
«Aufgrund der Richtpreissenkung, der aktuell sehr anspruchsvollen Marktsituation und den hohen Milchmengen sinken die Preise für Milch Suisse Garantie per 1. Februar 2026», teilen die Zentralschweizer Milchproduzenten mit.
Doris Bigler
Es sind schwierige Zeiten für Milchproduzentinnen und Milchproduzenten. Aufgrund der hervorragenden Futterqualität geben sie deutlich mehr Milch. Überschussmilch aus der gewerblichen Käseproduktion verschärft die Situation. Und der starke Franken erschwert den Export.
BOM warnt
Die Branchenorganisation Milch (BOM) hielt in einer Mitteilung vor wenigen Tagen fest, dass tiefpreisige C-Milch Realität geworden sei. Zudem warnt die Organisation vor einem weiteren Problem: fehlenden Verarbeitungskapazitäten. Einerseits seien die Lager voll, andererseits müssten dringende Revisionsarbeiten durchgeführt werden. «Es droht ein Szenario, in dem nicht mehr alle Milch verarbeitet werden kann», schlug die Branchenorganisation Alarm.
-> BOM warnt vor noch tieferen Milchpreisen
Um dies zu verhindern, empfiehlt die BOM den Verarbeitern deshalb drastische Massnahmen. Für die Milchbäuerinnen und Milchbauern hätten diese bei einer Überlieferung massive finanzielle Einbussen zur Folge. Denn ab Stufe Erstmilchkauf soll bei einer Überlieferung ab 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmilchmenge der Preis für diese Mehrmengen deutlich unter dem aktuellen ungestützten C-Richtpreis von 23,6 Rappen je Kilo angesetzt werden.
Basispreis sinkt um weitere 3 Rappen
Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) haben ihren Basispreis per 1. Januar 2026 ein erstes Mal um 2,5 Rappen auf 60,5 Rappen gesenkt. Die ZMP begründeten dies damals mit Kosten aus der Überschussverwertung und der Importabwehr. Per 1. Februar 2026 wird der Basispreis erneut gesenkt, nämlich um 3 Rappen auf 57,5 Rappen je Kilo. Grund dafür sei die von der BOM angekündigte Richtpreissenkung von 4 Rappen auf 78 Rappen für industrielle Molkereimilch im A-Segment. Der Basispreis ist damit innerhalb von zwei Monaten um 5,5 Rappen gesunken.

Die Milchpreise sinken auf breiter Front.
ZMP
-> Milch: Richtpreis sinkt um 4 Rappen
-> Milch: ZMP senken Basispreis und appellieren
Doch das reiche nicht aus, heisst es in den jüngsten ZMP-News. Die Mengen seien nach wie vor massiv zu hoch. Die Milchmengen lagen im Dezember 2025 um rund 10 Prozent über dem Vorjahreswert. «Wir müssen per 1. Februar deutlich restriktivere Massnahmen einführen, um die Einlieferungen zu reduzieren», heisst es da unmissverständlich.
15 Rappen: maximal 10 Prozent pro Produzent
Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) setzen diese Empfehlung der BOM um. Der Preis ausserhalb der Monatsvertragsmenge sinkt ab Februar um 7 auf 33 Rappen je Kilo. Der Milchpreis für Mengen, die 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmenge überschreiten, wird auf 15 Rappen festgelegt. Diese Mengen gelten ebenfalls als C-Mengen. Die ZMP wollen Härtefälle vermeiden. Deshalb werden maximal 10 Prozent der gelieferten Milchmenge pro Produzent zu 15 Rappen abgerechnet. Diese Massnahmen sollen voraussichtlich bis Ende Mai 2026 gelten.
Die ZMP richten sich mit einem Appell an die Produzenten: «Wir rufen alle Produzenten auf, diese Milch gar nicht abzugeben. Nur so können wir den Milchmarkt wieder stabilisieren.»
Auch Biopreis sinkt
Eine Preissenkung gibt es auch bei der Biomilch. Der Basispreis sinkt per 1. Februar um 4 Rappen auf 87 Rappen je Kilo. 2 Rappen entfallen auf einen höheren Deklassierungsbeitrag. Weitere 2 Rappen entfallen auf eine saisonale Preisreduktion analog den Vorjahren. Der Preis ausserhalb der Monatsvertragsmenge sinkt saisonal und einen Monat früher als in den Vorjahren um 17 Rappen auf 68 Rappen je Kilo. «Auf eine Mengenbegrenzung wird bei der Biomilch vorerst verzichtet, da der Markt nach wie vor im Gleichgewicht ist», heisst es in den ZMP-News.
Alles läuft falsch.Statt im Berggebiet Naturnahe Milch und Käseproduktion...Werden im Flachland Roboterhallen und Turbo Kühe gefördert.Wenn ich sehe ,was die Kühe heute alles fressen müssen..auch ich trinke keine Milch mehr.
Sollten doch anwendbaren Ackerbau betreiben ..und nicht nur einseitige Kulturen anbauen.
Aber wenn es für 1 HA.Öko mehr Geld gibt,als für die Nahrungsproduktion ,hat halt niemand Interesse.
Stopp Import!!!
"Wir Milchproduzenten sind enttäuscht, dass die BO Milch auch im fünften Jahr nach dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung immer noch keine Lösung hat, wie sich das Angebot nach der vorhandenen Nachfrage richten kann. Überschüsse zerstören Wertschöpfung ............Dass unter diesem Druck die Schweizer Milchproduzenten SMP keine andere Lösung mehr sehen, als mit ihrem eigenen Geld den Butterberg auf dem Weltmarkt zu entsorgen, ist nachvollziehbar. Das ist aber weder eine Qualitätsstrategie noch eine nachhaltige Lösung!..... "
Was braucht es noch bis reagiert wird?
Das mit dem aktuelle Schweizer Milchsystem mehr an die Wandgefahren als Nutzen entsteht war absehbar und ist nun unausweichlich. Bundesbern wollte die Liberalisierung des Milchmarktes, schaut nun aber ohne jenste Verantwortung zu, wenn ein Teil der Schweizer Milch, weit unter dem Weltmarktpreis gehandelt oder sogar entsorgt wird. Die sind Drittweltstaaten Zustände.