Kartoffeln: «2 Rappen sind absolut ungenügend»

Die ausgeprägte Trockenheit sorgt in der Landwirtschaft für tiefere Erträge und höhere Aufwände. Bei der Milch und den Kartoffeln steigen die Richtpreise. Der Schweizer Bauernverband fordert bei den Kartoffeln eine Nachbesserung.

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Wegen der Trockenheit wuchs auf den Wiesen und Weiden weniger Gras. Bauern mussten Futter zukaufen oder die Winterreserve anzapfen. Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat Ende August beschlossen, einen Teil der Mehrkosten in Form einer Richtpreiserhöhung zu übernehmen.

Milch: «Produzentenpreise müssen steigen»

«Der A-Richtpreis wird am 1. Oktober um 4 Rappen auf 82 Rappen erhöht. Obwohl die massgebende Richtpreisbasis keine Erhöhung angezeigt hätte, ist ein positives Zeichen der Branche äusserst wichtig», heisst es in der Mitteilung. Die BOM erwartet in den kommenden Wochen zudem einen starken Rückgang der Milchproduktion.

Milch: Richtpreis steigt um 4 Rappen

Für den Schweizer Bauernverband (SBV) ist zentral, dass die höheren Richtpreise auch bei den Produzenten ankommen und sich die effektiv ausbezahlten Produzentenpreise auf das neue Richtpreisniveau anheben. Weitere 4 Rappen will die Branche aufgrund der ausserordentlichen Lage über eine Unterstützung des Bundes erwirken.

Kartoffeln: Tiefste Ernte seit Messbeginn

Bei den Kartoffeln wird die tiefste Ernte seit Messbeginn erwartet. Gemäss Hochrechnung dürften rund 333’000 Tonnen geerntet werden. So wenig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Und das, obwohl die Kartoffelfläche im aktuellen Jahr um 2,5 Prozent auf 11’346 Hektaren ausgedehnt wurde. Zum Vergleich: In den Jahren 2020–2025 wurden im Schnitt fast 20 Prozent mehr geerntet, rund 411’000 Tonnen.

Tiefste Kartoffelernte seit Messbeginn

Die Versorgung kann mit der hiesigen Ernte nicht sichergestellt werden. Rund 130'000 Tonnen Kartoffeln müssen deshalb importiert werden. Gemäss der Branchenorganisation Swisspatat entspricht dies einem Selbstversorgungsgrad von rund 70 bis 75 Prozent.

SBV: Es braucht weitere 5 Rappen

Trotz der tiefen Ernte steigen die Richtpreise nur leicht. Bei den Speisekartoffeln wurden die Preisbänder um 2 Fr. pro 100 kg geöffnet. Dadurch steigen die Richtpreise ebenfalls um 2 Fr. pro 100 kg. Das sind 2 Rappen pro Kilo. Bei den Veredelungskartoffeln wird rückwirkend per 1. August ein einmaliger Solidaritätszuschlag von 2 Fr. pro 100 kg ausbezahlt. Zudem wurden die Übernahmebedingungen gelockert.

Kartoffelbranche reagiert: Preisaufschlag und gelockerte Kaliber

Produzentenorganisationen haben bei den Speisekartoffeln eine Erhöhung von 7 Rappen gefordert. Das will auch der SBV. «2 Rappen sind absolut ungenügend in Anbetracht der Ausfälle infolge Trockenheit bei jenen, die keine Möglichkeit hatten, ihre Kulturen zu bewässern», schreibt der Verband. Die Erhöhung reiche keineswegs, um die wirtschaftlichen Folgen der Trockenheit für die Produzentinnen und Produzenten abzufedern. Der SBV fordert die Detailhändler auf, «zu ihren Versprechen zu stehen und die ursprüngliche Forderung von 7 respektive 13 Rappen für Bio zu erfüllen.»

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