ZMP senken Milchpreis erneut – 15 Rappen für Übermengen

In der Schweiz wird deutlich mehr Milch eingeliefert als in den Vorjahren. Es fehlt an Verarbeitungskapazitäten. Die Zentralschweizer Milchproduzenten wollen mit einer weiteren Preissenkung die Produktion drosseln.

blu |

Es sind schwierige Zeiten für Milchproduzentinnen und Milchproduzenten. Aufgrund der hervorragenden Futterqualität geben sie deutlich mehr Milch. Überschussmilch aus der gewerblichen Käseproduktion verschärft die Situation. Und der starke Franken erschwert den Export.

BOM warnt

Die Branchenorganisation Milch (BOM) hielt in einer Mitteilung vor wenigen Tagen fest, dass tiefpreisige C-Milch Realität geworden sei. Zudem warnt die Organisation vor einem weiteren Problem: fehlenden Verarbeitungskapazitäten. Einerseits seien die Lager voll, andererseits müssten dringende Revisionsarbeiten durchgeführt werden. «Es droht ein Szenario, in dem nicht mehr alle Milch verarbeitet werden kann», schlug die Branchenorganisation Alarm.

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Um dies zu verhindern, empfiehlt die BOM den Verarbeitern deshalb drastische Massnahmen. Für die Milchbäuerinnen und Milchbauern hätten diese bei einer Überlieferung massive finanzielle Einbussen zur Folge. Denn ab Stufe Erstmilchkauf soll bei einer Überlieferung ab 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmilchmenge der Preis für diese Mehrmengen deutlich unter dem aktuellen ungestützten C-Richtpreis von 23,6 Rappen je Kilo angesetzt werden.

Basispreis sinkt um weitere 3 Rappen

Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) haben ihren Basispreis per 1. Januar 2026 ein erstes Mal um 2,5 Rappen auf 60,5 Rappen gesenkt. Die ZMP begründeten dies damals mit Kosten aus der Überschussverwertung und der Importabwehr. Per 1. Februar 2026 wird der Basispreis erneut gesenkt, nämlich um 3 Rappen auf 57,5 Rappen je Kilo. Grund dafür sei die von der BOM angekündigte Richtpreissenkung von 4 Rappen auf 78 Rappen für industrielle Molkereimilch im A-Segment. Der Basispreis ist damit innerhalb von zwei Monaten um 5,5 Rappen gesunken.

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Doch das reiche nicht aus, heisst es in den jüngsten ZMP-News. Die Mengen seien nach wie vor massiv zu hoch. Die Milchmengen lagen im Dezember 2025 um rund 10 Prozent über dem Vorjahreswert. «Wir müssen per 1. Februar deutlich restriktivere Massnahmen einführen, um die Einlieferungen zu reduzieren», heisst es da unmissverständlich.

15 Rappen: maximal 10 Prozent pro Produzent

Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) setzen diese Empfehlung der BOM um. Der Preis ausserhalb der Monatsvertragsmenge sinkt ab Februar um 7 auf 33 Rappen je Kilo. Der Milchpreis für Mengen, die 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmenge überschreiten, wird auf 15 Rappen festgelegt. Diese Mengen gelten ebenfalls als C-Mengen. Die ZMP wollen Härtefälle vermeiden. Deshalb werden maximal 10 Prozent der gelieferten Milchmenge pro Produzent zu 15 Rappen abgerechnet. Diese Massnahmen sollen voraussichtlich bis Ende Mai 2026 gelten.

Die ZMP richten sich mit einem Appell an die Produzenten: «Wir rufen alle Produzenten auf, diese Milch gar nicht abzugeben. Nur so können wir den Milchmarkt wieder stabilisieren.»

