
Der Eurasische Wolf besiedelt verschiedene Lebensräume, von Wäldern bis zu offenen Graslandschaften in verschiedenen Klimazonen von der subpolaren Zone bis in die Subtropen. Die Grösse der Reviere von Wolfsrudeln variiert zwischen 100 und 300 Quadratkilometern in Mitteleuropa und 2500 Quadratkilometern in höheren Breiten.
Angela
Der Abschuss erfolgte in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Gebiet Bussalp bei Grindelwald. «Die Tötung erfolgte in den frühen Morgenstunden, nachdem am Samstagabend ein frischer Riss eines Schafs gemeldet worden war», teilt der Kanton Bern in einem Communiqué mit.
Wolf M574
Das Jagdinspektorat geht davon aus, dass es sich um den männlichen Wolf handelt, der einen Grossteil der Risse von Nutztieren in der Region verursacht hat. Der Wolf M574 hat in den Gemeinden Grindelwald und Meiringen für Schäden gesorgt.
Im Mai hat der Rüde in den beiden Gemeinden fünf ausreichend geschützte Nutztiere gerissen. Zudem hielt sich der Wolf wiederholt innerhalb von Siedlungen auf und zeigte einen Verlust an Scheu. Die Schwelle von sechs geschützten Nutztieren wurde jedoch noch nicht erreicht. Deshalb hatte der Kanton Bern am 3. Juni 2026 den vorsorglichen Abschuss des männlichen Wolfs verfügt. Die Abschussverfügung trat nun in Kraft.
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Mehrere Vorgaben
In der Nacht auf den 10. Juli tötete M574 in der Region Oberhasli vier Schafe. Die Tiere waren geschützt. «Mit diesem Riss sind die gesetzlichen Vorgaben für den Abschuss nun erfüllt», teilte der Kanton damals mit. Der Abschuss war an mehrere Bedingungen geknüpft. Der Wolf musste in den Gemeinden Meiringen, Grindelwald und Schattenhalb erlegt werden. Ausgenommen war das eidgenössische Jagdbanngebiet Schwarzhorn. Der Abschuss musste zudem in direktem oder indirektem Zusammenhang mit einem Angriff auf geschützte Nutztiere erfolgen.
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Der Kadaver wird für weitere Untersuchungen an das Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit der Universität Bern gebracht.
12 Schafe im Frühling gerissen
In der Region wurden in diesem Jahr bereits mehrere Schafe gerissen. Die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren forderte Anfang Mai den Abschuss eines Wolfs. Aufgrund der «extrem steilen» Topographie sei kein wirksamer Schutz der Schafe möglich. Die betroffenen Landwirte in Grindelwald seien den Angriffen weitgehend schutzlos ausgeliefert. «Ohne entschlossenes Handeln ist der bevorstehende Alpsommer akut gefährdet», warnte die Vereinigung.
Das Jagdinspektorat des Kantons Bern bestätigte gegenüber schweizerbauer.ch die Risse. «Am 4. Mai 2026 wurden in Grindelwald acht ungeschützte Schafe gerissen. Aufgrund des Rissbildes wird von einem Wolf ausgegangen», teilte die Behörde mit. Es sei noch unklar, ob es sich um denselben Wolf handelte, der am 29. April in Meiringen vier durch einen Herdenschutzzaun geschützte Schafe gerissen habe. Einem Abschuss erteilte das Jagdinspektorat eine Absage. «Unabhängig davon sind die Voraussetzungen für einen Abschuss gemäss Jagdgesetz aktuell nicht erfüllt», sagte das Jagdinspektorat gegenüber schweizerbauer.ch.
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