Dagmersellen.  Letzterer habe einen Stotzen mit so viel Muskeln, wie man ihn in der Schweiz selten sehe. Der Zweitplatzierte sei aber etwas länger. Der Muni im ersten Rang hat sehr viel Fleisch verteilt auf nicht so viel Körpergrösse. 

la Crox Fabiana die schönste bei älteren Kühen

In der Kategorie der Kühe zwischen 6 und 8 Jahren bestimmte Richterin Jeanne Orlianges die Kuh la Croix Fabiana von Ludovic Simonet, Vuarrens zur Siegerin. Sie setzte sich wegen ihrer Länge und Breite, wegen ihres schönen Euters und wegen des guten Kalbs bei Fuss gegen Obermoos HERTA von Beatrice & Stefan Bütler-Amhof, Hämikon und  K&M EVA von Klaus und Margrit Odermatt, Einsiedeln, durch. 

Burren und Wildhaber siegen bei Jungzüchter-Event 

In zwei Kategorien geht der Jungzüchter-Event über die Bühne. In der ersten Kategorie stehen am Start Thies und Paige Füchslin aus Einsiedeln und Dario und Jan Wildhaber aus Flums. Kompetent antworten die Kinder auf die Fragen von Mathias Gerber, Präsident von Mutterkuh Schweiz, der zusammen mit Jeanne Orlianges und Hans Schild bei den Jungzüchtern als Richter amtet. Es gewinnt Jan Wildhaber, der den jungen Muni Wildhaber’s Benaldi souverän und ruhig vorführt. Gerber lobt die gute Vorbereitung auf die Schau. Im zweiten Rang klassiert sich Dario Wildhaber vor den beiden Füchslin-Kindern auf dem dritten Rang. 

In der zweiten Kategorie des Jungzüchter-Events sind 12 Junge am Start. Mathias Gerber kommentiert, der Rassenclub Swiss Limousin  müssen sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen. Herausgestochen sei Stefanie Burren aus Thunstetten, die sich sehr aufmerksam um das Tier gekümmert haben und auch auf die Fragen von Gerber kompetent antwortete. Auf dem zweiten Rang klassiert sich Mathieu Minder, Avenches, auf dem dritten Rang Jan Viletta, Landquart. 

«Die schönste Kollektion der Expo bisher» 

In der Kategorie der Jungstiere I gewinnt Zorro Annen-Lm MHF*, Marcel und Yolanda Annen-Grob, Alikon. Die französische Richterin Jeanne Orlianges lobt ihn für seine Komplettheit, für sein sehr gutes Becken und für die schöne Breite des Rückens. Bei den Jungstieren II lässt sich einer nur schwer bändigen. Nach der Aufregung wird  ZENO Annen-Lm MHF*, Marcel & Yolanda Annen-Grob, Alikon an der ersten Position rangiert. Er erhält Lob für sein grosses Becken, das ja immer sehr wichtig, wie die Richterin betont. Der Stier habe ein sehr langes und sehr gutes Becken, das auch gut gedeckt sei. Und der Stier bilde den Rassentyp sehr gut ab. 

Die Kollektion der Jungstiere III bezeichnet die Richterin als die schönste, die sie bislang an der Expo Swiss Limousin gesehen hat. Wunderbare Stiere seien es.  Obenaus schwingt Galliker’s OSRICK MHF* von Josef Galliker-Burri, Gunzwil.  Er beeindruckt sie durch seinen durchgehend breiten Rücken und die breite Schulter, die gut miteinander verbunden seien. Und er sei sehr fein im Fundament, wie sie ausführt.  Auch die Gruppe der Jungstiere IV gefällt Jeanne Orlianges sehr gut.  Als Sieger kürt sie Gallikers ELSTAR MHF*, Josef Galliker-Burri, Gunzwil. Er zeichnet sich laut ihr durch sein sehr offenes Becken, durch die wunderbare Bemuskelung am Stotzen und durch sein feines Skelett aus. Total stehen 26 vorhandene Stiere an der Auktion vom kommenden Mittwoch zum Kauf. 

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