Auch Biopreis sinkt

Eine Preissenkung gibt es auch bei der Biomilch. Der Basispreis sinkt per 1. Februar um 4 Rappen auf 87 Rappen je Kilo. 2 Rappen entfallen auf einen höheren Deklassierungsbeitrag. Weitere 2 Rappen entfallen auf eine saisonale Preisreduktion analog den Vorjahren. Der Preis ausserhalb der Monatsvertragsmenge sinkt saisonal und einen Monat früher als in den Vorjahren um 17 Rappen auf 68 Rappen je Kilo. «Auf eine Mengenbegrenzung wird bei der Biomilch vorerst verzichtet, da der Markt nach wie vor im Gleichgewicht ist», heisst es in den ZMP-News.

Kommentare (14)

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  • Aufi | 26.01.2026
    Milchproduktion ist kein Menschenrecht.
    Alles läuft falsch.Statt im Berggebiet Naturnahe Milch und Käseproduktion...Werden im Flachland Roboterhallen und Turbo Kühe gefördert.Wenn ich sehe ,was die Kühe heute alles fressen müssen..auch ich trinke keine Milch mehr.
    Sollten doch anwendbaren Ackerbau betreiben ..und nicht nur einseitige Kulturen anbauen.
    Aber wenn es für 1 HA.Öko mehr Geld gibt,als für die Nahrungsproduktion ,hat halt niemand Interesse.
  • Richner Silvia | 24.01.2026
    Hab schon immer gesagt, die Milch ist erst etwas Wert wenn sie auf dem LKW ist.Eigentlich müssten bei dem Milchpreis die Konsumenten - Preise auch runter gehen.Aber da kassiert der Handel munter weiter mit noch grösseren Margen.
  • emil | 23.01.2026
    Chronologie- Am 30.Mai solidarisieren sich BZS UNITERRE Bauernverbände etc. für einen Milchstreik. Am 1.Juni bringt BZS es fertig das SMP und Radio DRS für das Beteiligen am Aufruf FÜR EINEN PLÖTZLICHEN SCHWEIZWEITEN STREIK. Dann hatte Haab Befürchtungen er verliere wegen Werner Salzmann sel. die Hegemonie . Am 2.Juni gab es eine Verhandlung SMP BIGM. Das BZS wurde von Nachschwätzer Haab hintergangen und natürlich ist er eingeknickt. Albert Rösti hat mich angerufen was sollen wir machen? Sitzung vertagen und alle bäuerliche Vertreter einladen nicht nur BIGM ! Seit daher sind Verarbeiter der gesamten Lebensmittelindustrie am längeren Hebel. Dabei wäre ein schweizweiter Streik der Zeitpunkt gewesen Achtung die Produzenten halten zusammen !
    • emil | 24.01.2026
      Entschuldigung 30.Mai 2008 Seit daher sind wir nur noch die Lakaien oder Annehmer von Direktzahlungen
  • Jucker | 23.01.2026
    wenn da mal d Wahrheit schribsch wirds nöd mal ufgschalte für was no Kommentar abgä im SB
  • Hartmann | 23.01.2026
    Also wenn ich mich so rum schaue das der Landwirt für seine Milch 78 Rp. Bechunnt und im Laden kostet der Liter Milch 1.90 wer kassiert hier den am meisten ab. Ich Vergleiche das ganze mit den Ausweisprüfungen zb.man verschärft die Zulassungsprüfungen und jammert nachher wir bekommen keine Chauffeure mehr. Das hat mit der Kontigentierung genau auch zu tun wegen Wegfall haben wir dieses Dilemma aber eben ich sage nur Selber Schuld.
    • Franziska | 26.01.2026
      -.78 Fr.? Wenn der Gehalt und alles stimmt und überdurchschnittlich ist. Da geht Milch billiger weg!
      Stopp Import!!!
  • Jucker | 22.01.2026
