Nach mehreren Rissen: Wolf bei Grindelwald erlegt

Im Berner Oberland hat ein Wolf in den vergangenen Wochen mehrere Nutztiere gerissen. Der Kanton Bern hat den Abschuss angeordnet. Nun hat die Wildhut das Raubtier bei Grindelwald erlegt.

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Der Abschuss erfolgte in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Gebiet Bussalp bei Grindelwald. «Die Tötung erfolgte in den frühen Morgenstunden, nachdem am Samstagabend ein frischer Riss eines Schafs gemeldet worden war», teilt der Kanton Bern in einem Communiqué mit.

Wolf M574

Das Jagdinspektorat geht davon aus, dass es sich um den männlichen Wolf handelt, der einen Grossteil der Risse von Nutztieren in der Region verursacht hat. Der Wolf M574 hat in den Gemeinden Grindelwald und Meiringen für Schäden gesorgt.

Im Mai hat der Rüde in den beiden Gemeinden fünf ausreichend geschützte Nutztiere gerissen. Zudem hielt sich der Wolf wiederholt innerhalb von Siedlungen auf und zeigte einen Verlust an Scheu. Die Schwelle von sechs geschützten Nutztieren wurde jedoch noch nicht erreicht. Deshalb hatte der Kanton Bern am 3. Juni 2026 den vorsorglichen Abschuss des männlichen Wolfs verfügt. Die Abschussverfügung trat nun in Kraft.

->  Wolf im Berner Oberland vor Abschuss

Mehrere Vorgaben

In der Nacht auf den 10. Juli tötete M574 in der Region Oberhasli vier Schafe. Die Tiere waren geschützt. «Mit diesem Riss sind die gesetzlichen Vorgaben für den Abschuss nun erfüllt», teilte der Kanton damals mit. Der Abschuss war an mehrere Bedingungen geknüpft. Der Wolf musste in den Gemeinden Meiringen, Grindelwald und Schattenhalb erlegt werden. Ausgenommen war das eidgenössische Jagdbanngebiet Schwarzhorn. Der Abschuss musste zudem in direktem oder indirektem Zusammenhang mit einem Angriff auf geschützte Nutztiere erfolgen.

->  Kanton Bern gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Kadaver wird für weitere Untersuchungen an das Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit der Universität Bern gebracht.

12 Schafe im Frühling gerissen

In der Region wurden in diesem Jahr bereits mehrere Schafe gerissen. Die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren forderte Anfang Mai den Abschuss eines Wolfs. Aufgrund der «extrem steilen» Topographie sei kein wirksamer Schutz der Schafe möglich. Die betroffenen Landwirte in Grindelwald seien den Angriffen weitgehend schutzlos ausgeliefert. «Ohne entschlossenes Handeln ist der bevorstehende Alpsommer akut gefährdet», warnte die Vereinigung.

Das Jagdinspektorat des Kantons Bern bestätigte gegenüber schweizerbauer.ch die Risse.   «Am 4. Mai 2026 wurden in Grindelwald acht ungeschützte Schafe gerissen. Aufgrund des Rissbildes wird von einem Wolf ausgegangen», teilte die Behörde mit. Es sei noch unklar, ob es sich um denselben Wolf handelte, der am 29. April in Meiringen vier durch einen Herdenschutzzaun geschützte Schafe gerissen habe. Einem Abschuss erteilte das Jagdinspektorat eine Absage. «Unabhängig davon sind die Voraussetzungen für einen Abschuss gemäss Jagdgesetz aktuell nicht erfüllt», sagte das Jagdinspektorat gegenüber schweizerbauer.ch.

Kommentare (1)

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  • Toni Arnold | 10.08.2026
    Die empfohlenen Zäune schützen die Schafe nicht, das weiss auch die Verwaltung, die das ganze Wolfsdesaster zu verantworten hat. Wer schon mal im Tierpark war, weiss wie ein wolfssicherer Zaun aussieht. Abschiessen der Schädlinge ist die einzig richtige Lösung, das wussten schon unsere klugen Vorfahren.
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