Erste Wolfsrisse: Alpwirtschaft ist besorgt

Die Wolfsrisse in den vergangenen Tagen sorgen für grosse Beunruhigung in den alpwirtschaftlichen Kreisen. Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) fordert rasches Handeln.

pd/clu |

In tieferen Lagen hat die Alpsaison bereits begonnen, in den anderen Regionen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Das schreibt der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) in einer aktuellen Mitteilung.

Mehrere Nutztiere gerissen

Anlass dazu geben ihm die ersten Wolfsrisse im Berner Oberland in den vergangenen Tagen. «Diese sorgen für grosse Beunruhigung bei den Alpbewirtschafterinnen und Alpbewirtschaftern», so der SAV.  Die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren fordert den Abschuss. Der Kanton Bern sieht es anders.

Auch im Kanton Wallis ist es dieses Jahr bereits zu Wolfsrissen gekommen. Im Gebiet Visperterminen wurden sieben Nutztiere auf geschützten landwirtschaftlichen Nutzflächen gerissen. Zudem wurde vergangene Woche in Susten ein Schaf getötet. In derselben Nacht griff ein Wolf im Siedlungsgebiet von Niedergrächen auch eine Lama-Herde an.

Parlamentarischen Bemühungen

Die Wolfspräsenz im Sömmerungsgebiet sei seit einigen Jahren eine der grössten Herausforderungen für die Alpwirtschaft. Herdenschutz solle wo immer möglich umgesetzt werden. «Er stösst aber zunehmend an seine Grenzen», so die Meinung der nationalen Organisation der Alpwirtschaft.

Herdenschutz sei wiederum nicht in allen Gebieten möglich und bedeute auf alle Fälle ein sehr grosser Zusatzaufwand für das betroffene Alppersonal. Der SAV begrüsst deshalb die aktuellen parlamentarischen Bemühungen, die Regulierung der Wolfsbestände zu erleichtern.

Gesetzlicher Spielraum konsequent nutzen

«Nun ist eine rasche Umsetzung der entsprechenden Motionen entscheidend», schreibt der Verband, der von SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh präsidiert wird. «Für diesen Sommer wird es mit der Umsetzung hingegen nicht reichen», ergänzt der SAV in seiner Mitteilung.

Der SAV ruft die Kantone deshalb auf, bereits jetzt den bestehenden gesetzlichen Spielraum konsequent zu nutzen und schnell zu handeln. Die Alpwirtschaft erbringe sehr wichtige gemeinwirtschaftliche Leistungen, insbesondere für die Biodiversität. Damit sie dies weiterhin im gleichen Umfang machen könne, sei sie laut dem SAV auf wirksame Unterstützung angewiesen.

Kommentare (1)

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  • Toni Arnold | 09.05.2026
    Wölfe sind keine Herausforderung sondern eine Plage. Das Ganze ist ein totales Versagen der Behörden. Es gibt nur einen Schutz der wirkt: der mit der Waffe. Die anderen Herdenschutzmassnahmen sind bloss ein teurer aufwändiger Witz. Das war unseren Vorfahren schon klar.
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