    An der Mittellandmilch Versammlung wurde uns aufgezeigt das für diese Milch ab Februar noch genau 8.9 Rp bezahlt wird. Zudem sollen an der DV den noch knapp 200 Mitgliedern die noch im alten System sind mit dem Jahreslieferrecht dieses entzogen werden so dass diese nicht mehr auf C Milch verzichten können. Es sind aber genau diese 200 Produzenten welche Ihre Produktion in den letzten 10 Jahren nicht weiter ausgebaut haben und so den Milchmarkt weiter belasten mit Mehrmilch. Genau dieser Vorstand welcher uns das versprochen hat das wir das Jahreslieferrecht bei einem Beitritt zur Mittellandmilch behalten dürfen fällt uns jetzt geschlossen in den Rücken. Eine Mengenausdehnung zum Nulltarif oder sogar mit grossem Gewinn (wer sein Milchkontingent noch verkauft hat)haben sie gemacht aber wenn es ein mal in 10 Jahren um das zahlen geht so sollen sich auch diese Betriebe beteiligen die nichts zu dieser ÜBERSCHUSS - Situation beigetragen haben. Eifach nu gschämig
    • Seeby | 27.01.2026
      Die Milchmenge ist in den letzten zehn Jaren nicht gestiegen sondern gesunken. Das problem ist das Verarbeitungskapazitäten abgebaut wurden.
  • Ketzer | 22.01.2026
    Verdammt, jetzt muss ich noch mehr melken🤬
  • Wälchli Urs | 22.01.2026
    Bom beschliesst, sprich 33% Verarbeiter und 33% Detailhandel = 66% überstimmen die Bauern welche nur 33% der Stimmen haben. Bitte aufzeigen wie abgestimmt wurde, ob es auch unter den Milchbauern Verräter gibt oder ob und die Verarbeiter und der Handel versklaven! Bitta aufzeigen wer von den Verarbeitern und Handel ihren Mitarbeitern zulasten der Milchproduzenten einen höheren Lohn bezahlen!
  • Werner Locher | 22.01.2026
    Die BIG-M Jahresversammlung beschloss am 17.12 2024 eine Resolution, welche heute leider immer noch gültig ist:
    "Wir Milchproduzenten sind enttäuscht, dass die BO Milch auch im fünften Jahr nach dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung immer noch keine Lösung hat, wie sich das Angebot nach der vorhandenen Nachfrage richten kann. Überschüsse zerstören Wertschöpfung ............Dass unter diesem Druck die Schweizer Milchproduzenten SMP keine andere Lösung mehr sehen, als mit ihrem eigenen Geld den Butterberg auf dem Weltmarkt zu entsorgen, ist nachvollziehbar. Das ist aber weder eine Qualitätsstrategie noch eine nachhaltige Lösung!..... "
    Was braucht es noch bis reagiert wird?
    • Reto Steinauer | 22.01.2026
      Viel zu lange wurde schon diesem Stur festgessesenen System BOM zugeschaut. Wo nur Verarbeiter und Handel zu Lasten der Milchbauern Profit schlagen können, diese einseitige Interessenvertretung wurde von der Politik geschaffen und gehört aufgrund Totalversagen per sofort aufgelöst. Bundesbern muss nun endlich Verantwortung übernehmen, sie sind Verpflichtet brauchbare Rahmenbedingungen zu schaffen. Nebenbei hätten wir auch noch eine Wettbewerbskommission, welche schon längst verpflichtet wäre, dieses korrupte 2 zu 1 treiben in der BOM zu unterbinden.
      Das mit dem aktuelle Schweizer Milchsystem mehr an die Wandgefahren als Nutzen entsteht war absehbar und ist nun unausweichlich. Bundesbern wollte die Liberalisierung des Milchmarktes, schaut nun aber ohne jenste Verantwortung zu, wenn ein Teil der Schweizer Milch, weit unter dem Weltmarktpreis gehandelt oder sogar entsorgt wird. Die sind Drittweltstaaten Zustände.
    • Werner Locher | 22.01.2026
      Korrektur: Die BIG-M Jahresversammlung war nicht 2024 sondern am 17.12. 2014
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