
Der Mais leidet unter Hitze und Trockenheit.
Monika Gerlach
Das Wetter ist seit Wochen unverändert – es scheint fast immer die Sonne. Zudem stiegen die Temperaturen oft weit über 30 Grad.
Massives Niederschlagsdefizit
Die Regenmengen sind seit vielen Wochen unterdurchschnittlich. Der Frühling und der Sommer waren vor allem in der Nordwestschweiz und der Romandie viel zu trocken. Verglichen mit dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 fiel schweizweit nicht einmal die Hälfte des erwartbaren Niederschlags. «Regional ist das Defizit noch grösser», schreibt Meteonews. Der Juli ist der fünfte Monat in Folge mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen.

Niederschlagsabweichung zur Norm der Jahre 1991-2020.
Meteonews
In den nächsten 14 Tagen wird es in den meisten Gebieten der Schweiz trocken bleiben. Zudem erfasst kommende Woche die nächste Hitzewelle das Land. Es sind Temperaturen bis 38 Grad prognostiziert. Die Situation wird sich weiter verschlimmern.
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Weniger Ertrag
Das hat gravierende Auswirkungen auf die Pflanzen. Diese haben das Wachstum eingestellt. Es drohen unterdurchschnittliche Ernten bei Zuckerrüben und Kartoffeln. Das Bewässern der grossflächigen Gemüsekulturen ist aufwändig und teuer. Auf den Alpen ist die Lage vielerorts angespannt, weil die Tiere zu wenig Weidefutter oder Wasser haben.

Eine Weide im Bernbiet, die seit zwei Monaten unverändert braun ist.
Tobias Strahm
Die Kühe haben wegen des Hitzestresses und eines neu eingeschleppten Virus weniger Milch gegeben. Zudem können die Landwirtinnen und Landwirte viel weniger Futter produzieren und müssen teils bereits auf die Wintervorräte zurückgreifen. «Bei vielen dürfte jetzt schon klar sein, dass es nicht bis zum nächsten Frühjahr reicht», schreibt der Schweizer Bauernverband (SBV) in einer Mitteilung. Es gäbe nur zwei Möglichkeiten: Teures Futter zukaufen oder Tiere schlachten.
Höhere Preise
Für die Landwirtinnen und Landwirte drohen grosse wirtschaftliche Ausfälle. «Die Ernteausfälle und Mehrkosten führen zu steigenden Produktionskosten», warnt der SBV. Er fordert höhere Produzentenpreise, um die gestiegenen Kosten aufzufangen. Diese Forderung hat der Zürcher Bauernverband (ZBV) bereits vor Wochenfrist platziert. Die Zürcher haben mit Migros, Coop, Lidl Schweiz und Aldi Schweiz Gespräche geführt. Sie hätten sich gesprächsbereit gezeigt. Der Ball liege nun bei den nationalen Verbänden, führte der ZBV aus. «Es liegt nun an ihnen, diese offenen Türen zu nutzen», stellte er klar.
-> Dürre: ZBV fordert höhere Produzentenpreise
-> Detailhandel gesprächsbereit – nationale Verbände gefordert
Der SBV will sich deshalb direkt bei den Detailhändlern und indirekt bei den Branchenorganisationen für kostendeckende Produzentenpreise einsetzen. Weiter sollen die Qualitätsanforderungen gesenkt werden, beispielsweise für kleineres oder deformiertes Gemüse oder Kartoffeln. «Detailhändler haben den grössten Hebel in der Hand. Faire Produzentenpreise ermöglichen es, Ausfälle abzufedern, Investitionen zu tätigen und sich weiterzuentwickeln», stellt der Verband klar.
Anpassungsmassnahmen
Er richtete auch einen Appell an die Kantone. Die kantonalen Kreditkassen sollen einen einfachen Zugang zu Betriebshilfedarlehen (unverzinste Kredite) gewähren oder bei der Rückzahlung von Investitionskrediten Kulanz zeigen.
Neben der kurzfristigen Unterstützung braucht es aus Sicht des SBV auch mittel- bis langfristige Massnahmen. Bei den Betrieben gehe es einerseits um die Anpassung an den Klimawandel über die Wahl der Kulturen und optimierte Bewirtschaftung, die Anschaffung von Bewässerungsanlagen und den Zugang zu Wasser, z. B. über Retentionsbecken. Und andererseits um die Umsetzung von wirksamen Massnahmen zur Emissionsminderung. Der Bund soll die Betriebe bei den dafür nötigen Investitionen und Massnahmen unterstützen, so der Bauernverband.
Wir Bauern verlieren jedes Jahr 2-3% Einkommen.
Jedem Staats/Bundes Angestellte bekommt dies einfach so.Eine Sauerei